Die Gleichberechtigungsfalle

Wer beurteilt, hat schon verloren!

Warum nicht? Man muss doch schauen, wo man bleibt. Ich lass mich doch nicht über den Tisch ziehen, übervorteilen, in die Tasche stecken …. und so …

In Österreich gab eine Frauen- Ministerin einmal das Motto ‚halbe-halbe’ aus und meinte damit, dass die Männer die halbe Hausarbeit mitzutragen hätten.
Haben sie auch! Und ich wage zu behaupten, dass sie es auch immer taten. Aber vielleicht nicht in der etwas schlichten Form 1x ich Müll runtertragen, 1x Du Müll runtertragen.
Denn genau mit dieser simplen Beurteilungsform sitzt man auch schon in der Falle!
Wer beur-teilt, teilt!
Doch nicht nur die Arbeit, sondern auch sein Glück. Denn ohne teilen, ohne Dualität, hat man das Ganze, hat man ‚alles’, hat man Harmonie.
Denn Harmonie ist charakterisiert durch ihre Ungeteiltheit. Und Harmonie ist der Zustand in dem wir als Embryo, und historisch gesehen, in unserer vorzivilisatorischen, wortlosen Zeit, lebten und heute als Verliebte leben.
Wir alle wissen also ganz genau was Harmonie ist, wie gut sich Harmonie anfühlt. Harmonie ist unser aller Urbedürfnis, das wir uns aber durch den ‚Fall in die Dualität’ gründlich kaputtgemacht haben und tagtäglich kaputtmachen.
Der Schritt in die Frauen- Emanzipation war ein weiterer Schub in tagtägliches, ständiges Auseinanderdividieren, Beur-teilen. Und man sieht es m.E. den Menschen auch an. Sie sind zwar eigenständiger aber auch unglücklicher.
Zu keiner Zeit boomten Partnerschafts- Börsen und Geschäfte mehr als heute. Nie trennten sich mehr Paare als heute. Aber wirklich glücklich sehen für mich weder die Geschiedenen noch die Singles aus.

Ich erinnere mich noch an die ‚alten Frauen’ meiner Jugendzeit, die die Rolle des ‚einfach Seins’ genießen konnten und gesettelte ‚Instanzen’ waren die gerne um Hilfe oder Auskunft gebeten wurden. Also einen weiteren, einen anderen Aspekt des Lebens leben konnten, als bisher.
Ob die heutigen 50-jährigen Frauen, die zweifellos im sexistischen Sinn ‚besser’ aussehen es aber wirklich besser getroffen haben, möchte ich bezweifeln. Sie haben einfach ihre Phase des ‚aufgeputzt Männerblicke- Einfangens’ verlängert, müssen sich immer noch bemühen um Attraktivität und werden dennoch nie wieder den Magnetismus und die Begehrtheit ihrer Jugend zurückgewinnen, also enttäuscht bleiben.
Von vielen emanzipierten Frauen habe ich schon gehört, dass sie nun erst sehen, was alles dranhängt an der Arbeitswelt, oder auch von Alleinerzieherinnen, wie gut sie sich managen müssen.
Klar, kann man sagen, wir wachsen mit unseren Aufgaben. Aber ‚besser’ hatten es m.E. sowohl die Frauen, als auch die Männer meiner Jugendzeit. Es waren die Aufgabengebiete genau definiert und es lief einfach, was heute mühsam ausdiskutiert, oder organisiert werden, muss.
Es war einfach eine Übereinkunft gegeben die Sicherheit bot. Wogegen heute eher der Wahn vorherrscht, dass jeder der beiden Partner immer allen Ansprüchen gerecht werden muss.

Ich mag jetzt aber keinesfalls in wehmütig rückblickendes Nostalgieren verfallen, sondern möchte gerne ‚die Flucht nach vorne’ anregen. Nehmen wir solche Reflexionen doch gleich zum Anlass, wieder mal genauer hinzugucken, was wir wirklich brauchen, was wir wirklich wollen, was unsere Urbedürfnisse sind.
Dabei ist – wieder einmal – der Blick zu unseren ‚Verwandten‘ im Dschungel, den Primaten, die uns unser eigenes Ur- Leben bis heute ‚konserviert’ haben, nützlich. Er zeigt, dass bereits unser Schritt in die exklusive Paarbeziehung ein Irrtum war, der durch die weiteren, o.a. Separationsschritte ja nicht besser wurde.
Kein Exklusiv- Partner kann alle Bedürfnisse seines Partners abdecken, die ein Gruppenkontakt locker ermöglicht. Aber davon vielleicht ein anderesmal mehr …

4 Responses to Die Gleichberechtigungsfalle

  1. ingja sagt:

    Oha… das ist ja ein Thema. Sollen wir wieder rückwärts gehen? Frau wieder an den Kochtopf? Nein danke. Gut, ich habe schon öfter gedacht, als ich „nur“ Hausfrau, Mutter und Ehefrau war, ging es mir besser. Ich hatte eine Aufgabe und viele Probleme blieben mir erspart …bis auf ein paar Beziehungsproblemen. Aaaaber ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass wir Frauen gleichberechtigt sein sollten. Nur weil wir ein anderes Geschlecht haben, kann man uns doch nicht unterdrücken. Wie wäre es dann bei den Homosexuellen Paaren? Die haben dieses Problem nicht. Es ist kompliziert, denn ich bin gern Frau und laß mir auch gern vom Mann die Tür aufhalten und in den Mantel helfen usw.

    Ich habe das Gefühl, Du willst auf das Thema hinaus, Wohngemeinschaft und jeder mit jedem. Nein, das ist keine Lösung, wirft neue Probleme auf und führt eher zu Mord- und Totschlag – glaube ich. Vielleicht bin ich da altmodisch ;-).

    Liebe Grüsse
    🙂

    • payoli sagt:

      Ohje, ohje, ohjeeeee, N_tella bewirkt auch noch Leseschwäche 😉
      Du brauchst keine Angst vor’m Zurück an den Herd zu haben. Ich hatte geschrieben: ‚Ich mag jetzt aber keinesfalls in wehmütig rückblickendes Nostalgieren verfallen, sondern möchte gerne ‚die Flucht nach vorne’ anregen’.
      Ich ‚will’ auf garnix hinaus. Ich will, dass die Leute sich freimachen von diesen dummen Gesellschaftskonventionen und wieder und ausschließlich auf ihren Bauch, auf ihr Herz hören. Und diese aufsteigenden Bilder, Bedürfnisse und Wünsche immer wieder mit der Natur, mit dem Verhalten von Primaten vergleichen. Denn die stoßen uns oft erst mit der Nase drauf, WAS wir alles in unserer Betriebsblindheit übersehen haben und falsch machen.

      Ich mach mir keinen Kopf um Homosexuelle; das ist deren Ding.
      Von mir aus kann sich auch jede Frau gleichberechtigen. Ich hab bloß gesagt, dass sie glücklicher nicht aussehen damit und halte es auch für eine ziemlich unsinnige Kopfgeburt. Denn zu Gleichberechtigung gehört wie eine Zwillingsschwester eben dieses ständige Abchecken, ob eh alles gleich ist, man nicht übervorteilt ist, etc. Und das ist eben die beschriebene Falle.
      Warum sind wir als Verliebte so glücklich? Weil wir da nicht vergleichen, weil wir da nicht an uns sondern nur an den anderen denken.
      Und wann beginnt die Verliebtheit zu schwinden? Genau dann, wenn wir beginnen zu vergleichen!
      Um ein Bild zu zeichnen: Wir haben ein Gruppenleben, in dem keiner an sich dachte und für die Gruppe lebte und dafür von dieser getragen wurde verlassen zugunsten einer exklusiven Paarbeziehung, in der wir uns erst auch noch selbstlos gegenseitig ‚fütterten’. Und nun sind wir durch dieses Emanzipationsdenken da auch noch raus und glauben es wäre besser, wenn jeder sich selber voll stopft. Ich glaub das nicht!

  2. ingja sagt:

    Lieber payoli, alles hat seine Nebenwirkungen, so wohl auch Nutella *g*.

    Bei Deinem Text, Deiner Antwort, stelle ich fest, man kann sich manchmal noch so ausführlich ausdrücken, schreiben usw., man wird trotzdem nicht verstanden. Das habe ich jedenfalls schon mehrfach bei mir feststellen können. Trotzdem versucht man es immer wieder, weil man ja so gerne verstanden werden möchte. Mit anderen Worten, bei Deiner Antwort muß ich passen, ich kann nichts davon nachvollziehen, verstehe die Antwort nicht.

    Mach Dir nichts daraus, irgendein Mensch wird Dich verstehen :-).

    Liebe Grüsse
    🙂

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