Schulbeginn

Gestern war in meiner Gegend Schulbeginn und als ich mit dem Rad zu meinem Seminar- Häuschen fuhr sah ich so viele Kinder mit Schultüten – die sich in Österreich erst in den letzten Jahren verbreitet haben – dass ich ins Grübeln kam:
Was soll man von einer Gesellschaft halten, die einen neuen Lebensabschnitt ihrer Kinder, also ihrer Zukunft mit dem schlimmsten ‚Dreckszeugs‘ begeht, das man sich nur vorstellen kann.
Wären die staatlichen Behörden tatsächlich am Wohl der Bevölkerung interessiert, wären die Menschen tatsächlich ‚aufgeklärt‘ und an einem rundum guten Leben interessiert, wären diese erbärmlichen, Leid und Tod verursachenden Zuckerbomben längst verboten.
Kinder an der Schwelle zum Leben mit selten schlimmen Drogen zu schädigen, ihnen zukünftiges Leid und ein verkürztes Leben zu bescheren ist wirklich eine selten kranke Perversion!

Man könnte aber auch noch weitergehen und sich fragen, wie – angeblich – liebende Eltern es übers Herz bringen, ihr lebendiges, aufgewecktes, kreatives, bewegungshungriges, einzigartiges Kind zu gleichmachender Mittelmäßigkeit zu ‚verurteilen‘.

Man muss sich bloß mit dem richtigen Blick – mehr davon demnächst – Kinder vor und nach der Schule ansehen! Es ist – entschuldigt bitte – aber Menschenzerstörung pur.
Und sieht man sich die ‚Ergebnisse‘ – auch ‚Erwachsene‘ genannt – an, wird es noch deutlicher!
Schulbildung zielt eigentlich ausschließlich auf Gleichschaltung und Gefügigmachung der Menschen ab.
Dass sich so schöpferische Wesen, als die wir angelegt sind, so bereitwillig in einförmigstes Konsumieren fügen und Arbeitsbedingungen akzeptiern, die auch nur minimalster Individualität Hohn sprechen ist m. E. skandalös.

Lass mich ein bischen träumen ….
Ich sehe eine Welt, in der man nicht aus dem Staunen rauskommt, die von Menschen bevölkert wird die ihr gesamtes individuelles, also ein praktisch unendliches, Potential ausschöpfen. Ich sehe eine Welt, in der Erwachsene noch unbeschwert wie die Kinder sind, eine Welt, in der gehüpft, sich versteckt, in der nachgelaufen, in der gespielt wird und in der Konventionen unbekannt sind.

Guck Dir mal Kinder, wirkliche Kinder, die heute leider schon fast nicht mehr zu finden sind, wirklich an!
Und dann stell Dich vor eine Firma zum Arbeitszeitbeginn, vor einen Bahnhof oder an den Straßenrand zur rush- hour!
Und dann sag mir, wohin bitte sind all diese wunderbaren, unkomlizierten, unkonventionellen, kreativen, lustigen, bewegungsintensiven, herzlichen, lachenden Wesen gekommen?

Ja! Richtig! Sie wurden und werden in diesen Schule und Kindergarten genannten Maschinerie zerstört!

Bloß: Dieser Wahnsinn fällt niemandem auf, da wir alle durch diese ‚Maschine‘ gequetscht wurden, weil alle so gleichgeschaltet wurden!
Wir müssen erst wieder lernen  r i c h t i g   h i n z u s e h e n   !!!
Davon dem nächst mehr!

 

3 Responses to Schulbeginn

  1. Inge Henneberg sagt:

    Traurig aber wahr. Aber Schule ist Gesetzespflicht, der heutige Bürger hat keine Wahl, es sei denn er ist finanziell in der Lage die teuren Privatschulen zu bezahlen. Ob die aber besser sind sei dahingestellt.
    Aber letztendlich wird auch der Gesetzgeber vom Bürger gewählt, wir alle können das jederzeit (nächste Bundestagswahl) ändern, aber wir tun es nicht, weil die Mehrheit – wie du ja richtig schreibst – bereits unrettbar „verbogen“ ist.

    Es gibt einfach zu wenige Menschen die nicht resignieren und zu Veränderungen bereit sind.
    Und das ist ja bei allen Dingen so, wobei die Ernährung ebenso wichtig wäre und wir täglich mit den Folgen der sogenannten Zivilisationskost konfrontiert werden, man sieht nur noch Fettleibige.
    Mir fällt das auf, aber ich bin eine Ausnahme, die Mehrheit sieht das entweder garnicht mehr oder sie nimmt es als unabänderlich und fügt sich.

  2. ja das ist so traurig.
    mein sohn bekam von einer gut-meinenden person im alter von 4 jahren seinen 1. schlecker –
    er kannte derartiges vorher nicht.

    er war begeistert.

    das problem war und ist die gradwanderung
    kinder nicht zu außenseitern zu erziehen –

    sie wollen ja überall „dazugehören“,
    an feiern und geburtstagsparties teilnehmen;

    und verstehen deshalb nicht
    das das, was andere konsumieren,
    für sie schädlich sein soll…….

  3. brumbee sagt:

    Ich schäme mich nicht zu sagen: Ich habe geweint, bei diesem Artikel. Zuviele schöne Kindheitserinnerungen und schlimme Schulängste tauchten plötzlich auf!
    Danke!
    payoli for Unterrichtsminister 🙂

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