Was machte Hitler böse?

Gibt es ‚das Böse‘?
Ist Böse- Sein ein Charakterzug, eine unverrückbare Eigenschaft oder etwa gar genetisch bedingt?
Wer ist böse?
Warum ist er böse?

Findest Du diese Fragen schwierig zu beantworten?

Wenn ich mir die vielen psychologischen Arbeiten zu diesem Themenbereich ansehe, scheint es sich um überaus schwierig zu beantwortende Fragen zu handeln.
Kaum aber macht man wieder einmal den schon bekannten payoli- Blick ins Tierreich, in die Natur, ist es schlagartig ganz einfach:

Dieses sogenannte Böse gibt es primär in Zivilisationen!

In der Zivilisation, aus drei Gründen:

a) durch Charakter- ‚Defekte‘
b) aus Mangel und Not
c) durch abstraktes Denken

Sehe ich mir den ersten Grund an, unter welchen Bedingungen kleine Menschenkinder aufwachsen, ist es sofort klar: In unserer Gesellschaft passieren frühkindliche bis kindliche Seelen- Verletzungen und Persönlichkeits- Verbiegungen bis Verstümmelungen sonder Zahl.
Gerade unsere frühen Wochen und Monate sind überproportional wichtig für unsere späteren Lebensverläufe und Stabilitäten. Und gerade die werden so selten nichtartgerecht und lieblos gestaltet, dass man weinen könnte.
Was jeder ‚dumme Affe‘ selbstverständlich macht, kommt kaum einem Menschen in den Sinn. Kleine Primaten genießen 24 Stunden pro Tag den Mutterkörper- Kontakt, werden sofort nach der Geburt beleckt, erfahren in jeder Sekunde Geborgenheit, sind nie allein, können trinken wann immer sie wollen, können sich ständig in einer vertrauten Sippe aufgehoben und geborgen fühlen, und, und, und.

Es ist doch völlig unvorstellbar, dass ein Wesen, das immer nur Vertrauen, Geborgenheit, Liebe erlebt hat, irgendwann einmal zu einem Erwachsenen heranreift, der andere quält. All die Sadismen, Grausamkeiten, Bestialitäten die in unserer Gesellschaft allerorten präsent sind, sind Ausformungen einstmals verletzter Kinderseelen.

Auch die zweite Böse- Ursache ist ein typisches Zivilisationsprodukt.
In der freien Natur, oder z.B. wieder bei unseren nächsten Verwandten im Tierreich, wäre es undenkbar, dass jemand in der Sippe verhungert, während andere übergewichtig sind.
In unserer Gesellschaft ist das tagtäglich gelebte ‚Normalität‘! Je höher der einen Müllberge wachsen, desto mehr verhungern jenseits einer fiktiven Grenze.
Getoppt wird das Ganze auch noch dadurch, dass Armen das Luxus- Geprotze der Reichen via TV frei Haus geliefert wird. Um so unverständlicher dann das Erstaunen und Verärgertsein, wenn diese dann versuchen sich ihren vermeintlichen Teil vom Wohlstands- Kuchen zu holen …

Der dritte Grund ist ebenfalls ein Kind unserer Zivilisation. Goethe lies es in seinem Faust als ‚Die Kraft, die Gutes will und böses schafft‘ ausdrücken.
Praktisch alle unsere Kriege, Umweltkatastrophen sind darauf zurückzuführen.
Wir spinnen uns in unseren Gehirnen irgendwelche Theorien zusammen und sehen meist erst später, wie sehr es in der Praxis wieder einmal ‚in die Hose gegangen‘ ist.

Was wäre aus Hitler geworden, wenn er umhegt, geliebt und geborgen aufwachsen hätte können und in seiner Zeit Zufriedenheit und Wohlstand vorherrschend gewesen wären …

 

2 Antworten zu Was machte Hitler böse?

  1. Inge Henneberg sagt:

    Kann ich alles nur dick unterstreichen. So wie Krankheiten immer URSACHEN haben, hat auch das BÖSE seine URSACHEN.

    Wenn wir das erkennen und uns entsprechend verhalten, wäre doch endlich alles gut. Es wäre das Paradies (Your life)

    Die Frage bleibt allerdings, warum ist es nicht schon längst dazu gekommen, sind wir Menschen so wenig einsichtig und konsequent?

  2. Ja, warum sind wir Menschen so wenig einsichtig? Weil wir den versteckten Hitler auch in uns haben und immer, wenn wir ihn nicht sehen, ist unser Feindbild klar. Wir sind die Guten und die anderen die Bösen. Doch in der Erkenntnis, dass wir das alles auch sind, könnten wir auch so wie in diesem Gedicht reagieren: Entschärft mich!

    wenn ich eine Bombe wäre, jederzeit bereit zu explodieren, wenn ich zu einer Gefahr für euer Leben geworden bin, dann müsst ihr euch kümmern. ihr glaubt, ihr könnt entfliehen, aber wie? Ich bin hier mitten unter euch. (Ihr könnt mich nicht aus eurem Leben entfernen) und jederzeit könnte ich explodieren. ich brauche eure Zuwendung. Ich brauche eure Zeit. Ich brauche euch, damit Ihr mich entschärft. Ihr seid für mich verantwortlich, denn ihr habt gelobt(und ich habe es gehört), zu lieben und Sorge zu tragen.
    Ich weiß dass ihr viel Geduld braucht, wenn ihr euch um mich kümmern wollt, viel Besonnenheit. ich merke, dass die Bombe tickt, die es zu entschärfen gilt. warum also helfen wir einander nicht?
    Ich brauche es, dass ihr mir zuhört. niemand hat mir je zugehört. Niemand versteht mein Leid, auch die nicht, die sagen, sie lieben mich, die Qual in meinem inneren erstickt mich. Sie ist TNT, aus dem die Bombe besteht. es gibt sonst niemand, der mir zuhören will. deshalb brauche ich euch. Ihr aber scheint euch mir zu entziehen. ihr wollt euch retten, Sicherheit finden, diese Art von Sicherheit gibt es nicht.
    Ich habe meine Bombe nicht geschaffen. ihr seid es. die Gesellschaft ist es. Es ist die Familie. es ist die Schule. es ist die Tradition. Macht also bitte nicht mich dafür verantwortlich. kommt und helft; tut Ihr das nicht, werde ich explodieren. Das ist keine Drohung. es ist ein Hilferuf. Ich werde euch auch zur Seite stehen, wenn Ihr soweit seid.
    Aus: Nenne mich bei meinem wahren Namen, die letztendliche Dimension von Thich Nhat Hanh

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