Müll

Was hat Müll mit uns, was hat Müll mit unserem Leben, was hat Müll mit unserer Arbeit, was hat Arbeit mit Müll, zu tun?


Unser Wirtschaftssystem, unser Lebensstil ‚braucht‘ Vollbeschäftigung und beständiges Wirtschaftswachstum.
Wie aber soll etwas noch weiterwachsen können, wenn alle schon alles haben, wenn in den letzten Jahrzehnten ‚auf Teufel komm raus‘ rationalisiert wurde? Ich kann mich an meine Rationalisierungs- Mitarbeit in der Industrie erinnernern; was vor 30 Jahren 20 Frauen schafften wurde zuletzt von einem Automaten und einem ‚Zehntel Automaten- Betreuer‘ in einem Zehntel der Zeit erarbeitet.
Der Ausweg, aus obigem Dilemma, der kein wirklicher ist, heißt möglichst viel und unnötiges produzieren, das regelmäßig weggeworfen wird …

Längst haben die Menschen vergessen, was uns früher, bei Einführungen gewisser ’neuer Moden‘ noch auffiel. Dass Familien z.B. durch einen Zweiterwerb nichts gewinnen. Dass dieses dazuverdiente Geld eben in Kinderbetreuung, Putzhilfen oder Fertigmenüs fließt.
Längst haben die Menschen vergessen, dass auch ein Leben ohne Vollbeschäftigung nicht nur möglich, sondern ganz wunderbar sein kann.
Längst haben die Menschen vergessen, was wirkliche Lebensqualität ist, dass Shoppen, Haben und Jetten kein wirkliches ‚Seelebaumeln‘ sind.

Wir arbeiten, anstatt zu leben.
Wir produzieren lieber Müll, als Lebensqualität und Liebe.

Oder wie der Biologe Prof. Paul Ralph Ehrlich sagte: ‚Ich bin sehr optimistisch, wenn ich mir vorstelle, was die Menschheit tun könnte. Aber ich bin sehr pessimistisch, dass sie es tatsächlich auch tun wird.‘

Oder wie der Schriftsteller Reinhard P. Gruber einen seiner Romanfiguren sagen lässt: ‚Ihr nährt Euch vom Gesündesten. Euer Gesündestes ist nicht existent ohne Verpackung. Eure Gurken haben Plastikhäute, Eure Milch hat Aluminiumschalen, Euer Fleisch wohnt in Nylonsackerln, Eure Getränke verbringen ihre Frist in Leichtmetall oder Glas, Euer Käse braucht Papier und Stearin, Euer Wasser rinnt nicht ohne Stahl und Plastik, Euer Obst braucht Tonnen von Chemie. Sobald Ihr esst und trinkt, wächst der Müll. Ihr esst nicht etwas weg, Ihr esst etwas dazu: den Müll!‘

Wir können uns gar nicht intensiv genug von dummen Gewohnheiten freimachen und gar nicht zu oft fragen: Wollen wir DAS wirklich?
WAS wollen wir?! …

 

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Eine Antwort zu Müll

  1. Inge Henneberg sagt:

    Wie wahr, jeder sollte sich das oben geschriebene immer wieder vor Augen halten und danach „handeln“.
    Für mich schon lange alltäglich, aber ich bin – nicht nur in diesem Bereich – wohl leider eine absolute Ausnahme, was ich nicht selten zu hören bekomme.

    Selbst beim täglichen Wasserverbrauch, obwohl da wo ich lebe, reines unbehandeltes Quellwasser durch die Leitungen fließt, durch das Leitungssystem, Filter etc. kommt es in reduzierter Qualität bei uns an.
    Daher – so oft ich die Möglichkeit habe – greife ich (wie z.B. seit Januar bis aktuell) – auf Schneewasser zurück bzw. ich vermische beides.

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