Gott, Du alter Streuner

Du meinst, das wäre blasphemisch?
Nicht im Geringsten!
Das ist so ungefähr die Art wie Gläubige mit ihrem Gott umspringen. Horch nur mal genau hin und lass Dir das auf der Zunge zergehen:

Da erfinden sich die Menschen ein Wesen, das noch niemand je gesehen hat und behaften es mit den Attributen ‚allmächtig‘, ‚allwissend‘ und ‚unendlich liebender Vater‘.
Doch statt vor diesem Wunderwesen die Knie zu beugen, für seine Schöpfung, für seine Geschenke an uns dankbar zu sein, seine Genialität in den Millionen Ausformungen der Natur zu bewundern, ein Stückchen seiner Genialität in der Stille erlauschen zu wollen, plärren sie wegen jedem Furz, den sie sich selber verursacht haben um Hilfe nach oben, nennen das Gebet und sind dabei auch nicht durchschnittshöflich mit ‚Bitte’ und so! Nein! ‚Gib uns …!’, ‚Erhöre uns!’. Also ganz nach ‚He Alter, rück raus!’.
Nicht nur, dass sie also ungebührlich frech zu so einem gütigen Wundertäter sind, sie checken auch nicht, dass ER das Seine längst und bestens getan hat!
Seine Schöpfung ist durch und durch perfekt!
Es ist alles da! Inklusive unserer Sinne und Fähigkeiten, das eigentlich erkennen zu können.
Es ist ihm, als Allwissender, bei seiner Schöpfung natürlich kein Fehler unterlaufen. Man könnte aber sagen ‚Es ist ihm ein klitzekleiner Fehler unterlaufen. Er hat uns Dummköpfen unseren freien Willen geschenkt.’
Damit machen wir einen Mist nach dem anderen, um dann um Hilfe zu wimmern.
Mein schlimmstes Beispiel war ein Kamerad beim Bundesheer, der, als Auslandseinsätze mit dem Schweinegeld (doppelsinnig!) das sie dafür boten, beworben wurden, sich sofort meldete und uns später vorrechnete was er sich damit alles kaufen, und wie sehr er damit reinfetzen, werde. Leider erwischte ihn eine Mine und im TV war seine verheulte Mutter zu sehen die ernsthaft fragte ‚wie Gott so etwas zulassen könne’ …

Diese singulär tragische Beispiel wird aber tagtäglich vom Alltagswahnsinn getoppt, mit dem die Menschen alles was Gott für uns optimalst wachsen lässt zu Tode kochen, braten, backen, emulgieren, mischen, färben, aromatisieren, etc., mit dem wir uns natürliche Bewegungen mit technischer Hilfe zu ersparen trachten, uns in unnatürlich ungesunde Sozialverhältnisse manövrieren, uns lieber in Büros und Fabrikshallen als in die Natur setzen, Geld statt Glück nachjagen, schöpfungs- unkonforme Müllberge anhäufen, unsere Atemluft verpesten, und, und, und, um dann die Krankenhäuser zu belegen und um Gesundheit zu beten.

Dabei ist mit heutigem Wissen und unseren Möglichkeiten ein wunderbar erfülltes, glückliches Paradiesleben jederzeit lebbar.
Schöpfungskonformes Leben wird eben nicht mehr in Kirchen, sondern hier bei ‚paradise your life‘ gespielt! 😉

 

12 Responses to Gott, Du alter Streuner

  1. Inge Henneberg sagt:

    Eben – daher bin ich auch der Meinung daß wir nach wie vor im Paradies leben, auch wenn dieses Leben begrenzt ist.
    Paradies bedeutet für mich nicht ewiges Leben (das wäre ja Gleichstand und wohl eher langweilig), sondern
    leben ohne Beschwerden, Krankheiten inkl. aller Facetten von der Geburt bis hin zum Tod, also eine herrliche Aussicht, geht man mal von 100 Jahren -oder auch mehr – aus.

    Und ich bin fest davon überzeugt daß das möglich ist, wir müssen es nur wollen und wieder zur Natur zurückkehren. Je weiter wir uns von ihr entfernen – und wir sind in der heutigen Zeit schon sehr weit weg – je mehr werden wir auf Ärzte, Pharmaindustrie etc. angewiesen sein. Ein Hexenkessel in dem man gefangen ist.
    Niemand will das – aber die Mehrheit tut auch nichts (Änderung der Ernährung und Lebensgewohnheiten) um sich davon zu befreien.
    Bin auch fest davon überzeugt daß es ein Irrweg ist auf die Bibel (Kirchen) zu vertrauen, würde ja bedeuten unser Schöpfer, der alles so vollkommen erschaffen hat, müßte etwas korrigieren.
    Aber das ist absurd, denn es sind menschengemachte Probleme und nur die Menschen können diese Fehler berichtigen, daher Umkehr je früher desto besser.
    Einfach mal einen Anfang machen, es lohnt sich.

    Nicht nur wir selber, auch unsere Nachkommen werden davon profitieren.

  2. payoli sagt:

    Danke, liebe ‚Co- Autorin‘ 🙂

  3. vallartina sagt:

    „Die Erde ist krank und stirbt. Das Land der Huichol Indianer,
    versteckt in den Weiten des Sierra Madre Gebirges stirbt.
    Die Wälder schrumpfen, Wasser wird rar,
    die Tiere verschwinden.
    Die Menschheit muss der Verwalter der Erde sein,
    Aufpasser für alles was darauf wohnt;
    Muss ein Herz sein mit allen Dingen.
    Menschen müssen lernen, die Tränen jedes Lebewesens zu teilen,
    in ihrem Herzen die Schmerzen jedes verwundeten Tieres und jedes gebrochenen Grashalms zu fühlen.
    Mutter Erde ist unser Fleisch; die Felsen unsere Knochen;
    Die Flüsse sind das Blut in unseren Venen.“
    Der weise huichol Mann, der Grosse Schamane, weiss warum.

    Das, payoli, ist ein Auszug aus einer uralten Sage „Der blaue Hirsch“, der mexikanischen Huichol-Indianer.
    Wenn Du etwas mehr über diese Indios lesen willst, hier:
    http://mexgeschichten.wordpress.com/2010/05/20/die-huichol-eine-fast-vergessene-kultur/
    http://mexgeschichten.wordpress.com/2010/05/20/huichol-die-entstehungsgeschichte-der-erde/

    Gruss,
    vallartina

    • payoli sagt:

      Eine schöne Geschichte! Danke!
      Allerdings scheint am Ende sich wieder mal jemand zum alleine Wissenden aufzublasen, was mich an unsere Medizinmänner erinnert und mir weniger gefällt. Denn jeder von uns weiß und hat in der Natur alles was er braucht.

  4. vallartina sagt:

    Und noch etwas: die Huichol hatten nie einen Gott, der alles für sie richten könnte – die Huichol waren immer selbst verantwortlich.
    Bekommt man so nicht eine andere Einstellung zu seinem Lebensraum?

    • payoli sagt:

      Klar ist Eigenverantwortung und Selbstbewusstsein besser als Fremd- Bestimmung und Verantwortung.
      Das ist ja grad das Fatale unseres Systems. Einerseits werden die Menschen von Pfarrern und Ärzten mit dem strafenden Gott und den bösen Viren klein gehalten. Andererseits hängen die Leute sogar gerne da dran, weil diese eine herrliche Ausrede dafür liefern, dass wir ja sooooo arm und schuldlos sind an unseren eigenen Eskapaden.

  5. ghore sagt:

    Nein, ich meine nicht, das ist blasphemisch.
    Das kommt, wenn schon, weiter unten im Text, an der Stelle mit dem „freien Willen“.
    Mag seltsam klingen, doch das finde ich, wenn schon, blasphemisch.
    – man beachte „wenn schon“ bitte als Hinweis, dass ich hier nicht denke im Recht zu sein, noch im Unrecht. Danke –
    Bei allen Spekulationen könnte ebenso alles in bester Ordnung sein, selbst dieses „vermeintlich“ von uns geschaffene Chaos.
    Im Sinne eines Glaubens an einen Gott, könnte ein „freier Wille“ dazu führen, sich außerhalb dieses Gottes zu wähnen, was mir, wenn schon, recht blasphemisch anmutet.
    Im Sinne einer Evolution ist das Wort „Blasphemie“ wohl nicht verwendbar und doch wäre ein „freier Wille“ außerhalb dieser natürlichen Folge von Ursache und Wirkung.
    Beides fühlt sich so leidvoll an, allein und verloren.

    wenn schon

    • payoli sagt:

      ‚Wenn schon‘, dann kann natürlich jedermensch sich sein Chaos gestalten, seine ‚Außer- Göttlichkeit/ Evolution‘ leben.
      Mir geht es bloß darum, dass unsere Zivilisations- Probleme NICHT Gott-/ Evolutions- gegeben, sondern menschengemacht und vermeidbar, sind.
      ‚Wenn schon‘ 😉

    • Martin L. sagt:

      Das Konzept des freien Willens ist unabdingbar, wenn dem Menschen eine Verantwortung zugesprrochen werden kann. Denn ohne Willensfreiheit gibt es auch keine Verantwortlichkeit. Das Bewusstsein könnte sich als Beobachter des Unabänderlichen der Illusion wähnen, es hätte die Möglichkeit, die Dinge zu gestalten. Aber die physische Kausalität wäre unerbittlich.

      Apropos: Kausalität fordert nicht, die Ursache eines Ereignisses ihrerseits zwingend kausal herzuleiten. Das tut nur der infinite Regress. Und dieser ist keineswegs zu beweisen, sondern steht als kausal nicht belegbares Dogma auf der Stufe eines Oxymorons, das bereits Aristoteles mit seinem unbewegten Beweger ablehnte.

  6. ghore sagt:

    wenn schon 🙂

    Es ist nicht möglich, dich von etwas zu überzeugen, von dem ich nicht überzeugt bin.

    Immer wieder interessante Denkanstöße!

    herzlichst,

    ghore

  7. Martin L. sagt:

    Wikipedia meint:

    Blasphemie … bezeichnet ursprünglich eine „Gotteslästerung“. So nennt man das öffentliche Leugnen, Verhöhnen oder Verfluchen bestimmter Glaubensinhalte einer Religion.

    Hmm … also ist die Aussage richtig, wenn ein bestimmte Religion gemeint ist, in der Gott als Streuner legitim zu bezeichnen wäre. Definitiv gibt es aber Religionen, in denen diese Bezeichnung pejarativ verstehen und so den Tatbestand erfüllen. Also wäre eine Behauptung, diese Aussage wäre nicht blasphemisch genau dann falsch, wenn es sich auf alle, bzw. eine beliebige Religion bezieht.

    Im Judentum und Christentum gibt es eine Spannung zwischen Begriffen der Heiligkeit und Ehrerbietung gottes, und auch erschütternden Anklagen Gottes – siehe Psalmen und Hiob. ‚Streuner‘ macht hier keinen Sinn, denn er bezeichnet einen heimatlos Umherirrenden. Diese Attributierung würde ich für das Christen als irrelevant bezeichnen, da eine Omnipräsenz verstanden wird.

    Angesprochen wurden weiter Das Thema der selbstgemachten Götter – siehe die Story vom Goldenen Kalb. Und auch noch die Theodizee …

    Kurz, eine klare Adressierung, auf welche Vorstellungs- und Glaubensinhalte bezug genommen wird, wäre hilfreich. Man könnte meinen, es sei eben der persönliche Glaube, den die Teilnehmer des Diskurses mitbringen. Wenn da nur nicht unbestimmt auf irgend welche ‚Gläubige‘ Bezug genommen wird.

    • payoli sagt:

      Wunderbar wie Du einzelne Begriffe zerlegen/ erklären kannst.
      Schade, dass dabei die Grundaussage offensichtlich auf der Strecke geblieben ist …

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