Mal eine Geschichte …

20. November 2011

Mir geht eine Geschichte nicht mehr aus dem Kopf, seit ich sie vor Jahren im TV gesehen hab. Leider weiß ich weder den Titel um sie als DVD oder im Internet zu suchen, noch den genauen Handlungsablauf.
Als ich kürzlich auf den netten ‚Herbstgeschichten‘- blog stieß, fragte ich die ihn betreibenden Autorinnen, ob sie mir vielleicht die Geschichte aus meiner Kurzangabe ’schön‘ rekonstruieren und schreiben könnten.
Rausgekommen ist dabei, dass ich sie doch selber geschrieben habe und die ‚professionelle‘ und vermutlich gerafftere Form irgendwann im Advent auf ihrem blog erscheint. Wenn’s soweit ist, lass ich’s Euch wissen.
Bis dahin, hier meine rekonstruierte, holprige Ur- und Lang- Fassung. Vielleicht erfreut sie dennoch so manches Herz …

Einst, niemand weiß wann, gefiel es den himmlischen Mächten den Menschen einen Engel in Menschengestalt zur Seite zu stellen. Die wunderbare Cecilia nahm diese Aufgabe dankbar und mit Begeisterung wahr und konnte viele Jahre hindurch Einsamen zu Gesellschaft verhelfen, Verirrte heimlotsen, Hilfsbedürftigen zur Seite stehen, Verzweifelte trösten. Kurz gesagt, sie ermöglichte vielen Erdbewohnern einen Blick über deren selbsterrichtete Begrenzungen hinaus.

An einem grauen Novembertag aber, passierte es! Cecilia war in der Stadt unterwegs und wurde von einem einparkenden Autofahrer angefahren. Es war ihr zwar nichts passiert, doch vor Schreck fuhr sie den Fahrer ärgerlich an, ob er denn nicht besser hätte aufpassen können. Diese rüde Art hatte Cecilia sich wohl im Laufe der Zeit in der sie mit den Erdbewohnern zusammenlebte abgeschaut und nun war es ihr passiert, dass sie sich nicht wie ein Engel verhalten hatte. Der Autolenker entschuldigte sich vielmals und versicherte sich, ob sie nicht zu Schaden gekommen war.

Doch der Keim des Ärgers über Cecilias rüde Reaktion war gelegt. Während seines Weges ins Büro kreisten die Gedanken des Fahrers immer noch um den Vorfall. Er fühlte sich ungerecht behandelt und zurechtgewiesen und seine Stimmung sank und sank.

Im Büro angekommen bekam das auch seine Sekretärin zu spüren, die er wegen zweier Kleinigkeiten unwirsch anfuhr und hinter sich die Tür zuknallte.

Erst dachte sie abwiegelnd „Scheint heute nicht allzu guter Stimmung zu sein, der Gute“. Doch bald schon machte sich auch in ihr Unmut der Sorte „Was bildet der sich eigentlich ein …“ und „Wie komme ich dazu …“ breit.

Als sie eben im Begriff war, ihren Chef zur Rede zu stellen, läutete das Telefon, sie meldete sich geschäftsmäßig und hörte die Stimme ihres Mannes. Noch bevor er seinen ersten Satz zu Ende hatte, schrillte sie ihm ‚Heute hast Du den Müll wieder nicht mit hinunter genommen!“ ins Ohr und setzte mit „Und für einen Abschiedskuss war ich Dir wohl auch nicht gut genug“ nach. Einigermaßen abreagiert und fast erleichtert knallte sie den Hörer auf die Gabel.

Doch Ärger bahnt sich auch durch Telefonkabel seinen Weg!

Dan, so der Name des verdutzt und fragend auf den Telefonhörer Blickenden brauchte einige Minuten um sich klar zu sein, dass nun das Maß voll war. Fortan gab es nur noch Streit zwischen Dan und seiner Frau und bald trennten sie sich. Dan zog zu seiner Geliebten.

So hatten sich also ‚dank‘ einer kleinen unbedeutenden Karambolage zwei Menschen aneinander gebunden.

Doch, ihr könnt‘ es Euch denken, – auch ein anderes Paar entzweit. Der verlassene Ehegatte von Dans Geliebter konnte und konnte die Trennung nicht verwinden. Er wurde missmutiger und unkonzentrierter, ließ sich gehen, begann zu trinken, verlor seinen Job und war bald häufiger in der Bar um’s Eck anzutreffen, als zu Hause.

Irgendwann fasste er in seinem Suff den Entschluss sich von der nahegelegenen Brücke zu stürzen um seinem vermeintlich sinnlosen Leben ein Ende zu setzen. Fest entschlossen, wenn auch alkoholunsicher kletterte er einen Brückenpfeiler hoch …

                                       — * —

„Also so können wir das nicht belassen“ ließ ein Weißbärtiger hoch über den Wolken vernehmen. „Zentrale! Sofort die Zeit anhalten und eine Verbindung zu Cecilia herstellen!“ gab er knappe Anweisung in sein göttliches Mikrophon.

„Hier die Zentrale! Cäcilia, Dein Chef will Dich sprechen!“

Nun musste der gute Engel, der den kleinen Vorfall längst vergessen hatte aber schlucken. Der Chef geigte ihr ordentlich die Meinung und noch bevor sie noch auf die Winzigkeit ihrer Unachtsamkeit hinweisen konnte, hörte sie: „Jetzt sieh Dir an, was Du angerichtet hast!“

Cecilia wurde von der Zentrale die ganze Reaktionskette, beginnend mit ihrer Unmutsäußerung am Morgen bis zum Selbstmörder auf der obersten Strebe der Brücke und somit nahe am Tod, eingespielt.

Erst tief betroffen, dann nur mehr in Tränen aufgelöst, hörte sie wie durch einen Schleier: „Also Engelchen! Du bekommst eine zweite Chance. Wetz‘ die Scharte, die Du geschlagen hast wieder aus!“

                                       — * —

Cecilia konnte sich gerade noch die Tränen abwischen als sich der Nebel um sie lichtete, ein Auto heranbrauste dem sie geistesgegenwärtig auswich.

Mit schreckensweiten Augen sprang wieder derselbe Autofahrer aus dem Wagen, lief zu ihr hin und fragte ob sie sich verletzt hätte.

Cecilia, nun ganz Engel, strahlte ihn lachend an und verblüffte ihn mit einem: „An einem so wunderbaren Morgen kann doch gar nichts Schlimmes passieren!“. Winkend wandte sie sich zum Weitergehen, nicht ohne einem „Einen schönen Tag noch!“.

Was erst Verblüffung war, verwandelte sich bei unserem Wagenlenker bald in eine überaus aufgekratzte und fröhliche Stimmung. Schwungvoll betrat er das Sekretariat, ließ im Vorbeigehen die Komplimente nur so plätschern um beschwingt summend hinter seiner Bürotüre zu verschwinden.

Seine Sekretärin, ihr erinnert Euch ja noch an sie, spürte eine wohlig warme Woge in sich hochsteigen und eben als sie die Sprechtaste drücken und ein freudiges ‚Einen schönen Tag, wünsche ich ihnen“ durchgeben wollte läutete das Telefon.

Ich verrate Euch, wie die Geschichte weitergeht. – Ganz, ganz wunderbar natürlich! – Bis zuletzt!

Weder reagierte die Sekretärin an ihrem Mann ab, noch trennten sie sich. Weder wurde der zuerst todunglückliche Selbstmörder verlassen, noch verlor er seinen Job. Er ‚musste‘ auch nicht öfter die Bar besuchen, als es Spaß machte und schon gar nicht brauchte er bei diesem ekligen Novemberwetter die kalten Stahlträger hochklettern. Ganz im Gegenteil! Als Cecilia bereits unterwegs war zu ihrem nächsten Auftrag, sah sie ihn mit seiner Frau, eng umschlungen, über die Brücke spazieren …

– Hattest Du vielleicht auch schon so ‚kleine‘ unbedachte Momente? 😉

 


Danke!

20. November 2011

Liebe Leute, Mitleser und Freunde!
Heute möchte ich mich einmal wirklich herzlich bedanken für Eure Treue und Euren Zuspruch.
Ich hab mir eben die Zugriffs- Statistiken der letzten Zeit angesehen. Der blog summt wie ein Bienenhaus und erfreut sich stetig steigender Beliebtheit. Das ist ganz, ganz wunderbar!

                                      Und Ich freu mich

 
ABER
Wenn ich mir die Einkaufswagerl im Supermarkt, die vollen Krankenhäuser, die Autoschlangen morgens vorm Kindergarten und abends die vollbeleuchteten Bürohäuser anseh, denk ich mir: ‚Meine Arbeit ist nichtmal ein Tropfen auf diesen hartherzig kalten Zivilisations- Wahnsinns- Stein‘.
Doch es ist ok. Alles braucht seine Zeit …
Nur möchte ich Euch dennoch alle bitten, dieser ‚Zeit‘ etwas ans Licht zu helfen. Redet mit Leuten! Erzählt von Euren Visionen! Erzählt von diesem blog, verbreitet ihn in facebook und twitter, verlinkt ihn auf Euren Seiten, mailt den link an alle Bekannten, und, und, und. – Bitte!

Die zwar erfreuliche Statistik dieses blogs zeigte aber auch etwas ziemlich Ver-rücktes: Der ‚Schönheit (1)‘- Beitrag war der mit Abstand schlechtest besuchte!
Leute! Das ist das Beste, was es hier je gab! Das ist ein seltenes Goldkörnchen! 🙂
UND er ist nur der erste von noch vielen, darauf aufbauenden Beiträgen an deren Ende Euer völlig neues, wunderbar jugendliches und glückliches Leben stehen wird.
Also, wer ihn übersehen haben sollte oder wer ihn erst nur einmal gelesen hat:

                       Hier geht’s zur Schönheit!