Wenn sie am Tage des Todes
Wenn sie am Tage des Todes
tief in die Erde mich senken.
Weine; oh weine um mich nicht,
rufe nicht „Trauer, weh, Trauer“
Hast du das Sinken gesehen,
sieh auch das Auferstehen!
Schadet es denn wenn die Sterne,
Sonne und Mond untergehen?
Scheinen sie dir auch zu sinken;
ist es doch wahrhaft ein Aufgang;
Fiel je ein Korn in die Erde,
das sich nicht köstlich entfaltet?
Glaubst du denn, das sich das Korn,
das die Menschen sind anders gestaltet?
Jeglichen Eimer der sinket,
hebst du gefüllt aus der Quelle.
(Dschalal ad-Din ar-Rumi verkürzt von payoli)

Ein sehr schöner Spruch, der bestätigt, was auch ich unter “Auferstehung” verstehe, nämlich nicht Auferstehung “desselben” Menschen, sondern ein neuer (Geburt).
So funktioniert die Natur, wie uns ja täglich vor Augen geführt wird.
Und der Mensch ist Teil der Natur, daher ist auch das was die Bibel verkündet, in “meinen” Augen widersprüchlich und nicht glaubhaft.
Vielen Dank für Deine Sicht!
Ich hatte schon ‘etwas Bauchweh’ als ich das Gedicht hier reinstellte, denn was es absolut nicht sollte, ist: Auf ein anderes, späteres Leben vertrösten und diesen möglichen Himmel hier zu übersehen.