Ich liebe Dich

Ein Vater bekam von seiner geschiedenen Frau wegen ihrer Drogenprobleme den, ihm völlig entfremdeten Sohn zurück.
Ihr Zusammenleben gestaltete sich sehr schwierig. Der Bub kam mit dieser Situation einfach nicht zurecht, war aggressiv, gewalttätig und der Mann wusste sich keinen Rat.
In seiner Verzweiflung rang er den Buben bei seiner nächsten zerstörerischen Aktion nieder, hielt ihn fest umfangen und sagte mantrenartig bis sich dieser beruhigt hatte ‚Ich liebe Dich. Ich bin Dein Vater. Ich liebe Dich. Ich bin Dein Vater. ….’
Nach einigen derartigen Umarmungen war der Jugendliche wie verwandelt, nicht mehr aggressiv, sie konnten miteinander reden und wurden gute Freunde.
Der Mann hatte instinktiv das gemacht und dem Jugendlichen gegeben, was wir uns Jahrmillionen lang gegenseitig gegeben haben, worauf wir eigentlich ein Geburtsrecht hätten:
Bedingungslose Liebe mit körperlicher Nähe und herz-lich warmen Umarmungen.
Wär’ es nicht schön, wenn in den Parks, Kaffeehäusern, Hörsälen nicht nur die verliebten Teens wieder so sitzen würden?

7 Responses to Ich liebe Dich

  1. blubberball sagt:

    diese erzwungenen Umarmungen sind nicht ganz unumstritten. Und es gibt bestimmt auch einige Fälle, wo diese Umarmungen vollkommen unangebracht sind.
    Unser Junior hat zwar noch nie zerstörerische Aktionen gefahren, aber ab und an braucht ein kleiner, sich ungerecht behandelt fühlender Mensch diese Umarmung – sonst verliert er sich in der großen, weiten Welt.
    Man sollte trotzdem aufpassen, dass man nicht übergriffig wird.

    • payoli sagt:

      Jaja, schon klar! Das war auch bloß so ein G’schichterl eines Klienten von mir, der einfach in einer sehr schwierigen Situation war.
      Angst vor ‚Übergriffen‘ halte ich in dieser unerträglich lieblosen Zeit und Gesellschaft für absurd. Guck Dir mal an wie sehr allen Liebe, Zuwendung und Nähe fehlt! Mit welchen kranken Tricks das ersetzt wird. Dass in so einer Zeit auch noch der Fokus auf Übergriffe gelegt wird, finde ich schon sehr bedenklich …
      Soll aber keine Kritik an Deinem Kommentar sein, gell!

  2. Barfuß sagt:

    Im Hof vor meinem Haus stand letztens eine Frau, die ein „Free Hugs“-Schild hochgehalten hat. Scheint eine ganze Bewegung zu sein….

  3. ingja sagt:

    Ja, mit der Liebe, die man zeigen sollte, ist das so eine Sache. Manche lieben, können es aber nicht zeigen. Ich liebe meine Mutter, auch wenn ich sie oft nicht verstanden habe und vieles nicht an ihr mochte. Heute kann ich sie umarmen, weil ich gelernt habe, Verständnis aufzubringen.

    Wenn meine Söhne zu mir kommen, umarmen wir uns immer. Allerdings weiß ich nicht, ob ich diejenige bin, die die Arme aufhält oder ob sie auch mich umarmen. Aber ich glaube schon zu wissen, das sie mich lieben. Manchmal wäre allerdings ein bißchen „mehr“ an Umarmung oder lieben Worten schön.

    Ich finde es auch schön, mit Freunden und Bekannten bei der Begrüßung zu „knuddeln“. Das ist mir lieber, als ein Küsschen links, ein Küsschen rechts. 🙂 Aber jeder so, wie er es mag.

    Schöner Beitrag.

    Ich schicke Dir einen „Knuddler“ 🙂

    Liebe Grüsse
    🙂

    • payoli sagt:

      Tja, in der heutigen Gesellschaft kann’s schon schwierig werden. Im Grunde ist jeder von uns unendlich ausgehungert nach Zuwendung und Liebe, aber die mangelnden ‚Knuddel‘- Vorbilder und steifen Konventionen bremsen uns vielfach.
      Fühl Dich umarmt! 🙂

  4. Micha sagt:

    free hugs ist toll, contact improvisation und body mind presence z.b. erst recht! da merkt man erst wie viel Spass Körper machen können.

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