Sexueller Missbrauch (2)

17. März 2010

(Ergänzung, aus leider gegebenem Anlass, zu Teil 1)

Was genau ist ‚Sexueller Missbrauch’?

a) ‚Sexuell’ = geschlechtlich. Das dürfte klar sein.

b) ‚Missbrauch’ bedeutet ein Vertrauensverhältnis oder eine Machtposition für Täter- Interessen und Bedürfnisse, gegen die Interessen und Bedürfnisse des Opfers, zu missbrauchen.
Soweit, ebenfalls klar.

Doch was nun genau macht sexuellen Missbrauch so schlimm?
Was macht sexuellen Missbrauch so interessant, dass die Aufdeckung von Missbrauchsfällen alle Medien- Charts stürmt und Quoten explodieren lässt?

Wenn ein Baby seinen Brei ausspuckt und die Mutter kratzt ihn mit dem Löffel zusammen und schiebt ihn ihm wieder und wieder in den Mund, solange bis der Widerstand erlahmt. Das erfüllt nicht die obigen Kriterien des Missbrauchs?

Wenn Kinder mit unendlichem Bewegungsdrang in der Schule, im Kindergarten zum Stillsitzen gebracht werden, durch autoritären Druck und Missbrauch der Kindesliebe zu Tante oder Lehrerin. Das ist kein Missbrauch?

Wenn Kinderlachen und Sonnenschein hinauslocken, das Kind aber, gegen seinen Willen drinnen bei seinen Hausaufgaben sitzen muss. Das ist auch kein Missbrauch?

Wenn Kinder brüllen wie am Spieß, wenn ihnen die Haare geschnitten oder gewaschen werden. Das muss wirklich sein? Gegen das Bedürfnis des Kindes?

Brüllen die Kinder mit der Täterhand auf dem Oberschenkel ebenso wie beim Haarewaschen? Dauert so eine Missbrauchs- Tat auch so unerträglich lange wie ein Schulvormittag? Der erzieherische Liebesentzug einer geliebten Person schmerzt und verletzt das Kinderherz weniger als das ‚Liebes- Zuviels’ des Täters?

Und warum interessieren diese unzähligen alltäglichen Missbrauchsfälle absolut niemanden? Warum stürzen alle sich nur mit Gier und Geifer auf die Fälle des Sexuellen Missbrauchs?

Weil alles in sich verwoben ist. Weil vermutlich die ganze Gesellschaft nicht weniger krank ist, als die sexuellen Missbraucher!

Weil unsere kranken Gesellschaftskonventionen lächerliche Unterschiede machen zwischen Geschlecht und anderen Körperteilen.
Weil tabu ist, dass tabugestaute Bedürfnisse sich Bahn brechen.
Weil interessant, geil und spannend ist, wenn andere dessen überführt werden, was auch unsere heimlichen, verleugneten Begierden sind.

Liebe Leute, guckt doch genau hin!
Legen wir doch ab, diesen unerträglich verlogenen Umgang mit Sex!
Achten wir doch die Integrität und Bedürfnisse all unserer Mitwesen! Hören wir auf mit dieser verlogenen Ungleichbehandlung!

Es kann doch nicht sein, dass Soldaten mit Steuergeld geschult werden im Töten von Menschen und daneben ist es das schlimmste aller Verbrechen, wenn ein Pfarrer mit unerträglichem Überdruck sich zur Berührung eines Mitwesens hinreißen lässt.
Es kann doch nicht sein, dass das Inhaftieren und ermorden unschuldiger Wesen in Legebatterien und Ställen in Ordnung ist, ja sogar gut bezahlt wird, während eine Berührung z.B. am Arbeitsplatz bereits ein Übergriff ist.

Unser einziges Kriterium muss sein: Will/ erlaubt ein Mitwesen unsere Aktivitäten oder nicht. Alle Unterscheidungen zwischen Schwanz, Nase, Ohr und Möse sind künstliche, kranke Uralt- Relikte noch kränkerer Kleriker und Herrscher.

Wir alle sind wunderbare Wesen, alles an uns ist wunderbar. Wir achten einander und erfreuen uns an dem was uns freiwillig geschenkt wird.

paradiesen wir doch in diesem Sinne unsere Leben …