Willkommen Diabetiker …

31. Oktober 2014

… sollte die letzte Sendung von ‘Willkommen Österreich’ auf ORF1 wohl besser heißen!
mälzerNicht nur, dass der Moderatoren- Hälfte Dirk Stermann zum Diabetes seiner Tochter nichts Dümmeres einfällt, als breitflächig für Zucker Werbung zu machen, war auch wieder mal der unsägliche Schnellsprechkoch Tim Mälzer eingeladen. Dieser bewies den Rückstand seiner Denk- gegenüber der Sprech- Schnelligkeit, indem er auf die Frage, was er von gesunder Ernährung halte mit mehrmaligem ‘Fickt Euch’ antwortete.
Keine Rede von den ständig steigenden Diabetes- und Krebsraten! Nein, Herr Mälzer sieht glasklar, dass Italien mit seinen vielen Kohlehydraten doch noch immer lebt …!
Ok, Dummheit ist noch immer nicht verboten.
Doch als Öffentlich Rechtlicher ORF derartig verantwortungslosen Unsinn zu senden ist echt ein starkes Stück!

 

 

 


Ein kleines Mädchen …

30. Oktober 2014

… schauspielt und posiert bereits von klein an. Im Kindergarten ist sie die beste und eifrigste ‘Schauspielerin’ bei diversen Aufführungen. In der Schule handeln alle ihre Aufsätze vom Modelln und Schauspielen. Sie besucht frühestmöglich eine Schauspielschule, entzückt alle und es wird ihr eine große Zukunft prophezeiht.
Doch sie erträgt ihr Anderssein nicht, bricht ab, und wird zu einer Raumpflegerin, die sich durch Banken, Autohäuser und Privathaushalte putzt.

Ein junger Hund jagd, tollt und spielt mit Begeisterung mit anderen Hunden. Er ist ein starker und gesunder, ein ‘richtiger’ Hund. Bellen, Jaulen, Schwanzwedeln, Laufen und Schnuffeln sind das Seine, das wie von alleine perfekt läuft und ihm unendlich viel Freude macht.
Eines Tages sieht er einen bezaubernden Film, will dem bewunderten neuen Idol nacheifern und beschließt ein Frosch zu werden. Er plagt sich mit dem Quacken und Hüpfen, noch mehr mit dem stundenlangen Stillsitzen und nach Fliegen zu schnappen. Er übt und übt und übt.Er wird auch immer mehr zum Frosch, vergisst nach und nach sein ehemaliges Hundedasein, wird aber wohl nie ein richtiger Frosch werden. Immer werden die verschütteten Herumtoll- Sehnsüchte in ihm bleiben. Vermutlich wird er auch mit einigen konstituionellen und organischen Schäden rechnen müssen. Kein Körper lässt sich so einfach verbiegen, kein Bedürfnis lässt sich so einfach verdrängen.

leckaVer-rückt die beiden, nicht wahr?
Aber da war auch noch der kleine Bub, der so gern baute und immer fantastischere Dinge baute, dass die ganze Verwandtschaft zusammenlief um seine Stein-, LEGO- und Kartonagenbauten zu bewundern. Im Schul- Zeichnen glänzte er durch immer zauberhaftere Fantasiegebilde. Er erzählte von den Gebäuden die er einmal errichten wird. Mit besten Ergebnissen und Talent wechselte er von der Schule zum Architekturstudium.
Doch immer mehr des universitären Drumherums störte ihn bald, immer schwerer fielen ihm die die Arbeit am Computer, die Berechnungen, die zahllosen Statistiken, die Ausschreibungs- Formalitäten …
Eines Dienstags reichte es ihm. Er erschien einfach nicht mehr auf der Uni, war fortan aus dieser Branche verschwunden und verdingte sich als Friseur. Nicht sehr originell, nicht kunst- oder fanatsievoll, auch nicht sehr bewundert, aber doch.

Ver-rückt dieser Typ, nicht wahr!?
Was mag den wohl, wer oder was mag diese drei wohl geritten haben, ihre Talente, ihre Bestimmung, ihr gutes Leben so sehr wegzuwerfen?
Ich weiß es nicht!

Doch ich weiß auch nicht, was uns Menschen reitet unsere so wunderbaren Paradiesleben nicht auszuleben, unsere Ur- Sehnsüchte nach einem Paradiesleben so sehr zu verschütten und zu missachten. Tief drinnen wissend, wie sehr wir uns damit schaden, wie sehr wir damit unsere Leben verkürzen. Wissend, uns Karies, Krebse, Allergien, Arthrosen und 1000 andere Krankheiten einzuhandeln. Wissend, dass wir mit dieser Art zu leben immer gestresster, ausgebrannter, oberflächlicher, langweiliger, gleichförmiger und unglücklicher werden …

Tja, ich weiß es echt nicht. Aber es ist so!
So ver-rückt! ;-)

 

 

 


Stell Dir vor, Willi …

27. Oktober 2014

Splash… den Hirlinger Hans hats mit seinem Traktor gestern die steile Böschung, weißt eh, da hinten in der Langen Lüssen, runterüberschlagen!
“Das ist ja schrecklich! Konnte ihm eh geholfen werden?”
“Jaja, die Fiedler Mitzi hat ihm eh sofort einen Tee gebracht!”
“Einen Tee!? Naja, und sonst …” war ich verblüfft.
“Nein, nein, alles in Ordung. Der Ernstl, weißt eh, der da so lang in Indien war, hat ihm so Mantras vorgesunden und die Helga hat sofort mit ihrer Räucherei, für die sie ja bekannt ist, angefangen.”
“Ja aber …” stotterte ich, wurde aber sofort wieder begeistert unterbrochen:
“Ah ja, der Toni hat sich dann eh auch noch runterlassen zu ihm und hat ein selfi von ihnen beiden gemacht.”
“Also ich versteh überhaupt nix mehr! Hat ihn denn niemand raufgezogen oder zumindest den Traktor wieder aufgestellt bzw. ihn darunter hervorgezogen!?”
“Naaaaaa! Es is doch eh der Pfarrer auch kommen und hat ihn gesegnet …”
Da hab ich mich seeehr gewundert!

                                        —– ooOoo —–

“Stell Dir vor, Willi! Die Müller Evi liegt seit vorgestern in den Wehen!”
“Ja und hat’s denn keine Hebamme oder andere Hilfe?”
“Ach geeeeh! Der Schorsch hat ihr eh sofort an Schaps bracht und ihre Mutter hat ihr was Warmes angezogen.”
“Ja, aber haben’s ihr nicht das Kind irgendwie rausholen können!?”
“Du, die haben alles versucht! Der Herbert hat ihr die Fußreflexzonen massiert, die Gerti war da mit ihren Aromaölen, die Mariann hat ihr ganz wunderbar die Haar gebürstet. Also die ist bestens betreut. Das kann ich Dir sagen!”
“Ja aber, das Kind! Das gehört doch gedreht! Die kann man doch nicht tagelang in den Wehen liegen lassen!”
“Also besser betreut als die ist, gehts doch wirklich nimmer! Alle sitzens bei ihr! Sie hat Essen, Trinken, Unterhaltung, einfach alles!”
Da hab ich gar nix mehr verstanden und mich seeehr gewundert.

                                        —– ooOoo —–

“Stell Dir vor, Willi. Was ich für ein Pech gehabt hab!”
“Ohje, Du Armer!”
“Ja, stell Dir vor ich steig aus’m Auto, das fängt an zu rollen … Ich habs nimmer erwischt! Und donnert in den Weidlingbach!”
“Tragisch, – aber ‘Pech’!? …
Hast nicht die Handbremse angezogen?”
“Du ich fahr schon so lang. Immer unfallfrei! Und zu rollen hat er noch nie begonnen!”
“Aber angezogen hast sie nicht, oder?”
“Du, nie ist was passiert! Verstehst!? Nie!”
“Aber mit dem neuen jetzt, wirst ja hoffentlich vorsichtiger sein!”
“Du, 100 prozentig! Gleich beim Abholen vom Autohaus bin ich bei der Energetikerin unten am Marktplatz vorbeig’fahren. Die hat mir eine Aufstellung gemacht. Alles im grünen Bereich, sag ich Dir!”
“Aber die Handbremse hab ich gemeint …”
“Du ich hab dazugelernt! Ich hab mir auch sofort für den Autokauftag s’ Horoskop machen lassen von der neuen Kellnerin im ‘Goldenen Hirsch’. Das passt! Sowas passiert mir nimmer!”
Da hab ich mich seeehr gewundert!

                                        —– ooOoo —–

“Stell Dir vor, Willi. Jetzt hat mein Bruder auch noch Krebs.”
“Wieso ‘auch noch’, wer noch?”
“Na meine Mutter und mein Vater doch auch!”
“Echt!? Denen hats doch immer so gut g’schmeckt, das Bratl unds Zigarettl!”
“Ja gell! Das glaubt man gar nicht! Meinem Bruder ja auch! Und jetzt sind’s so ‘bedient’ alle drei!”
“Na und hast eh schon g’sprochen mit ihnen. Machens eh schon was dagegen? Sind’s eh schon gscheiter worden?”
“Jaja, da gibts gar nix! Bestens betreut werden die, alle drei! Sofort operiert, alle drei!
“Ja und sonst …? Ich mein’, die Ursachen erkannt und schon weggelassen!?”
“Na, na, brauchst Dich ned sorgen. Alles bestens! Natürlich auch eine ordentliche Chemotherapie, alle drei!”
“Ja und …” wollte ich auf den Erkrankungsgrund zurückkommen.
“Du, sogar der Gerhard, weißt eh der komische Heilpraktiker, gibt ihnen so homöopatische Kugerl wegen der Chemo- Übelkeit … Alles bestens!”
Da hat mich nix mehr gewundert!

                                        —– ooOoo —–

Tja! Ich kann’s ja fast nicht glauben, aber vielleicht ist es ja tatsächlich so, dass alles eine Ursache hat …. ;-)

 

 

 


Mal ein nettes Zitat

23. Oktober 2014

 

Es wohnt Genuss im dunklen Waldesgrüne,
Entzücken weilt auf unbetretner Düne,
Gesellschaft ist, wo alles menschenleer,
Musik im Wellenschlag am ewigen Meer,
Die Menschen lieb ich, die Natur noch mehr.

                                                      Lord Byron

 

 

 


Mal ein nettes Märchen

20. Oktober 2014

Ich möcht’ vorausschicken, dass ich leider nimmer weiß, wer mir das zugesandt hat, von wem es ist. Sollte ich also irgendwelche Urheberrechte durch die Veröffentlichung verletzen, bitte mich sofort zu kontaktieren! Aber es ist so süß, dass ich es unbedingt meinen Lesern gönnen möchte:

Märchen von einem, der auszog gesund zu werden

MärchenEs war einmal … So beginnen Märchen. Und dies ist ein Märchen. Denn Märchen gehen für die Helden immer gut aus. Das Leben schreibt andere Geschichten.

Es war einmal ein glückliches Paar. Zumindest war es meist glücklich, denn sogar im Märchen gibt es hin und wieder Fälle, in denen das verliebte Paar höchst unzufrieden mit- oder gar sehr ärgerlich aufeinander ist. Das macht aber nichts, denn so ein Paar lässt sich für gewöhnlich nicht durch ein paar kleine Widrigkeiten trennen (und im Märchen schon gar nicht!) – sie machen sie sogar stärker.

Eines Tages erkrankte der Mann. Er ging zum Arzt. Dieser führte verschiedene Untersuchungen durch und setzte schließlich eine gewichtige Miene auf; er schaute ein wenig mitfühlend und auch sehr wissend, denn er war ein studierter Mensch und kannte sich in seinem Metier sehr gut aus. Er wusste alles über diese Krankheit, was das Studium an einer angesehenen Universität ihm nur hatte beibringen können. Mit Fug und Recht konnte er von sich behaupten, er sei Experte auf dem Gebiet der menschlichen Gesundheit.

Mit seiner gewichtigen Miene setzte er nun zu einer Erklärung für seinen Patienten an: „Tja. Nun muss ich Ihnen leider die traurige Mitteilung machen, dass die Krankheit, die Sie befallen hat, unheilbar ist. Sie haben mir ja auch gesagt, dass schon andere Familienmitglieder vor Ihnen daran litten. Es ist ganz eindeutig so, dass Sie nur ein weiterer Fall in dieser Reihe sind. Sie werden lernen müssen, mit der Krankheit zu leben, denn sie wird Sie den Rest Ihres Lebens begleiten.“

Der Mann machte ein erschrockenes Gesicht. Aber eigentlich hatte er so etwas schon befürchtet. Trotzdem war es ein Schock, diese Nachricht direkt ins Gesicht gesagt zu bekommen!

Der Arzt lächelte milde; er wusste aus Erfahrung, dass die unwissenden Patienten anfangs immer geschockt reagierten. Sie wussten ja nicht, was er wusste; dass nämlich die Krankheit sehr gut in den Griff zu bekommen war. Es bedurfte lediglich der Einnahme einer bestimmten Medizin. Auch das würde fortan für den Mann ein Teil des Lebens sein – aber es war doch nur ein kleines Übel, das in Kauf zu nehmen sich lohnte. Denn immerhin konnte man dadurch beinahe so wie vor der Krankheit weiterleben!

Er klärte seinen Patienten also auf und dem Mann fiel ein Stein vom Herzen. Nur ein kleiner natürlich, denn er wusste auch etwas – zum Beispiel von vielen anderen Menschen mit derselben Krankheit, bei denen es nicht mehr reichte, die Medizin als Tablette einzunehmen. Irgendwann käme der Tag, an dem er würde beginnen müssen, sich Spritzen zu geben.

Er sprach den Arzt darauf an. Da dieser ein sehr ehrlicher Mensch war, der sein Gegenüber nicht im Unklaren lassen wollte, gab er zu, dass er nicht dafür garantieren könne, dass es nicht so käme und auch noch, dass er nicht sagen könne, wieviel Zeit bis dahin vergehen würde.

Der Mann fügte sich also in sein Schicksal. Was blieb ihm auch anderes übrig?

Seufzend erhob sich von dem bequemen Stuhl, in dem er das Gespräch mit dem Arzt geführt hatte. Er schüttelte dem Mediziner die Hand und bedankte sich. Für einen kurzen, einen sehr kurzen Moment, schoss ihm die Frage durch den Kopf, wofür er sich eigentlich bedankte. Doch der Gedanke war sofort wieder verloren, denn im selben Augenblick sagte der Arzt: „Meine Helferin wird Ihnen noch ein Rezept ausschreiben. Halten Sie sich peinlich genau an die Einnahmeempfehlung! Dann wird es Ihnen gut gehen und Sie können unbeschwert weiterleben.“ Er lächelte zur Verabschiedung und nahm sich vom Tisch seiner Helferin die nächste Krankenakte, um zu sehen, wem er als nächstes helfen konnte.

Sehr traurig ging der Mann nach Hause, wo die Frau, die den Mann – wir erinnern uns an den Beginn des Märchens – ja sehr liebte (denn das musste sie, sonst wäre sie nicht glücklich mit ihm gewesen), sehr bang wartete.

Sie getraute sich nicht nachzufragen, aber das war auch nicht nötig, denn das Gesicht ihres Mannes sprach Bände. Das Herz wurde ihr schwer vor Kummer, denn auch sie wusste etwas über die Krankheit, die ihr Mann schon vermutet hatte, bevor er zum Arzt gegangen war. Die Krankheit würde nicht die einzige bleiben. Viele schlimme Folgen würde sie noch haben, und die Medizinforschung würde dafür sorgen, dass er ein langes Leben, erfüllt mit Krankheit und Medikamenten, haben würde.

Die Frau wurde noch trauriger als der Mann, denn die Frau wusste noch mehr. Doch ihr war klar, dass ihr Mann ihr niemals zuhören würde, wenn sie versuchte, dieses Wissen mit ihm zu teilen. Ganz zu schweigen davon, ob er überhaupt die Möglichkeit in Betracht ziehen würde, dass die Frau mit ihrem Wissen recht haben könnte, und gar nicht zu reden davon, ob er dieser Möglichkeit eine Chance geben würde!

Die Frau war tieftraurig und wusste sich nicht zu helfen, denn sie wollte keinen Streit mit ihrem Mann. Doch ihre Meinungen in dieser Sache waren ganz und gar gegensätzlich, und es würde es auf einen Streit hinauslaufen.

Dann, nachdem die Frau eine lange Zeit innerlich sehr gelitten hatte, kam ihr ein Einfall.

Sie sprach zu ihrem Mann: „Wenn dir ein Mensch begegnete, der dir glaubhaft versicherte, dass es einen Weg gäbe, die Krankheit zu heilen, der dir sagte, dass es ganz einfach sei, dass du nur ein Pulver kaufen müsstest, das du drei Monate lang dreimal täglich in Wasser auflösen und trinken müsstest, dass du nichts weiter zu tun hättest, dass die Wirkung des Mittels in vielen wissenschaftlichen Studien bewiesen worden wäre und dass die Krankenkasse alle Kosten übernähme – würdest du dem Pulver eine Chance geben …?“

Der Mann dachte nur kurz darüber nach. Diese Möglichkeit hörte sich mehr als verlockend an. Wer würde da nicht sofort zugreifen? Wenn medizinische Forscher solch ein Mittel entdeckt und erforscht hätten, wenn sie Studien zu seiner Wirksamkeit gemacht hätten, wenn es sogar die Krankenkasse überzeugt hätte und sie die Kosten übernähme – warum sollte man es dann nicht probieren?
Er nickte und antwortete: „Ja, natürlich, warum nicht? Ich wäre froh, wieder ohne die Krankheit leben zu können! Ist ein neues Mittel entwickelt worden?“
Die Frau bekam ein trauriges Gesicht. „Nein“, gestand sie. „Es ist kein neues Mittel entwickelt worden.“
„Warum sagst du dann so etwas und machst mir Hoffnung?“, forderte der Mann zu erfahren.

„Ich habe noch eine Frage an dich“, entgegnete die Frau statt einer Antwort. „Wenn dir ein Mensch begegnete, der dir glaubhaft versicherte, dass es einen Weg gäbe, die Krankheit zu heilen, der dir sagte, dass es ganz einfach sei, dass du nur anfangen müsstest, dich anders zu ernähren, dass dir viele neue Wege des Genusses offen stünden, und dass du eine ganz neue Welt des Geschmacks kennenlernen würdest, der dir dazu sagen würde, dass du auf bestimmte Dinge, die dir lieb geworden sind, an die du dich gewöhnt hast und die du nicht gerne aufgeben würdest, zwar verzichten müsstest, dass du aber nach einer gewissen Zeit wieder völlig beschwerdefrei sein würdest, die Krankheit nicht länger dein Leben bestimmen würde und sie es nie wieder tun würde, vorausgesetzt, du bliebest bei dieser Ernährung, wenn er dir dazu auch noch riete, ein wenig mehr Sport zu treiben und er dir von den vielen Menschen berichtete, denen dieser Weg bereits geholfen hat, viele, viele Krankheiten, nicht nur die, die dich plagt, zu besiegen – würdest du diesem Menschen … Gehör schenken?“

Sie blickte ihn mit Tränen in den Augen an und konnte an seinem Gesicht ablesen, wie es in ihm arbeitete. Er dachte sehr lange nach und sprach kein Wort. Dann wandte er sich ab und ging davon.

Die Frau blieb allein zurück und war nun noch unglücklicher. Sie hatte geahnt, dass auch dieser Weg der falsche sein würde, ihren Mann, für den sie sich nichts sehnlicher wünschte, als dass die Krankheit von ihm ablassen würde, dazu zu bringen, von dieser Möglichkeit, an die sie fest glaubte, zu überzeugen. Zuvor hatte sie ihm bereits ein kleines, fast unscheinbares Büchlein geschenkt, in welchem lauter simple Dinge standen, die doch eigentlich jedem Menschen klar sein sollten. Doch gab es in der Zeit, da das Paar lebte, nicht mehr viele Menschen, denen diese Dinge klar waren, weil sie ihnen aberzogen worden waren. Die allermeisten Menschen dachten über solche Dinge nicht mehr nach. Sie ließen das Nachdenken über ihren Körper und ihre Ernährung von anderen erledigen, damit sie den Kopf frei und mehr Zeit für die schönen Dinge des Lebens hatten, für die Vergnügen, denen sie nachgingen.

Die Frau ging in ihr Zimmer, setzte sich an den Tisch, nahm sich ein Blatt Papier und eine Schreibfeder. Mit ordentlichen, schön geschwungenen Buchstaben fing sie an eine Geschichte zu schreiben. Ihr nehmt nun – völlig zurecht – an, dass das Märchen hier zu Ende sei und wollt Euch beschweren. Denn Märchen gehen ja immer gut aus, nicht wahr?

Nun, das wäre kein Märchen, wenn es schlecht ausginge oder auch nur unbefriedigend für einen der beiden doch irgendwie ein bisschen netten Helden. Und schließlich lieben sie sich ja auch so sehr und der Liebe sollte doch nichts im Weg stehen, wenn schon die Helden selber vielleicht in der Geschichte eher blass bleiben. Gut, ich will Euch das Happy End nicht vorenthalten:

Einige Stunden später tat der Frau vom vielen Schreiben die Hand weh. Sie wollte in den Garten gehen, um sich im Liegestuhl zu entspannen, wollte die friedliche, duftende und summende Natur um sie herum das Ihre tun lassen, um die Traurigkeit dieses Tages von ihr zu nehmen. Als sie die Tür öffnete und nach draußen trat, erblickte sie dort in dem Liegestuhl neben dem ihren – ihren Mann. Er hielt ein kleines Büchlein in der Hand, und sie bemerkte, dass er es fast durchgelesen hatte. Ein kleines Lächeln huschte über ihr Gesicht. Ihr Mann blickte auf und wurde ihrer gewahr. Auch er lächelte ein wenig, wenngleich in diesem Lächeln außer Zuversicht auch ein wenig Skepsis lag.
„Denkst du, es kann schaden es auszuprobieren?“, fragte er leise. Die Frau schüttelte vehement den Kopf. „Dann zeig mir, wie es geht. Und hilf mir. Bitte.“

 

 

 


Eine einfache Frage

16. Oktober 2014

ahaWeiß ein Schrotthändler vielleicht wie man unfallfrei Auto fährt, nur weil er zahllose Unfall- Wracks bekommt?

Weiß ein Müllmann, der täglich zig Kilogramm Altbrot entsorgt, wie man gutes Brot bäckt?

Weiß eine vielleicht noch so tüchtige Pediküre etwas über die Funktion des Perionychiums?

Wissen Apotheker, die Unmengen an Medikamenten verkaufen deshalb mehr über den Lebenswandel ihrer Kunden?

Warum also sollten gerade Ärzte die ausschließlich mit Krankheiten und Kranken befasst sind, etwas über Gesundheit wissen!? …. ;-)

 

 

 


Teile und herrsche (2)

13. Oktober 2014

Nicht nur, wie wir im ersten Teil von ‘Teile und herrsche’ gesehen haben, die vorgeblichen Hilfs- Angebote werden in hauchfeinen ‘Salami- Scheibchen’ und in einer unüberschaubaren und verwirrenden Vielzahl angeboten.
Nicht nur, dass so die Menschen dumm gehalten werden. Nein, diese Medaille hat auch eine zweite Seite!
Witziger Weise wollen die Menschen selber es so.
Denn die Menschen wollen viel und verstehen wenig!

DiplomJedermensch ist stolz auf seine vielen Kurse, Ausbildungen, Diplome. Jeder will möglichst viel ‘vorweisen’ können. Es geht eher – na klar wir haben ja auch schon von klein an, alle Mathematik! – um die Vielzahl, als um die Qualität, als um umfassendes Wissen.
Früher gab es noch den Ausdruck, dass jemand ‘bauernschlau’ oder ‘tüchtig’ sei. Das waren Menschen, die nicht eben brillierten in irgendwelchen Schulfächern, sondern einfach dem Leben gewachsen waren, die sich in jeder Situation zurechtfanden.
Soetwas ist im heutigen Spezialistentum überhaupt kein Thema mehr. Heute zählen Noten, Weiterbildungen, Notendurchschnitte, Titel, Spezialwissen …
Soviel zum Viel- Wollen.

Dass die Menschen dazu auch noch wenig verstehen ist ebenfalls evident und hausgemacht.
Einerseits gibt es diese Ganzheits- Tüchtigkeit als Vorbild nicht mehr. Andererseits werden wir von klein an auf Einzelsegmente, auf Einzelgegenstände konditioniert.
Wie sollte da jemand viel, im Sinne von ganzheitlich, verstehen!?
Alles was ist, was wahrnehmbar ist, wird sofort zerteilt, segmentiert, filetiert …

Durch dieses Viel- Wollen und Wenig- Verstehen werden natürlich auch lieber derartig schmalbandige Weiterbildungen, Informationen und Themen angenommen und damit angeboten.
Das ist offensichtlich unser Weg in die Spezialisierung in der wir immer mehr über immer weniger wissen, bis wir von nichts alles wissen, aber vor allem, vom großen Umfassenden keinen Schimmer mehr haben.
Genau da sind wir bereits mehr oder weniger angekommen!

Das Haus, das früher ein Bauer sich in Eigenregie gebaut hat, errichten heute Heere von Spezialisten!
Was früher ein Klassenlehrer vermittelte besorgt heute eine Vielzahl an Fachlehrern.
Was der alte Dorfarzt mit einem Blick erkannte braucht heute eine Stafette von Fachärzten und high tech- Geräten.
Geld das man früher mit Hausverstand angelegt hat, wird heute von Finanzexperten verwaltet – und in den Sand gesetzt.
Erfahrungen über die man sich früher austauschte werden heute teuer in Schmalband- Seminaren verkauft.

Wer in dieser Entwicklung einen Vorteil sieht, wer sich gern auf sein Schmalgebiet reduzieren lässt, hat heute die genau ‘richtige Zeit’ erwischt und bezahlt teuer dafür.

Wem das Spezialistentum weniger gefällt, wer sich gerne in verschiedensten Disziplinen erlebt, wer gerne vielfältige Erfahrungen macht und die ganze Erfahrungsbreite und Lebensfülle auskosten möchte sollte das umgehend tun! Es ist wunderbar! :-)

 

 

 


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