Klinik- Clowns

16. Juni 2010

Vermutlich wirst Du Cliniclowns oder Rote Nasen kennen. Vielleicht hast Du auch den Film über Patch Adams, der diese erfunden hat und der von Robin Williams dargestellt wurde, gesehen. Vermutlich hältst Du das sogar für eine gute Sache.
Im Prinzip und vor allem in diesem, unseren Gesundheits- System ist das auch fein, wenn man in so einem schrecklichen Krankenhaus liegt und dann kommt endlich jemand, der einen mit ein paar Späßchen ablenkt.

Bloß, mich erinnert das an den alten Witz: Ich mach dem Hund eine Freude indem ich ihn am Schwanz herumwirble. Denn was meinst’ wie der sich freut, wenn ich ihn loslasse.
Erst steckt man Leute in unmögliche Häuser, die nicht zufällig Krankenhäuser heißen, und dann schickt man jemanden rein, der sie von ihrem Elend ablenkt!


In meiner ‚paradise your life’- Ideologie ist es noch absurder was da abgeht! Denn Spitäler sind genauso überflüssig, wie es die Erkrankungen der Menschen sind.
Es ist einfach ein beispielloser Skandal, dass Menschen heute noch immer erkranken müssen.
Alles Wissen, alle Voraussetzungen für ein dauergesundes und natürlich Arzt- loses Leben wären gegeben. Bloß, das wird Euch nie jemand sagen, denn zu viele leben ganz wunderbar von den Krankheiten anderer.
Und so gesehen, sind diese Ärzte- Clowns überhaupt eine bodenlose Frechheit.
Anstatt die Menschen aufzuklären, von mir aus auch mit roten Nasen, werden sie in ihr Unglück auch noch reingeblödelt, wird Kindern ihre sehr richtige Angst vor Spritzen und anderem Wahnsinn weggeblödelt und verharmlost.
Neil Postman hat ja bereits treffend analysiert: Wir amüsieren uns zu Tode!
Wie wahr, wenn man sich solche Clowns in Kinderkrebskliniken ansieht …

Vielleicht verbreitet sich diese Methode, was man nicht schafft, einfach wegzublödeln, ja auch noch weiter. Wär’ doch wirklich luschtig, wenn der unfähige Automechaniker mit blauer Nase und einem netten Späßchen sagen würde: ‚Können Sie bloß noch entsorgen diese Karre!’.
Oder wenn der Strafverteidiger mit angesteckter schwarzer Nase herumhüpft vor dem Verurteilten und ein paar ‚Lebenslang’- Späßchen macht.
Ich fühle mich zwar nicht verpflichtet, hier täglich einen Text abzuliefern, für den Fall, dass mir ev. mal nichts einfällt, denke ich aber ernsthaft daran, das hier als aufheiternden Spaß einzublenden:

             „Essen Sie gerne Wild?“
„Nö, eher ruhig.“

Biete doch Deinem Chef ebenfalls an, wenn mal etwas schief geht, als tröstender Clown mit x- färbiger Nase vor den enttäuschten Kunden, Kollegen, Steuerprüfern aufzutreten 😉