Ganz oder gar nicht

29. Mai 2011

Es gibt einige Dinge, die kann man nicht ‚ein bisserl’ sondern nur ganz oder gar nicht machen. Schwanger sein ist dafür ein beliebtes Beispiel.
Rohernährung kann man – leider, muss ich fast sagen – sehr wohl ein bisserl machen.
Doch das bekommt dieser wunderbaren Lebensform nicht gut. Denn die Menschen, die mir dann sagen: “Rohkost!? Hab ich auch schon probiert! Funktioniert bei mir nicht.“ sind zahlreich.
Klar ist es günstig und entlastet den Körper, ein Braten- Abendessen mal zugunsten eines Salates oder einer rohköstlichen Zucchini- Terrine ausfallen zu lassen.
Doch zwei Effekte machen den sichtbaren Erfolg geringer als er ist:

Die Toleranzstarre und der Entgiftungs- Effekt.

Die Körper der ‚Normalköstler’ befinden sich allesamt in der sogenennten Toleranzstarre. Das heißt, Koch- oder anderweitig hochverarbeitete Kost erkennt der Körper als so schädlich, dass er sie umgehend wieder rausbefördern würde. Da er aber von klein an gelernt hat, dass

    a) nie Gutes nachkommt und
    b) auch das Ausscheiden nichts nützt, da es sofort wieder nachgefüllt wird

hat er sich in eine Art Stillhalte- Modus geswitcht, den man Toleranzstarre nennt.
Damit können die Leute ihr Unzeugs weiteressen und merken nicht mehr, wie sehr es ihnen schadet, bis es dem Körper zu schlimm wird und eine ‚Krankheit ausbricht’.
Aus diesem Grund können einzelne Rohkostmahlzeiten nie so 100%ig wirken, weil sich der Körper dabei immer noch in einer zumindest Teilstarre befindet.

Der Entgiftungseffekt tritt bei längeren Rohkostphasen auf und beruht darauf, dass der Körper mit Rohköstlichem ‚Hoffnung schöpft’ und mit einem Reparatur- und Restaurier- Programm beginnt, bei dem als Erstes alles Schädliche entsorgt wird.
Egal ob das über Erbrechen, Hautausschläge, Durchfall oder anderes erfolgt, ist sich der Mensch sicher, dass er Rohkost nicht verträgt.

Diese Überlegungen sollten jedem gewahr sein, der sich in Rohkost versucht!
Nach einigen 100%igen Rohkost- Tagen kann schon eine Schnitte Brot den sich anbahnenden Erfolg wieder zunichte machen.
Auch während eines Tages zu mischen führt zu Unpässlichkeiten, die dann der Rohernährung ‚in die Schuhe geschoben werden’.
Also wenn, dann ordentlich, d.h. 100%ig und ev. nach einem längeren Zeitraum wieder mal eine ‚Normalkost’- Phase. – Wenn man es dann überhaupt noch will! 😉