Die Medizin als heimtückische Verführerin

„Gandhi ist ein strikter Vertreter der Naturheilverfahren und ein ebenso energischer Kritiker der wissenschaftlichen Medizin. Er hält sie für eine heimtückische Verführerin, die den Menschen dazu verleitet, sich gehen zu lassen und leichtfertig gesundheitliche Risiken in Kauf zu nehmen. Als Beispiel nennt er einen Mann, der zuviel isst. Er bekommt Magen-Darm-Beschwerden, doch anstatt daraus seine Lehren für sich zu ziehen, geht er zum Arzt, der ihm mehrere Arzneien verordnet – mit der Folge, dass der Patient die Medikamente schluckt, seinen ungesunden Lebenswandel beibehält und weiter im Nahrungsüberfluss schwelgt.
Für einen Satyagrahi ist diese Vorgehensweise nicht akzeptabel, weil sie die moralische Verfehlung, die Gier des Patienten, unberührt lässt und weil es in ihr nur so von Gewalt wimmelt. Denn letzten Endes ist nicht nur das Verhalten des Arztes, der mit seinen Medikamenten natürliche Symptome unterdrückt, ein Akt der Gewalt, sondern auch das Verhalten des Patienten, der mithilfe der Arznei fortfahren kann, seinen Körper mit falscher Ernährung zu drangsalieren.
Gandhis Fazit: Die moderne Medizin ist unmoralisch, weil sie statt Selbstbeherrschung das verhängnisvolle Dreigestirn von Schwelgen, Gewalt und Gier unterstützt. Richtige Medizin muss die Selbstbeherrschung und Unabhängigkeit des Menschen fördern. Denn auch in Fragen der Gesundheit ist der Mensch in erster Linie selbst verantwortlich.“
(Zitat aus Jörg Zittlau’s ‚Das Gandhi- Prinzip’)

 

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