Bankgeschäfte

Stell Dir vor, jeden Morgen stellt Dir eine Bank 86.400 Euro auf Deinem Konto zur Verfügung. Du kannst den gesamten Betrag an einem Tag ausgeben. Allerdings kannst Du nichts davon sparen. Was Du nicht ausgegeben hast, verfällt.
Aber jeden Morgen, wenn Du erwachst, eröffnet Dir die Bank ein neues Konto mit neuen 86.400 Euro für den kommenden Tag.

Ausserdem kann Dir die Bank das Konto jederzeit ohne Vorwarnung schließen. Sie kann sagen: das Spiel ist aus. Was würdest Du tun?

Wäre es nicht das Beste, jeden Euro zu genießen und die nicht mehr ausgeb- und genießbaren Euros an andere zu verschenken und sich damit Freunde zu machen?

Dieses Spiel ist Realität!
Jeder von uns hat so eine magische Bank: die Zeit.
Jeden Morgen bekommen wir 86.400 Sekunden Leben für den Tag geschenkt. Was wir an diesem Tag nicht gelebt haben, ist für immer verloren. Aber jeden Morgen beginnt sich das Konto neu zu füllen.

Was also machst Du mit Deinen täglichen 86.400 Sekunden?

Ich habe diese schöne Geschichte von Anthony de Mello ein wenig erweitert. Er möge mir das verzeihen, Euch möge sie erfreuen …

 

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7 Antworten zu Bankgeschäfte

  1. Sehr schöne Geschichte, wenn es die Zeitsparkasse nicht gäbe:


    Das Gegenteil passiert, Zeit hat noch der Pensionist und der Beschäftigungslose, der Arbeitende bekommt seine Zeit gestohlen, in immer kürzerer Zeit soll er mehr leisten, diese Verführung bringt die Ergebnisse von ausgebrannt sein, gehetzt sein, und dadurch Krankheiten, die den Mensch solange zerstören bis er aufsteht und erkennt.

  2. Inge Henneberg sagt:

    Dieser Vergleich hat mir sehr gefallen.
    Es wäre gut wenn wir uns immer vor Augen halten, daß die uns geschenkte Zeit nicht unendlich ist, wir sie also als etwas sehr Wertvolles betrachten und entsprechend sorgsam mit ihr umgehen.

    Bedeutet auch – zumindest sehe ich das so – dieses tägliche Guthaben für wichtige Dinge einzusetzen, daß sich Vieles auf dieser Welt wieder zum Positiven verändert, so wie es von Beginn an mal gedacht war, paradiesische Zustände.

    Z.B. – daß alle LEBEWESEN glücklich sein mögen, wobei ich besonders an die Fleisch- und Produkte-Esser denke.
    Dieses Elend der Massentierhaltung bis hin zum Schlachthof ist menschenunwürdig und noch dazu überflüssig und muß endlich aufhören.

  3. rundumswort sagt:

    Ein wunderbarer Vergleich! Ich bin krank und weiß nicht, wie lange ich noch leben darf. Deshalb sind für mich diese 86.400 Sekunden tatsächlich ein täglich neues Geschenk. Ich habe das bisher noch nie so nachgerechnet. Aber über die Tatsache bin ich mir bewußt. Es tut mir in der Seele weh, wenn ich den Kommentar von prometheus 141 lese. Denn früher habe ich oft genauso gedacht und war unzufrieden. Nachdem ich mich jetzt aber frage, was war denn eigentlich in meinem Leben? – weiß ich, dass es viel Schönes gegeben hat. Es ist mir nur jetzt erst bewußt geworden. Ich wünsche allen, die wie prometheus empfinden, dass sie es schaffen, die Zeit zwischen Hektik und Stress bewußt zu erleben. Und wenn es nur 300 Sekunden bei einer guten Tasse Kaffe sind.

  4. rundumswort sagt:

    Na klar kann das auch ein Saft sein! Aber wenn es um ein bißchen Glück geht, dann kann es sowas ungesundes wie eine Zigarette sein. (Bin selbst Nichtraucher). Egal, nur nicht in den Sekunden ertrinken, sondern mit Freude in ihnen schwimmen.

    • payoli sagt:

      Vielleicht haben wir alle unterschiedliche Glücke. Denn MEIN Glück ist ein langfristiges, lebensbejaendes, lebensachtendes. Etwas was mich oder andere schädigt oder zerstört könnte für mich kein Glück sein!

      PS: Deine ‚Geschichten‘ sind übrigens wunderbar! Gratuliere ganz herzlich!

      • rundumswort sagt:

        Danke für Dein Kompliment zu meinen Geschichten.
        DEINE Glücksmomente gehen auch aus Deinen Geschichten hervor. Hatte leider noch nicht die Zeit, sie alle zu lesen. Aber schon die Titel sind vielsagend. Da sind wir wohl auf einer Wellenlänge.
        Habe früher auch oft gestöhnt, so wie prometheus in seinem Kommentar, gestöhnt: alles zu viel. Aber jetzt bin ich in Rente, (64 Jahre jung), und habe vielleicht den Tod vor Augen. Klingt pathetisch, ist aber einfach nur banale Realität. Da kam die berühmte Frage: war das schon alles? Und eben diese Frage klingt für mich so abwertend, so, als wäre da nicht viel gewesen. Dabei habe ich doch 64 Jahre lang so unendlich viele Sekunden gelebt und erlebt.
        Habe inzwischen auch angefangen, mal einiges dazu aufzuschreiben. Aber ich traue mich nicht so recht damit an die Öffentlichkeit. Und „Krebstagebücher“ oder sowas hat die Welt durchaus genug. Bei Prominenten liest das sicher noch wer, aber so ein Mosaiksteinchen wie ich….
        Werde mich jedenfalls mit Deinen anderen Geschichten noch beschäftigen.

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