Der dümmste Typ …

20. März 2010

kann einen Käfer zertreten, doch nicht alle Wissenschafter der Welt können ihn wieder lebendig machen.
Dieses geniale, auch heute noch gültige, Schopenhauer- Zitat verdeutlicht mit seiner kompromisslosen Wahrheit nicht nur, wie wenig die von ihr und uns gerne überschätzte Wissenschaft eigentlich zusammenbringt, sondern könnte auch Menschen, die gerne etwas genauer nachdenken, verdeutlichen, WIE wunderbar und wertvoll (unser) Leben ist.
Wenn mensch das erst einmal begriffen hat, sehen rauchende, saufende oder völlernde Sprücheklopfer a la „Lieber wenige schöne Jahre, als viele karge.“ nicht nur alt, sondern ziemlich dämlich aus.

Zu unserem eher läppischen ‚Können’ sollte man sich einmal verdeutlichen, dass wir bzw. unsere Wissenschafter noch nichteinmal den kleinsten und ‚simpelsten’ Baustein des Lebens, die Zelle auch nur annähernd verstehen, geschweige denn reparieren oder gar herstellen können. Im Gegenteil, je mehr geforscht wird, desto unverständlicher und komplexer erscheint uns dieser Grundbaustein; dzt. wird die Komplexität einer Zelle gerne mit der einer Großstadt verglichen …

Dieses Wunder ‚Leben‘, diese Lebendigkeit, die erst das Leben zum Leben macht, drängen wir in unserer Zivilisation immer weiter zurück.
Wir vertoden sozusagen unsere Welt und unsere Leben.
Völlig analog zum zertretenen Käfer bewegen wir uns praktisch immer nur weg vom Leben, können wir nur töten, entfernen, vernichten, vereinheitlichen, ruhigstellen, also verunlebendigen. Nie schaffen wir neue Leben und nur sehr selten neue Lebendigkeiten:
Was Ärzte ‚Behandlung‘ nennen ist immer nur ein Entfernen, Vergiften, Unterdrücken. Immer noch und ausschließlich das Leben lässt uns wieder genesen, wieder leben, wieder heilen.
Was wir in der Kulinarik ‚Zubereiten‘ nennen entwertet und tötet immer nur Lebendiges.
Was wir Rationalisierung nennen nimmt uns strotzende Körperkraft und Vitalität.
Die Lebendigkeit an Sozial- und Körperkontakten die z.B. in Primatengruppen noch essentieller Teil des Lebens ist, haben wir zur völligen Vereinsamung und Körperfeindlichkeit reduziert. Selbst die läppischten Lebendigkeitsreste meiner Jugend, die Raufereien, Jugendstreiche, das Betatschen der Mädchen wird heute abgemahnt, wenn nicht sogar angeklagt.
Die Lebendigkeit unseres Denkens haben wir von wunderbarer Unzielgerichtetheit und einem Offensein a la ‚Es ist wie es ist‘ zu einem streng zielgerichteten, stinklangweiligen, eindimmensionalen Ergebniserreichungs- tool todstrategisiert.

So nett es sein kann ein lebendiges Käferchen zu beobachten wie es herumstolpert und seine Abenteuer besteht, so wunderbar ist es, selber spontan und lebendig zu sein, herumzutollen, geschehen zu lassen, Blödsinn zu machen, neugierig zu sein, sich von der Vielfalt und Fülle des Lebens hochheben zu lassen, sich wieder spüren.
Allerdings unter der Prämisse, der NATÜRLICHEN Verlebendigung. Denn nur in der Natur wird in Fülle geschenkt. Die Zivilisations- Fülle muss teuer mit Leib und Leben bezahlt werden. Zum einen durch unsere eindimmensionalen Büro- und Fabrikshallen- Stunden, um uns neue Buntheit und Abwechslung leisten zu können, andererseits durch die Lebendigkeits- Verarmung in die wir mit unserer Konsumsucht andere Menschen, meist Minderentlohnte, zwingen.
Deshalb:

paradise your life!