Mein Problem

Ja natürlich, auch ich habe meine Probleme!
Eines davon quert schon so oft meinen Lebensweg, dass ich es hier einmal zur Diskussion stelle und neugierig auf Eure Meinung bin.

Wenn jemand mit seinem Leben ein Problem hat, hat er m.E. eine Lernaufgabe noch nicht gelöst, muss er noch diesbezügliche Erfahrungen machen, diesbezügliches Wissen erwerben.
Irgendwann wird das passieren, wird ihm jemand weiterhelfen, wird ihn jemand darauf aufmerksam machen, wird ihm ein Buch, Artikel, Bericht auffallen, der ihn neugierig macht/ weiter bringt und sein Problem wird sich lösen. – Bis die nächste Aufgabe auf der Matte steht.
So weit, so gut, so lebendig und eh bekannt.

Meine Frage:
Wem helfe ich? Wem helfe ich nicht?
Gelernt habe ich, dass nur um Hilfe Bittenden geholfen werden kann und darf.

    a) Man soll sich niemandem aufdrängen, niemanden missionieren
    b) Nicht nach Hilfe Fragende verstehen das Problem ohnehin noch nicht, – sonst hätten sie’s ja nimmer
    c) Es klingt ja auch sehr logisch und überzeugend, dass jedermensch ohnehin mehr als bewältigbar damit zu tun hat, sein eigenes Leben maximal auf die Reihe zu kriegen

Was also tun mit Menschen, die einem Leid tun, die sich so grottenfalsch verhalten und sich damit schaden, dass man sich nur gegen die Stirn hämmernd sagen kann: ‚Mensch! Es könnte soooo einfach sein!’?
Soll man sie einfach lassen? Soll man ihnen einen Wink geben (den sie aber meist eh nicht verstehen, denn …, – siehe oben)? Oder soll man sie mit Druck ‚missionieren’ (was meist eh nichts nützt)?

Oder anders gefragt: Sind wir ausschließlich für uns selber oder doch auch für andere verantwortlich? Sind wir nicht alle eins? Fällt nicht der achtlos am Wegrand Zurückgebliebene irgendwann auch auf uns zurück? Beeinflusst nicht jeder auch das Ganze?
Reicht es dem Kind nur 1x zu sagen ‚Pass auf im Straßenverkehr’? Machen wir uns nicht dennoch Vorwürfe, wenn etwas passiert? Hätten wir es nicht doch ein zweites, drittes, vielleicht hunderstes Mal sagen müssen?

Auch die Entwicklungshilfe spielt in diesen Bereich. Soll man tatsächlich dort Geld hinschaufeln? Auch wenn man den Eindruck hat, und auch bei uns schon tausende dumme Lottomillionäre, die bald weniger hatten als zuvor, gezeigt haben, dass für Geld auch eine gewisse Reife erforderlich ist.
Andererseits, kann man verantworten in der Fülle weiterzuleben, während jede Sekunde ein Kind verhungert?
Was tun, wenn man vor Armut steht, aber dennoch den Eindruck hat, dass diese Armen gar nicht ‚fischen lernen‘, sondern lieber ‚Fisch- Geschenke‘ bekommen, wollen?

Also, wie sehr Ihr diese Thema?
Ist jeder nur für sich verantwortlich oder auch für seinen Nächsten, für die Gesamtheit?
Sollen wir versuchen ‚die Welt zu retten‘ oder lieber primär trachten selber einigermaßen ordentlich zu leben.
Darf man zum Glück zwingen oder macht uns diese Option bloß unser aufgeblasenes Ego vor?
Ich freu mich auf Eure Antworten!

 

6 Responses to Mein Problem

  1. Inge Henneberg sagt:

    Vor dieser Frage stehst Du sicher nicht allein, das Thema kommt mir sehr bekannt vor.
    Meine Erfahrungen sind – immer wieder darauf hinweisen was besser gemacht werden kann und es auch vorleben – irgendwann fruchtet es.
    Die Frage könnte auch lauten: „würdest Du jemanden an einer roten Fußgängerampel hindern loszulaufen?“ Denke mal die Antwort ist klar.
    Daher meine Antwort ist ebenso klar und deutlich, nicht entmutigen lassen (vonwegen missionieren oder oberlehrerhaft, das habe ich nicht nur einmal gehört), aber wenn nur „einer“ sich irgendwann bedankt daß man nicht locker gelassen hat, das ist es doch was zählt.

  2. elfie renner sagt:

    jeder ist ausschliesslich für sich selbst verantwortlich. damit haben wir genug zu tun.
    die welt muss nicht gerettet werden. sie ist nicht kaputt. wir leben in einer besonderen zeit und der wandel passiert still, dazu ein buchtipp:
    wir sind der wandel – warum die rettung der erde bereits voll im gang ist – und kaum einer es bemerkt – von paul hawken
    jeder steht auf seiner stufe, macht seine erfahrungen auf seinem weg.
    „nur wenn du mich fragst, hat die antwort, die ich dir gebe einen wert für dich.“
    das gesetz der anziehung bringt die menschen mit ähnlicher schwingung zusammen.
    meine oberste priorität ist, mich um mich zuerst zu kümmern. nur wenn es mir gut geht, kann ich anderen von nutzen sein.
    wie helfe ich dem menschen in einer grube am besten?
    indem ich mich dazu lege? sprich mitjammern usw. oder indem ich ihm die leiter hinstelle?
    die beste hilfe, die wir jemandem geben können, ist ihm zuzutrauen, dass er es alleine schafft. alles was wir uns selber erarbeitet, geschaffen, gelöst haben, zählt viel mehr und daran wachsen wir.
    lg,
    elfie

  3. sibylle bourbon sagt:

    jemanden missionieren und vor allem jemanden manipulieren ist sicher falsch!
    aber
    hilfe zur selbsthilfe, sprich unterstützung wenn jemand um hilfe fragt,
    und dann vor allem selbstlose hilfe –
    ja, so soll es sein!

    je nach entwicklungsstand geht jeder mit seinem „Problem“ –
    dieses wort ist meiner meinung schon falsch,
    es sollte „herausforderung“
    oder gar „entwicklungschance“ heißen –
    anders um!

    und –
    das wiederum dient der individuellen entwicklung.

    nicht im „leid“ verhaftet bleiben!

  4. papamojo sagt:

    Die einzige Verantwortung, die ich zu tragen habe, betrifft meinen Bewusstseinszustand. Aus ihm ergibt sich, wie ich denke und handele. Aus ihm ergibt sich, ob ich Ursachen setze, die für mich und meine Umgebung im Sinne einer liebevollen Denk- und Handlungsweise förderlich sind oder nicht.
    Für uns „moderne“ Menschen, die sich sehr weit von sich selbst entfernt haben und auf Denk- und Handlungsmuster eingeschworen und trainiert sind, die dominant ego- und mangelbezogen sind, ist es vielleicht nicht einfach zu erkennen, wann „Hilfe“ eine Ego-Funktion ist, die auf Angst beruht und wann sie aus natürlichem Mitgefühl entspringt, die auf Liebe beruht.
    Natürliche Liebe weiß, dass sie bei sich selbst ihren Ursprung hat und der „Andere“ im Grunde nur durch die irrige Vorstellung einer Getrenntheit entsteht.
    Liebe verfolgt weder eine Absicht, noch kennt sie Objekte, mit denen sie etwas tut.
    Ich denke, daraus wird klar, dass es nur darum gehen kann, Liebe bei sich selbst zu finden und diese mit Hingabe zu pflegen und gedeihen zu lassen und die Absicht der Hilfeleistung als angstbegründete Funktion des Ego zu erkennen.
    Liebevolle innere Haltung tritt in jedem Fall nach außen und erreicht die Welt auch über die im Alltag gebräuchlichen Kommunikationsmittel hinaus. Ein liebevoller Mensch „wirkt“, ob er etwas sagt oder nicht.

  5. ghore sagt:

    Soll ein jeder doch machen, was ein jeder so macht.
    Warum?
    Weil es so ist.
    Sich ständig selbst fragen zu müssen, ist vielleicht der anstrengenste Weg.
    Aber auch das ist eben der Weg.
    Die ganzen Fragen, ob es nun richitg ist, oder falsch, ob ich es so oder so machen soll, wenn ich es mache … ,die quälen.
    Machen ist die Antwort, einfach „machen“.

    Und payoli, ist alles eins?
    Oder sind wir, mensch, eins?

    Wie siehst du das, was man nicht sehen kann?

    LG,

    ghore

  6. payoli sagt:

    Danke!
    Danke!
    Danke!
    Danke!
    Danke!

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