Selbst ist der Gärtner

Bei aller Diskussion um Landwirtschaft, biologische Landwirtschaft, landwirtschaftliche EU- Förderungen, Agrar- Rationalisierungen, etc. bleibt eine so einfache Tatsache … ach, ich könnt mir schon wieder mal mit der Hand gegen die Stirn klatschen … 😉
… bleibt also eine so einfache Tatsache, die selbst von der Wissenschaft bestätigt wird unbedacht:

Die mit Abstand höchsten Quadratmeter- Erträge an ‚essbarer Biomasse’ werden bei gärtnerischem Betrieb erzielt.

Damit ist das kleinräumige Bewirtschaften von Boden gemeint. Das händische Bodenbearbeiten, Unkraut- Jäten. Das Hegen, Mulchen, Gießen, Säen, Zu- und Abdecken und Schneckenfrei- Halten, etc..
Natürlich ist das arbeitsintensiv! Das ist auch der Grund, warum diese Art von Produktion heute kaum mehr in Betracht gezogen wird.
Doch sehen wir uns allein schon das Wort genauer an: ‚arbeitsintensiv’!
Das schreckt doch heute fast jedermensch ab!
Komischerweise aber arbeiten die Menschen sehr ‚arbeitsintensiv’ in ihren Büros, Fabrikshallen und Läden und auf ihren Baustellen um sich die Lebensmittel aus der Intensiv-, aber nicht arbeitsintensiven, Landwirtschaft leisten zu können.

Sie arbeiten sozusagen intensiv, um sich darum intensiv Vergiftetes und intensiv weit Hergekarrtes leisten zu können und nicht arbeitsintensiv, das heißt in freier Natur, nach freier Zeiteinteilung, mit gesunder Bewegung und Freude, arbeiten zu können/ ‚müssen’ …

Beginn mit einem kleinen Hügel- oder Hochbeet! Rode Dir irgendwo ein kleines Fleckchen. Stell Dir einen kleinen Pflanztrog auf den Balkon. Hol Dir eine Kiste mit Erde und Regenwürmern in die Wohnung ….
Aber beginne! Beginne, Dich mit dem Wunder zu befassen, dass herrlichste Farben, traumhafteste Geschmäcker und wunderbarste Düfte aus Erde, Wasser, Luft und Sonnenlicht erschaffen kann.

 

5 Responses to Selbst ist der Gärtner

  1. Inge Henneberg sagt:

    Und da beginnt das Problem: nicht alle – und ich vermute mal die Mehrheit – haben einen Garten oder Balkon, viele leben in Großstädten.
    Einfach mal so in der freien Natur irgendwo ein Fleckchen zu roden ist schier unmöglich, da steht der Gesetzgeber vor.

    Sicher hast Du recht, der Standard sollte sein daß „jeder“ ein Stück Land zur Verfügung hat und es je nach Bedarf bepflanzen kann – aber die Realität sieht anders aus.

    Ursache ist wohl auch daß wir uns so stark vermehrt haben, der uns zur Verfügung stehende Platz aber nicht mitwächst – oder anders herum, der noch vorhandene Platz falsch aufgeteilt ist.
    Die Einen haben zuviel, andere ausreichend und wieder andere zuwenig und garnichts.
    In anderen Gebieten (z.B. AFRIKA) ist zwar noch genügend Platz vorhanden, aber die Menschen hungern trotzdem, weil da nichts wächst. Auch das ist Natur.

    Und sicher – auch nach „freier“ Zeiteinteilung zu arbeiten etc. ist ideal, sollte ebenfalls Standard sein aber auch davon sind wir weit entfernt und das nicht erst in unserer modernen Zeit, sondern schon sehr viel früher.

    Allerdings verstehe ich Deinen Apell so, daß jeder der die „Möglichkeit“ hat auch zumindest ein kleines Flecken „selber“ bepflanzen sollte und da kann ich aus eigener Erfahrung nur zustimmen.
    Und ich plädiere auch dafür, sich die Zeit dafür zu nehmen, man muß es nur wollen und Prioritäten setzen.

    • payoli sagt:

      Ja, das ist meine Intention!
      Aber auch, dass jeder alle nur möglichen Nischen nutzt, dass politisch an einer Umverteilung gearbeitet wird, etc.
      Der jetztige Zustand ist zu traurig, um ihn auch noch in alle Zukunft fortzuerhalten …

    • papamojo sagt:

      Inge, die Menschen in Afrika hungern in erster Linie nicht deswegen, weil dort „nichts wächst“, sondern weil ihre Infrastruktur durch die Einflussnahme der „reichen“ Industrieländer gestört wurde.

  2. dreamcat sagt:

    Nimm im Frühling einen großen Behälter (50 Liter oder mehr), fülle ihn mit Lauberde o.Ä. und pflanze 1-3 Tomaten Deiner Wahl hinein. Unter Dach stellen, am Balkon oder unterm Balkon etc (Ost- Süd- oder Westsonne). . Bereite eine lange Schnur vor, die Du zwischen Eimer und Überdachung befestigst. Wenn die Tomaten höher werden, binde sie an die Schnur. Ab und an mit fein zermahlenen Eierschalen von rohen Eiern düngen, Die Tomaten wachsen meterhoch und tragen unglaublich viele Früchte.
    Unten rum kannst Du als Bodendecker z.B. Pflücksalat und, Petersilie säen. Ich hatte eine solche Tomate 3 Jahre nonstop.
    Im Wintergarten trug sie bis Januar Früchte und trieb dann einen neuen Haupttrieb aus, auf dem das ganze Folgejahr wieder neue Früchte entstanden. Das Gleiche im nächsten und übernächsten Winter. Danach fiel sie einer Übersiedlung zum Opfer.

  3. dreamcat sagt:

    @Möglichkeiten zur Umsetzung:
    Es gibt Gemeinschaftsgärten, Frauengärten, Mietbeete bei Bauern und etc., sogar in Downtown Manhattan werden Flachdächer begrünt und mit Gemüse bepflanzt. Wo ein Wille auch ein Weg 😉 . Bereits frische Kräuter im Blumenkistchen am Fenster sind für den Körper ein Segen! Vitalität pur, ohne lange Transportwege und ohne große Mühe, Biotopf kaufen, in Tontopf umpflanzen, ein wenig Gießen und wochenlang frisch ernten. Bon appetit!

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