Mein Problem

19. März 2011

Ja natürlich, auch ich habe meine Probleme!
Eines davon quert schon so oft meinen Lebensweg, dass ich es hier einmal zur Diskussion stelle und neugierig auf Eure Meinung bin.

Wenn jemand mit seinem Leben ein Problem hat, hat er m.E. eine Lernaufgabe noch nicht gelöst, muss er noch diesbezügliche Erfahrungen machen, diesbezügliches Wissen erwerben.
Irgendwann wird das passieren, wird ihm jemand weiterhelfen, wird ihn jemand darauf aufmerksam machen, wird ihm ein Buch, Artikel, Bericht auffallen, der ihn neugierig macht/ weiter bringt und sein Problem wird sich lösen. – Bis die nächste Aufgabe auf der Matte steht.
So weit, so gut, so lebendig und eh bekannt.

Meine Frage:
Wem helfe ich? Wem helfe ich nicht?
Gelernt habe ich, dass nur um Hilfe Bittenden geholfen werden kann und darf.

    a) Man soll sich niemandem aufdrängen, niemanden missionieren
    b) Nicht nach Hilfe Fragende verstehen das Problem ohnehin noch nicht, – sonst hätten sie’s ja nimmer
    c) Es klingt ja auch sehr logisch und überzeugend, dass jedermensch ohnehin mehr als bewältigbar damit zu tun hat, sein eigenes Leben maximal auf die Reihe zu kriegen

Was also tun mit Menschen, die einem Leid tun, die sich so grottenfalsch verhalten und sich damit schaden, dass man sich nur gegen die Stirn hämmernd sagen kann: ‚Mensch! Es könnte soooo einfach sein!’?
Soll man sie einfach lassen? Soll man ihnen einen Wink geben (den sie aber meist eh nicht verstehen, denn …, – siehe oben)? Oder soll man sie mit Druck ‚missionieren’ (was meist eh nichts nützt)?

Oder anders gefragt: Sind wir ausschließlich für uns selber oder doch auch für andere verantwortlich? Sind wir nicht alle eins? Fällt nicht der achtlos am Wegrand Zurückgebliebene irgendwann auch auf uns zurück? Beeinflusst nicht jeder auch das Ganze?
Reicht es dem Kind nur 1x zu sagen ‚Pass auf im Straßenverkehr’? Machen wir uns nicht dennoch Vorwürfe, wenn etwas passiert? Hätten wir es nicht doch ein zweites, drittes, vielleicht hunderstes Mal sagen müssen?

Auch die Entwicklungshilfe spielt in diesen Bereich. Soll man tatsächlich dort Geld hinschaufeln? Auch wenn man den Eindruck hat, und auch bei uns schon tausende dumme Lottomillionäre, die bald weniger hatten als zuvor, gezeigt haben, dass für Geld auch eine gewisse Reife erforderlich ist.
Andererseits, kann man verantworten in der Fülle weiterzuleben, während jede Sekunde ein Kind verhungert?
Was tun, wenn man vor Armut steht, aber dennoch den Eindruck hat, dass diese Armen gar nicht ‚fischen lernen‘, sondern lieber ‚Fisch- Geschenke‘ bekommen, wollen?

Also, wie sehr Ihr diese Thema?
Ist jeder nur für sich verantwortlich oder auch für seinen Nächsten, für die Gesamtheit?
Sollen wir versuchen ‚die Welt zu retten‘ oder lieber primär trachten selber einigermaßen ordentlich zu leben.
Darf man zum Glück zwingen oder macht uns diese Option bloß unser aufgeblasenes Ego vor?
Ich freu mich auf Eure Antworten!