Der dümmste Typ …

kann einen Käfer zertreten, doch nicht alle Wissenschafter der Welt können ihn wieder lebendig machen.
Dieses geniale, auch heute noch gültige, Schopenhauer- Zitat verdeutlicht mit seiner kompromisslosen Wahrheit nicht nur, wie wenig die von ihr und uns gerne überschätzte Wissenschaft eigentlich zusammenbringt, sondern könnte auch Menschen, die gerne etwas genauer nachdenken, verdeutlichen, WIE wunderbar und wertvoll (unser) Leben ist.
Wenn mensch das erst einmal begriffen hat, sehen rauchende, saufende oder völlernde Sprücheklopfer a la „Lieber wenige schöne Jahre, als viele karge.“ nicht nur alt, sondern ziemlich dämlich aus.

Zu unserem eher läppischen ‚Können’ sollte man sich einmal verdeutlichen, dass wir bzw. unsere Wissenschafter noch nichteinmal den kleinsten und ‚simpelsten’ Baustein des Lebens, die Zelle auch nur annähernd verstehen, geschweige denn reparieren oder gar herstellen können. Im Gegenteil, je mehr geforscht wird, desto unverständlicher und komplexer erscheint uns dieser Grundbaustein; dzt. wird die Komplexität einer Zelle gerne mit der einer Großstadt verglichen …

Dieses Wunder ‚Leben‘, diese Lebendigkeit, die erst das Leben zum Leben macht, drängen wir in unserer Zivilisation immer weiter zurück.
Wir vertoden sozusagen unsere Welt und unsere Leben.
Völlig analog zum zertretenen Käfer bewegen wir uns praktisch immer nur weg vom Leben, können wir nur töten, entfernen, vernichten, vereinheitlichen, ruhigstellen, also verunlebendigen. Nie schaffen wir neue Leben und nur sehr selten neue Lebendigkeiten:
Was Ärzte ‚Behandlung‘ nennen ist immer nur ein Entfernen, Vergiften, Unterdrücken. Immer noch und ausschließlich das Leben lässt uns wieder genesen, wieder leben, wieder heilen.
Was wir in der Kulinarik ‚Zubereiten‘ nennen entwertet und tötet immer nur Lebendiges.
Was wir Rationalisierung nennen nimmt uns strotzende Körperkraft und Vitalität.
Die Lebendigkeit an Sozial- und Körperkontakten die z.B. in Primatengruppen noch essentieller Teil des Lebens ist, haben wir zur völligen Vereinsamung und Körperfeindlichkeit reduziert. Selbst die läppischten Lebendigkeitsreste meiner Jugend, die Raufereien, Jugendstreiche, das Betatschen der Mädchen wird heute abgemahnt, wenn nicht sogar angeklagt.
Die Lebendigkeit unseres Denkens haben wir von wunderbarer Unzielgerichtetheit und einem Offensein a la ‚Es ist wie es ist‘ zu einem streng zielgerichteten, stinklangweiligen, eindimmensionalen Ergebniserreichungs- tool todstrategisiert.

So nett es sein kann ein lebendiges Käferchen zu beobachten wie es herumstolpert und seine Abenteuer besteht, so wunderbar ist es, selber spontan und lebendig zu sein, herumzutollen, geschehen zu lassen, Blödsinn zu machen, neugierig zu sein, sich von der Vielfalt und Fülle des Lebens hochheben zu lassen, sich wieder spüren.
Allerdings unter der Prämisse, der NATÜRLICHEN Verlebendigung. Denn nur in der Natur wird in Fülle geschenkt. Die Zivilisations- Fülle muss teuer mit Leib und Leben bezahlt werden. Zum einen durch unsere eindimmensionalen Büro- und Fabrikshallen- Stunden, um uns neue Buntheit und Abwechslung leisten zu können, andererseits durch die Lebendigkeits- Verarmung in die wir mit unserer Konsumsucht andere Menschen, meist Minderentlohnte, zwingen.
Deshalb:

paradise your life!

 

14 Responses to Der dümmste Typ …

  1. rheinlaenderinlondon sagt:

    Schon lange nicht mehr Stand der Technik: DNA kann synthetisch hergestellt werden, man versteht immer ueber das Mapping von DNA-Sequenzen in konkrete Proteine und damit in das Funktionieren der Zelle. Man ist in der Lage Erbsequenzen von Bakterien vollstaendig auszutauschen und diese dann wieder zu „starten“ – der „Reboot“ der Bakterien-„Software“ wird verwendet. Leute wie Craig Venter versuchen dies zu Markreife zu fuehren.

    Wann also ein komplexes Lebenwesen aus dem Genome, z.B. in einer Datenbank, synthetisch hergestellt werden kann, ist eine Frage der Zeit und nicht mehr des Prinzips.

    • payoli sagt:

      DNS!!! [prust, ablach]
      Also bitte! Guck doch bitte mal genau hin, Schatzerl!
      Den Unterschied zwischen Lebendigkeit und der DNS möchte ich Klavier spielen können … 😉
      Und Dein Zukunftshoffen sei Dir unbenommen. Nur, ich hab als Jugendlicher die Technik- und Fortschritts- Versprechungen div. populärwissenschaftlicher Journale verschlungen und absolut nichts davon ist bis heute Wirklichkeit geworden.
      In den 1960- und 70er- Jahren hab ich hautnah die Computer- Euphorie miterlebt, in der wir alle überzeugt waren, dass Expertsysteme und künstliche Intelligenzen uns bald ersetzen würden. Absolut nichts davon ist passiert! Ja, die Komplexität schwachsinnigster Computerspiele und die Internet- Porno- Zugriffe sind explodiert …

      • rheinlaenderinlondon sagt:

        Die DNA ist nicht „das“ Leben, aber der Bauplan fuer Leben. Mit der Beherrschung des Codes der DNA und Moeglichkeit diese zu synthesieren ist „Leben“ eben machbar.

        Am Rande: Das eigentliche Problem bei der Analyse lebender Strukturen ist deren Komplexitaet. Die einzige Moeglichkeit diese in den Griff zu bekommen sind Computer. Es gibt einen ganzen neuen Bereich der Wissenschaft hier: Die Bioinformatik – mal eine Insitution (ich habe fuer die mal etwas Software geschrieben): http://www.ebi.ac.uk

        • payoli sagt:

          ‚Die DNA ist’ genauso wenig ‚der Bauplan fuer Leben’, wie das Atom der kleinste Teil der Materie war und lächerliche Papp- Schnabelmasken vor Pest schützten!

          Oder ‚..die einzige Möglichkeit …! Wenn ich das nur schon höre! Das ist die einzige Möglichkeit, die wir JETZT sehen; mein Lieber! Kaum werden wir diese Computer haben, werden wir das nächste Problem sehen. Sobald wir dieses gelöst haben, wird das nächste Problem sichtbar werden, und dann wieder das nächste und so on …
          Das verhält sich wie der Horizont; je näher Du ihm kommst, desto weiter rückt er weg 🙂

        • rheinlaenderinlondon sagt:

          Der Vergleich des mittelalterlichen Aberglaubens mit moderner Wissenschaft hinkt. Es gab naemlich im 16. und 17. Jahrhundert eine grundsaetzliche Revolution im Denken Europas: Die Wiederentdeckung der Wissenschaftlichen Methode, auch nach Sir Francis Bacon die „Baconian Method“ genannt.

          Zur DNA: Die DNA verschluesselt die Struktur der Proteine – und in letzter Instanz ist es diese Interaktion von Proteinen, die einen lebenden Organismus zu einem solchen macht.

          Das menschl. Genome ist etwa 750 MB – das ist das, was einen Menschen zu einem Menschen macht (passt komprimiert bequem auf eine CD). Was Dich (oder mich) von jedem anderen Menschen unterscheidet bei der Geburt sind etwa 10MB, rund ein mp3-File mit etwas Lala.

          Die Frage wann wir aus dem Inhalt eines solchen Datenfiles hoehere Lebewesen bauen koennen, ist eine Frage der Zeit. Bei Bakterien funktioniert es schon.

          Nun, warum Computer? Die PDB (Protein Database) enthaelt z.Zt. etwas weniger als 40’000 einzelne Proteine, einige sind sehr klein, andere, z.B. Virushuellen, enthalten 1 Mio. Atome und mehr. Diese koennen fast beliebig interagieren – solche Datenmengen sind Computer nicht zu bewaeltigen.

          Wenn wir (noch) besser verstehen, wie diese Proteine interagieren koennen wir diese dann mit etwas Geschick selber zur Datenverarbeitung benutzen.

          Das ist zwar alles sehr kompliziert, aber es ist am Ende nur Mathematik und Chemie dahinter.

          Zum Horizont: Es verhalt sich eher, wie Newton bemerkte: „Standing on the shoulders of giants“ – jeder Schritt erweitert das menschliche Wissen und die Moeglichkeiten des Menschen die Natur nach seinem Gustus zu benutzen. Das schliesst langfristig die Veraenderung seiner eigenen Natur und Biologie ein.

        • payoli sagt:

          Der Vergleich hinkt nicht. Denn die Anti- Pest- Maßnahmen des Mittelalters waren damals genauso Stand des aktuellen Wissens, Stand der Wissenschaft, wie unser heutiger Unsinn.
          Woher willst Du denn wissen, dass nicht morgen eine ähnliche ‚Revolution’ stattfindet die alles Heutige über den Haufen wirft?
          Die Quantenmechanik z.B. ist m.W. immer noch nicht in allen Arbeiten berücksichtigt.

          Was erzählst Du mir denn jetzt von 750MB DNS? Ich hab’s Dir doch schon gesagt: JETZT sieht es aus, als wär in der DNS all unser Sein drinnen.
          Kannst drauf warten, bis das ähnlich überholt ist, wie ‚das Atom ist der kleinste Baustein’.

          Du schaust und hoffst immer nur nach vorne. Guck doch bitte mal zurück! Nicht eine Errungenschaft hat uns zum Vorteil gereicht!

  2. rheinlaenderinlondon sagt:

    Nun, es ist mehr als schwer mit jemanden zu diskutieren ueber Wissenschaft und Erkenntnismethoden, dem die Revolution durch die Wiederentdeckung der Wissenschaftlichen Methode im 16. und 17. Jahrhundert nicht bewusst ist oder dem diese unbekannt ist.

    Die „Wissenschaft“ des Mittelalter zeichnete dadurch aus, dass sie einen theologisch-scholastische Beweissfuehrung oder ein Zitat des Aristoteles mehr Gewicht zugestand als jeder objektiven Beobachtung. Es war das Verdienst Galileos die empirische Methode und die mathematische Beschreibung als einzige Methoden der Erkenntnisgewinnung anzuwenden und das Verdienst Sir Francis Bacon dies philosophisch zu untermauern.

    Diese Methode ist das Fundament auf dem unsere Zivilisation steht.

    Wenn ich zurueckschaue, sehe ich historische Gesellschaften, in denen wohl ein moderner Hund nicht leben mag. Ich sehe Elend, Krankheit, Hunger, Brutalitaet und Kriege.

    Unsere Gesellschaft ist nicht ideal, aber besser als alle historischen Vorgaenger.

    • payoli sagt:

      a) Ich will nicht ‚ diskutieren ueber Wissenschaft und Erkenntnismethoden’! Ich habe etwas anzubieten, das es sonst nirgendwo gibt. Wer es probieren will, hat alle Unterstützung. Wer sich von seinen aufgepfropften Denkmodellen nicht freimachen kann, bleibt eben wo er ist. That’s it!

      b) Ja klar gab es immer wieder gesellschaftliche Quantensprünge; die bestreitet doch niemand. Die Frage ist doch nur ob deren Früchte genießbar oder giftig sind.

      c) Dass Du Deinen Fokus immer nur auf Negatives richtest hab ich Dir schon gesagt. Diesmal sind es eben historisches ‚Elend, Krankheit, Hunger, Brutalitaet und Kriege’. Einerseits gab es zu dieser Zeit aber auch angenehmen Langmut, Müßiggang, viel unverbrauchte Natur, Familienleben, Geselligkeit, etc., andererseits hast Du natürlich Recht. Diese Zeit war tatsächlich unser absoluter Tiefpunkt; guck Dir dazu die Wannenkurve an: https://payoli.wordpress.com/2010/02/25/absturz-der-lebenserwartung/

      d) Wenn Du meinst, dass es heute besser ist als zu ‚Paradies- Zeiten’ frag ich mich, warum dann alle Arbeitenden sich auf die läppischen 14 Tage Urlaub im Jahr freuen, die sie sich genau so gestalten wie wir in Paradieszeiten lebten und wie ich es fast täglich habe 😉
      Zudem bist Du jetzt scheinbar grade auf der Gewinner- Seite. Hättest Du neben Tschernobyl, Hiroschima oder Chinas Drei-Schluchten- Projekt gelebt oder müsstest in Südafrika unter Lebensgefahr für unsere feinen Damen Diamanten aus dem Dreck holen, in Kolumbien Deine Kinder unter dem Gift der Sprühflugzeuge sterben sehen oder auch nur in einer dieser Fabrikshallen malochen, in denen unsere PCs gefertigt werden, würdest Du vermutlich anders reden …

      Schau, lieber Londoner,
      siehs doch mal positiv. Ich will niemanden missionieren. Du kannst hier reich beschenkt werden, wenn Du es zulässt.
      Ungläubige Verschlossenheit und rechthaberische Opposition aber kostet uns beide bloß Energie. Nimm es an, mach den reality- check oder lass es bleiben, was ja auch ok, und vielleicht Dein Weg, ist.
      Ciao
      payoli

      • Jerry sagt:

        >>>
        Schau, lieber Londoner, siehs doch mal positiv.
        Ich will niemanden missionieren.
        <<<

        Der war gut 😀

        • payoli sagt:

          Ich amüsier mich vermutlich ähnlich gut wie Du. 😉
          Es finden sich nämlich immer wieder Clowns die mein selbstloses (siehe Mögen alle Wesen glücklich sein) Informieren zum Missionieren umdeuten, aber nicht merken oder ok finden, dass sie von schlimmsten Profiteuren allgegenwärtig und flächendeckend mit Werbung überzogen werden.

  3. Da gibt es den Typ (1), der sich als Kind in den noch warmen Kuhfladen die Füße gewärmt hat.
    Und….
    den Typ (2), der geschumpfen wurde, weil er das zum einen überhaupt tat, und zum anderen, als er dann mal drin stand, vergaß die Schuhe auszuziehn.

    Typen kommend nach 1 haben schon als Kind unbewußt Grundlegendes verstanden und können dieses im Erwachsenenleben auch anwenden.

    Typen nach 2 habens damals schon nicht verstanden, meinen aber heute mit weißem Kittel entsprechendem Titel die Menscheit „missionieren“ zu müßen.

    Es lebe die Wissenschaft!

    Ach ja…..
    es gibt auch richtige Wissenschaftler (1). Sie sind diejenigen, die die Dinge hinterfragen, aber keine Beweise für die von der offiziellen Wissenschaft getätigten Aussagen finden können. Leider werden solche Leute wegen ihres Hinterfragens von ihren „Wissenschafts-Kollegen“ (2) gemieden wie der Teufel das mit dem Weihwasser so hält. Sie werden ausgelacht, öffentlich denunziert und von den Medien letztendlich platt gemacht.

    Jetzt stellt sich mir nur noch die Frage was die Masse aus (2) dazu bewegt heute noch die Schuhe anzulassen.

    Porsche?
    Villa?
    Privatjet?
    Dritturlaub?
    ne teure Ehefrau und Balgen?
    Oder ist’s doch eher der Neid, Dinge nicht tun zu können, die man vielleicht zwar wollte, aber nicht durfte?

    PS: Ich stehe heute immer noch in warme Kuhfladen.

  4. platonisch sagt:

    „Es finden sich nämlich immer wieder Clowns die mein selbstloses (siehe Mögen alle Wesen glücklich sein) Informieren zum Missionieren umdeuten …“

    „Ich halte Vorträge darüber, gebe Seminare und bin am Aufbauen eines Seminar- und Lebens- Zentrums …“

    Unser selbstloser Held …

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