Adieu Äthiopien!

2. März 2011

Lebt wohl Ihr stolzen Schönen, die Ihr Eure Neugierde nach dem ‚Ferency’ nicht verbergen konntet, lebt wohl Ihr coolen Burschen, die Ihr lebenstüchtig bis schlitzohrig immer irgendwie durchkommt, lebt wohl Ihr tüchtigen Tischler, Schmiede, Handwerker, in deren Werkstätten ich gucken durfte. Behüt Euch Gott, Ihr süßen, lachenden Kleinen – und sei es vor den Zivilisations- Irrtümern …


Ich war gerne da, in dieser Hitze, in dieser Höhenluft, sogar in diesem Staub, der mir zeigte, wie gut meine Flimmerhärchen funktionieren. Ich war gerne da unter diesem unendlichen Himmel, in dieser unendlichen Weite. Ich war gerne in Euren Menschen- und Lebens- prallen Städten, oft skurilen Shops, auf Euren turbulenten Märkten, in Euren einfachen Häusern.
Ich hab unendlich genossen Eure Gastfreundschaft und Eure ansteckend gute Laune.
Ich hab mich kindlich freuen können über jedes zutrauliche, neue oder unbekannte Tierchen, über jede Blüte, jeden bizarren Dornenbusch und über die genialen Bäume, die es hier gibt und die mir noch mehr Bewunderung abringen, als die ohnehin schon für ihr ‚Lebenskünstlertum’ hoch verehrten Europäischen.
Mein Techniker- Kopf hat sich unendlich amüsieren können über Eure ‚Technik’, mir aber für Eure Improvisations- Fähigkeiten in dieser unvorstellbaren, dafür nicht vorhandenen Infrastruktur, meine volle Bewunderung abgerungen.
Meine Jungfrau- Asszendent- Penibilität hat staunen können wie ein Kind, dass man so ‚ungeordnet’ bis chaotisch so gut leben kann und viel von Euch gelernt bzw. einiges abgeworfen.
Ihr alle werdet mir fehlen, obwohl ich mich auch schon wieder freue auf das altgewohnte Vertraute, auf neue Aufgaben und Menschen zu Hause.
Ihr werdet mir fehlen Ihr Absonderlichkeiten in meiner alten Vertraut- und Geborgenheit.
Ich denke, wir könnten viel voneinander lernen. Unsere Modebewussten, die trotz unserer vermeintlichen Vielfalt bei weitem nicht herankommen an Eure, zwar teilweise zerfetzte, aber Uroriginellität.
Ihr könntet bei uns sehen, dass nicht jeder Fortschritt ein Segen ist und dass man Plastik besser nicht auf die Straße oder ins Lagerfeuer entsorgt.
Unsere Schönheitschirurgen- Kunden könnten an Euren wunderschönen und einzigartigen Gesichtern sehen um wieviel reicher Ihr seid, als wir in unserer Uniformität.
Ihr könntet schätzen lernen, was Euer Klima Euch ermöglichen könnte, anstatt nach unserem Kram zu gieren.
Wir könnten wiedererlernen, um wieviel einfacher man leben, um wieviel glücklicher wir sein könnten.
Wir hätten noch viel voneinander zu lernen.
Ich danke allen, die ich hier kennenlernen oder auch nur beobachten, bewundern, bestaunen durfte, allen die mir geholfen haben, denen ich helfen durfte. Vor allem aber danke ich Paul und seiner zauberhaften Jenu und ich danke dem Leben, das mir all diese Wunder ermöglicht hat …

 


Ist denn das möglich!?

2. März 2011

(Reisebericht Äthiopien)

 

 

 
Sooo ein großer Baum in so einem kleinen Blechkübel!?

Man sieht’s auf dem Foto schlecht, aber der Blechkübel ist tatsächlich rund um den Baum.
Bloß hat er keinen Boden mehr und diente dem kleinen Setzling wohl mal als Fraßschutz …