Die Gleichberechtigungsfalle

12. Mai 2010

Wer beurteilt, hat schon verloren!

Warum nicht? Man muss doch schauen, wo man bleibt. Ich lass mich doch nicht über den Tisch ziehen, übervorteilen, in die Tasche stecken …. und so …

In Österreich gab eine Frauen- Ministerin einmal das Motto ‚halbe-halbe’ aus und meinte damit, dass die Männer die halbe Hausarbeit mitzutragen hätten.
Haben sie auch! Und ich wage zu behaupten, dass sie es auch immer taten. Aber vielleicht nicht in der etwas schlichten Form 1x ich Müll runtertragen, 1x Du Müll runtertragen.
Denn genau mit dieser simplen Beurteilungsform sitzt man auch schon in der Falle!
Wer beur-teilt, teilt!
Doch nicht nur die Arbeit, sondern auch sein Glück. Denn ohne teilen, ohne Dualität, hat man das Ganze, hat man ‚alles’, hat man Harmonie.
Denn Harmonie ist charakterisiert durch ihre Ungeteiltheit. Und Harmonie ist der Zustand in dem wir als Embryo, und historisch gesehen, in unserer vorzivilisatorischen, wortlosen Zeit, lebten und heute als Verliebte leben.
Wir alle wissen also ganz genau was Harmonie ist, wie gut sich Harmonie anfühlt. Harmonie ist unser aller Urbedürfnis, das wir uns aber durch den ‚Fall in die Dualität’ gründlich kaputtgemacht haben und tagtäglich kaputtmachen.
Der Schritt in die Frauen- Emanzipation war ein weiterer Schub in tagtägliches, ständiges Auseinanderdividieren, Beur-teilen. Und man sieht es m.E. den Menschen auch an. Sie sind zwar eigenständiger aber auch unglücklicher.
Zu keiner Zeit boomten Partnerschafts- Börsen und Geschäfte mehr als heute. Nie trennten sich mehr Paare als heute. Aber wirklich glücklich sehen für mich weder die Geschiedenen noch die Singles aus.

Ich erinnere mich noch an die ‚alten Frauen’ meiner Jugendzeit, die die Rolle des ‚einfach Seins’ genießen konnten und gesettelte ‚Instanzen’ waren die gerne um Hilfe oder Auskunft gebeten wurden. Also einen weiteren, einen anderen Aspekt des Lebens leben konnten, als bisher.
Ob die heutigen 50-jährigen Frauen, die zweifellos im sexistischen Sinn ‚besser’ aussehen es aber wirklich besser getroffen haben, möchte ich bezweifeln. Sie haben einfach ihre Phase des ‚aufgeputzt Männerblicke- Einfangens’ verlängert, müssen sich immer noch bemühen um Attraktivität und werden dennoch nie wieder den Magnetismus und die Begehrtheit ihrer Jugend zurückgewinnen, also enttäuscht bleiben.
Von vielen emanzipierten Frauen habe ich schon gehört, dass sie nun erst sehen, was alles dranhängt an der Arbeitswelt, oder auch von Alleinerzieherinnen, wie gut sie sich managen müssen.
Klar, kann man sagen, wir wachsen mit unseren Aufgaben. Aber ‚besser’ hatten es m.E. sowohl die Frauen, als auch die Männer meiner Jugendzeit. Es waren die Aufgabengebiete genau definiert und es lief einfach, was heute mühsam ausdiskutiert, oder organisiert werden, muss.
Es war einfach eine Übereinkunft gegeben die Sicherheit bot. Wogegen heute eher der Wahn vorherrscht, dass jeder der beiden Partner immer allen Ansprüchen gerecht werden muss.

Ich mag jetzt aber keinesfalls in wehmütig rückblickendes Nostalgieren verfallen, sondern möchte gerne ‚die Flucht nach vorne’ anregen. Nehmen wir solche Reflexionen doch gleich zum Anlass, wieder mal genauer hinzugucken, was wir wirklich brauchen, was wir wirklich wollen, was unsere Urbedürfnisse sind.
Dabei ist – wieder einmal – der Blick zu unseren ‚Verwandten‘ im Dschungel, den Primaten, die uns unser eigenes Ur- Leben bis heute ‚konserviert’ haben, nützlich. Er zeigt, dass bereits unser Schritt in die exklusive Paarbeziehung ein Irrtum war, der durch die weiteren, o.a. Separationsschritte ja nicht besser wurde.
Kein Exklusiv- Partner kann alle Bedürfnisse seines Partners abdecken, die ein Gruppenkontakt locker ermöglicht. Aber davon vielleicht ein anderesmal mehr …