Arme Kevins

‚Nicht angreifen, Kevin!’ war das erste was ich hörte bevor ich noch sah, dass neben dem Spielplatz an dem ich eben vorbeiradelte Maulbeerbäume standen. Ich hielt und begann die süßen Früchte zu naschen.
Dabei wurde ich Ohrenzeuge überbesorgter, um nicht zu sagen krankhaft naturfeindlicher, Erziehung und hatte Mühe diese herrlichen Maulbeeren in meinem sich drehenden Magen zu behalten.
‚Papa schau eine Katze!’
‚Nicht angreifen Kevin! Das ist eine fremde Katze. Da muss man vorsichtig sein.’ war noch das Harmloseste an dieser Verbotsorgie.
Bald stand der Knirps neben mir guckte mir zu und fragte irgendwann: ‚Was machst Du da?’
‚Ich nasche diese Maulbeeren.’
‚Wie schmecken die?’
Ich hielt ihm eine hin und konnte mein ‚Ich finde sie sehr süß und lecker, kannst gerne selber kosten.’ Nicht mal zu Ende sagen ertönte selbstredend schon der Ruf: ‚Niiiicht Kevin! Kriegst zu Hause etwas besseres.’

Was soll man da noch viel sagen?
Für jedes dämliche Auto braucht man einen Führerschein. Aber jeder Dummkopf darf Kinder nach seinen eigenen Neurosen und Phobien ruinieren …

 

6 Responses to Arme Kevins

  1. Inge Henneberg sagt:

    Verkehrte Welt! Es bestätigt leider auch, daß die Meisten der Natur nicht mehr vertrauen – aber bei den Fertigprodukten aus dem Laden gerne zugreifen.

    Und da Kinder ja noch unverbogen und unvoreingenommen sind, wünsche ich mir möglichst viel „Ungehorsam“.

    Wir haben hier in Berchtesgaden noch viele Wilderdbeeren, sind zwar klein, aber sowas von aromatisch und lecker – was für ein Genuß!!

  2. ghore sagt:

    Tja, ist so!

    Sicherheit über alles!
    Mittlerweile ist diese „Sicherheit“ eine echte Gefahr.

  3. wolkenwatcher sagt:

    Schöner Beitrag. Kleine Geschichte die ich gestern mit meiner Familie auch Live miterleben dürfen. Wir 4 alle Spazieren in Rheine. Wunderschöne Parkanlage mit Grünflächen, Bäume, Wasseranlagen etc. (wir waren wegen Mittelalterlichen Markt dort). Auf dem Weg zurück lief unsere älteste (2 1/2) mit Freude hin und her, wie Kinder eben so sind. Herrlich! Andere Familie lief vor uns. Der Sohn (geschätzte 5 bis 6 J.) sah unsere Tochter über die Grünflächen flitzen. Fragte sein Papa, ob er wohl auch hingehen dürfte. Vater verneinte. Die Mutter dann noch zusätzlich: „Nein xxx, du bleibst bitte hier. Nicht auf den rasen laufen, bleibe auf dem Weg – dafür sind sie ja da!“
    Wir alle mit schmunzeln überholt und weiter auf dem rasen gelaufen ;0)

  4. platonisch sagt:

    Ich find’s ganz gut, dass der arme Kevin die Beeren nicht angreifen darf. Solche Aggressionen darf man seinen Kindern nicht durchgehen lassen!

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