System- blinde Statistiken

Wie kommen unsere News, wie kommen Erkenntnisse zustande?
Es wird berichtet, was jemand gehört oder gesehen hat, Zusammenhänge die jemandem aufgefallen sind, Themen, die viele Menschen bewegen, usw.

Zwei gerne angewandte Effekte verwundern mich ob ihrer Unsinnigkeit immer wieder:

eine gewisse Systemblindheit und
statistische ‚Tricks‘

Wie, zum Beispiel, wird die ärmste Region, das ärmste Land ermittelt?
Indem erhoben wird, wer die wenigsten Dollars verdient oder besitzt!
Egal ob die Menschen dort vielleicht geldlos ohnehin alles haben oder im Paradies leben. Arm ist, wer weniger als einen Dollar pro Tag zur Verfügung hat!
Oder die zahllosen Sozial- Untersuchungen, die alle zu demselben Schluss kommen, nämlich, dass Armut krank macht.
Da stecken die Menschen, die Untersucher, die Wissenschaftler so tief in ihrem Systemdenken, dass ihre Scheuklappen ihnen verunmöglichen zu erkennen, dass Gesundheit NICHT korreliert mit Medizinischer Versorgung, mit teuren Lebensmitteln, mit sozialer Höherstellung.
Primaten zum Beispiel sehen ihr ganzes Leben weder einen Doc, noch ein Krankenhaus, kaufen nicht im Feinkostladen ein und haben weder eine Vorzimmerdame, noch x Untergebene. Und dennoch kennen sie nicht eine unserer zahlreichen Zivilisationserkrankungen, die bei uns mittlerweile bereits 90- 95% aller Erkrankungen ausmachen!
Sie leben sozusagen einfach in einem anderen System; und wie man sieht, in einem offensichtlich besseren.
Über diesen Tellerrand zu gucken, vergessen eben viele Wissenschafter, Journalisten, Mitmenschen …

Der zweite Effekt zählt zur Gruppe der Statistik- Irrtümer.
Man kann alles zählen. Man erhält bei allen erfassten Größen irgendwelche Funktionen. Wenn man deren Abhängigkeit von Jahreszeiten, Einkommen, Sozialstatus, Körpergewicht, Ländern, Breitengraden, und, und, und aufzeichnet, erhält man sogar wunderbare Kurven.
Kaum korreliert eine dieser Kurven mit einer anderen, wähnen wir auch schon einen Zusammenhang.
Entdecken wir z.B. eine Region, in der die Menschen besonders alt werden, wird sofort durchgezählt, was dort häufig verwendet, gegessen, geredet, getrunken, etc. wird. Und wehe, man findet eine ähnlich signifikante Größe in dieser Region, wie bei der Ausgangs- Größe! Schon bekommen wir ‚Oliven machen Korsen alt‘, Zitronen verhindern Krebs‘ oder ähnlichen Schwachsinn frei News ‚geliefert‘.
Doch auch hier spielt die oben angesprochene Bescheuklappung, um nicht zu sagen Benarrenkappung, eine entscheidende Rolle. Wir können uns einfach keine anderen, als die uns bekannten, also System- immannenten Faktoren vorstellen.
Doch unser System ist nun mal fehlerhaft, wie wir allerorten sehen.
Es ist relativ absurd, Hilfe für ein Fehlersystem in ebendiesem zu suchen …
Nur scheinbar, nur für das Monetär- System ist das Gegenteil von Armut Reichtum.
Für Lebensqualität, Gesundheit und Glück hat Reichtum keine Relevanz.

Deshalb: Steig aus! Steig ein ins Parardies 😉
Es gibt soviele erfolgreiche Mitwesen, die keine Kriege führen, nicht an Krebs oder Diabetes leiden, keinen Schulstress kennen, sich nicht vor Supermarktkassen anstellen, die keine Müllberge anhäufen …
Warum nicht von ihnen lernen?

 

8 Antworten zu System- blinde Statistiken

  1. ardogan sagt:

    Wieso muss ich all diese wichtigen Dinge erst jetzt lernen? Wozu binich so lange gesessen in der Schule?
    payoli Du bringst unseren Irrsinn immer wieder so schön auf den Punkt!
    Wenn ich Deinen blog lese, glaube ich immer, die Welt ist so einfach. Dennoch gehe ich immer wieder eingen dieser Seelenfänger auf den leim.

  2. wie ich armut heute definieren würde: Es ist wichtig, dass wir uns um die materiell Unterversorgten kümmern, und ihnen auch Angebote machen, dass sie an sozialen und kulturellen Errungenschaften teilnehmen können. Wer ist arm? Wer zum Beispiel Informationen zurückhalten muss, um keine Nachteile zu erfahren. Wer ist reich? Wer Informationen zurückhält, um andere nicht zu schädigen. Denn er sieht sich in der Verbindung mit dem Gegenüber. Er hat wenig Forderungen für sich, doch achtet darauf für andere das Optimale zu erringen. So haben wir es in diesem Prozess mit Mangel und Fülle zu tun. Die Angst, das ist die wahre Armut, sie fördert in uns den Mangel und damit die Gier nach mehr, die Fülle fördert den Mut und die Liebe sich für andere einzusetzen, und das geht nur, wer selbst in der inneren Fülle lebt. Das ist durchaus eine subjektive Sichtweise. So können wir nicht von objektiver Armut sprechen, soweit Grundbedürfnisse erfüllt werden können. Und in einer Gesellschaft, die sich in Richtung mehr Solidarität bewegt, ist es erforderlich, die Grundlagen zu erkennen, wie wir selber Mangel erzeugen, die aus unser Angst kommen und uns isoliert hat. Hier ergibt sich die Aufgabe das sichtbar zu machen, was unsere Angst, damit unseren Mangel verringern kann. In dem wir Informationen weitergeben, die jedem mehr zeigen, wie er in der Fülle leben kann, trotz scheinbar ungünstiger Bedingungen. Besser ausgedrückt. Wer wie ein Vogel im Dornbusch singen kann, kümmert sich wenig um die Dornen, doch sein Gesang verwandelt die Dornen in einen Rosenstrauch, soweit sie merken, der Frühling kommt, und die Rosen öffnen sich, wenn die Sonne scheint.

  3. susisu sagt:

    Brilliant!
    Das Gegenteil von Armut ist tatsächlich nicht Reichtum! Denn Reichtum ist bloß der nächste Irrtum.
    Danke, danke, danke für diese einfache, aber so wichtige Erkenntnis!
    Ein dickes Bussi von
    SusiSu

  4. Harry Pois sagt:

    Tststs! Bist das Du der da einen Kleinkrieg mit den Kneipp- Leuten ausficht?
    Wo bleibt das entspannte Primatentum? [gnnn]

  5. Inge Henneberg sagt:

    Finanzieller Reichtum kann das Leben angenehmer machen, zumindest solange wir uns in diesem System aller Industrieländer befinden.
    Ohne diesen finanziellen Rückhalt hätte ich niemals meinen Traum vom Leben in der NATUR (unbehandeltes Leitungs-Quellwasser, saubere Luft, ursprüngliche Berg-Landschaft, etc.) wahrmachen können.

    Aber ohne Gesundheit ist das natürlich zweitrangig, meine Erfahrung – optimal ist wenn man beides hat. Es muß kein Reichtum sein, aber die finanzielle Sicherheit schon.

    Leider ist es in der heutigen Zeit so, daß die Wenigsten noch einen Garten besitzen, in dem alles wächst was man zum Leben (für seine Nahrung) braucht)
    Man ist auf Bioläden etc. angewiesen und umsonst bekommt man halt nichts.
    Wildkräuter- oder Früchte wachsen im Winter auch im Traumland nicht und erfrieren bei Schnee und Eis. Die aktuell sichtbaren braunen Wiesenhänge bestätigen das.

    Aber – da sind wir wieder einer Meinung – alles Geld der Welt nutzt nichts wenn die Gesundheit verloren wurde, auch der beste Arzt der Welt kann diese nicht wiederherstellen, nur noch reparieren und oft nichtmal das.
    Und auch dafür gibt es täglich neue Bestätigungen.

  6. tinyentropy sagt:

    Aus dem System auszusteigen geht ja kaum noch. Wohin soll man dafür gehen? Selbst in die ehemals unberührten, hintersten Ecken unserer Erde hat sich das System bereits ausgedehnt. Die Menschen geraten allerortens in Abhängigkeit davon und dann bedeutet wenig Geld eben Armut und geringere Chancen. Das gilt auch für viele Indiovölker. Wenn wir uns nicht freimachen können, dann bringt es nichts sich darüber auszulassen wie gut es wäre es doch zu tun. Es steht kaum in unserer Macht. Dies gilt auch für Gorillas sobald sie von dem „System Mensch“ eingefangen wurden.

    Ja, die Philosophen sollten wie Plation versuchen sich von den Schatten zu lösen und das Tiefgründige zu erblicken. Aber die normalen Menschen werden kaum Chancen haben. Wir sind eben keine frei lebenden Affen. Und bald wird es auch kaum noch solche Affen geben.

    • payoli sagt:

      Also ich sehe in meinem Sohn, der in Äthiopien lebt und auch an meinem Leben, dass es sehr wohl geht! Es ist bloß die Frage, wie hoch man sich die Erwartungslatte legt. Doch selbst hier kann man sich m.E. relativ weitgehend ausklinken, indem man sich sein Essen selber zieht, regional biologisch einkauft, sparsam und konsumkritisch lebt und viel ‚unnötiges Zeugs‘ einfach nichtmitmacht.
      Was innerhalb von Generationen entstanden ist, können wir natürlich nicht innerhalb weniger Jahre rückgängig machen. Aber jeder Schritt in die Richtige Richtung ist ein richtiger und wichtiger Schritt und hat Vorbildcharakter für andere.
      Also, lass Dich nicht entmutigen! Irgendwann haben wir wieder unser Paradies! 🙂

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