M. ist tot!

 

Ein einzückender, liebenswerter Bub.
Einer der besten Freunde meines Sohnes.
20 Jahre wollte/ durfte er in diesem schönen Leben, auf dieser schönen Welt sein.
Kurze 20 Jahre! – Kurz für mich ‚alten Kracher‘.
Vielleicht lange und ereignisreiche Jahre für ihn.

Ein Auto- Unfall! So wie 4 Auto- Unfälle in den letzten Jahren, die ähnlich Jungen ebenfalls das Leben kosteten und die mein Sohn ebenfalls gut kannte.

Ein Auto- Unfall bei dem auch M.s Freundin (18) starb.
Zwei wunderbare junge Leben sind nicht mehr.

Ein ‚tolles‘ starkes Auto hatte er; sein ganzer Stolz!
Jetzt ist es ein Wrack. Zwei Menschen tot.

Wozu bitte!!!?
Wozu? Wozu? Wozu?
WO-ZU???
Welcher kurze Kick, welches geile Gefühl kann solch einen ‚Preis‘ rechtfertigen?

Was hätte er, was hätten sie nicht alles noch erleben, durchlieben können, was hätten sie noch lachen, weinen, tanzen, lernen, chillen können. Was hätten sie noch erleben, Spaß haben, Party machen können …
Ihnen standen noch alle Möglichkeiten offen. Sie hätten Jackpot- Gewinner, Nobelpreisträger, große Entdecker, hochgeschätzte Mitarbeiter, Chefs, Mutter, Vater … werden können!

‚Diese Scheiß- Autos‘ war mein erster zorniger Gedanke bevor die Tränen liefen …
Ist das Auto ‚Schuld‘?
Die Auto- Hersteller, die mit solch überstarken, ‚tollen‘ Autos locken?
Der Gesetzgeber, der unsere Jugend zulässt zu diesen ‚Mordinstrumenten‘?
Sind die Filmemacher ‚Schuld‘ die kaum mehr einen Film hinkriegen ohne quietschende Reifen, ohne rasende Helden?
Haben Video- Games M. für die hohen Geschwindigkeiten ‚angefüttert‘?
War M. ‚Schuld‘ an seinem Unfall?
Kann ein 21 jähriger mit wenigen tausend Kilometern Fahrpraxis alle Situationen einschätzen können?
War seine Liebe zum Auto, seine Liebe zur Geschwindigkeit ‚Schuld‘?

Warum mögen junge Burschen so sehr das Schnellfahren?
Wollen sie damit etwas zeigen? Etwas beweisen?
Wollen sie sich damit Anerkennung, Bewunderung ‚erkaufen‘?
Warum wird ihnen davon nicht genug zuteil?
Warum meinen wunderbare junge Menschen, von denen jeder einzelne ein Geschenk für die Welt, und unsere Zukunft ist, etwas beweisen zu müssen? Sich Anerkennung und Bewunderung ‚erwerben’/ ‚erkämpfen‘ zu müssen?

Ich glaube, dass das die einzig wirkliche Ursache all unseres Leides hier ist.
Wir lieben uns und einander zuwenig.
Wir sagen unseren wunderbaren Kindern nicht, dass sie wunderbar sind.
Stattdessen verlangen wir gute Noten, gutes Benehmen, Leistungen, Erfolge …

Doch diese Wunderwesen sind schon!
Sie sind schon liebenswert. Sie sind schon wunderbar. Sie sind unsere Zukunft.
Sie alle sind Wunder und Geschenke, die es ‚wert‘ wären, ob ihrer selbst uneingeschränkt geliebt zu werden.

Liebe junge Leute,
Ihr seid wunderbar!
Wir lieben Euch über alles.
Wir sind nur leider so blöd, dass wir dazu erst solch tragische Anstöße brauchen …
Dafür entschuldigen wir uns …

M., Dir und Deiner Freundin zünd‘ ich eine Kerze an. Eine Kerze der – vielleicht leider verspäteten – Liebe …

 

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4 Responses to M. ist tot!

  1. rundumswort sagt:

    Oh payoli, Du hast so sehr recht! Auch ich werde eine Kerze anzünden für M. und seine Freundin. Aber auch für alle anderen, die diesen sinnlosen Tod gestorben sind.

  2. zentao sagt:

    Lieber Werner
    es tut mir Leid, dass Du solches in dem Freundeskreis Deines Sohnes erfahren musstes. Warum? Wir sind auf dieser Welt um zu lernen, manche müssen auf die Harte Art lernen. Meistens haben es die zurückgebliebenen schwerer als jene die gehen müssen. Du hast es schon gesagt; Liebe – Du meinst zu wenig geliebt zu haben, das hadern hilft Dir auch nicht weiter. Ich bin überzeugt, dass wir uns selber entscheiden, wie und wo, wir auf diese Welt kommen – wir entscheiden, aber auch wann und wie wir von dieser Welt gehen wollen und diese Entscheidung gilt es zu akzeptieren. Auch wenn es hart ist, ist Loslassen jetzt Notwendig.
    Liebe Grüsse zentao

  3. susisu sagt:

    Ich weine mit Euch und entzünde eine Kerze im Herzen für alle jungen Menschen die noch vor einer vernünftigeren und liebevolleren Zeit geboren werden mussten …

  4. Gwendalina sagt:

    Mein tiefes Mitgefühl für alle Menschen, die unter dem plötzlichen Verlust dieser wundervollen jungen Menschen leiden. Ja, es macht traurig und wütend zugleich, dass sowas überhaupt passieren muß. Danke Willi, du bringst es genau auf den Punkt: du hast vollkommen recht, dass wir unseren Kindern viel öfter sagen müssten, dass sie wundervoll, einzigartig und liebenswert sind! Aber warum tun wir es zu selten oder gar nicht? Weil wie du ja sagst, wir selbst uns zu wenig lieben, also ist es ja unser Aller Aufgabe endlich zu erkennen wie wunderbar liebenswert wir selbst sind, denn wenn wir das erkannt haben, können wir diese Liebe auch uneingeschränkt an unsere Kinder und an alle anderen Lebewesen weitergeben. Ja ich bin überzeugt wir sind hier um genau das zu lernen, um uns zu erinnern, dass wir Liebe sind. Und wir sind auf dem richtigen Weg, auch wenn manche Dinge für uns nur schwer oder gar nicht zu verstehen sind.
    Es gilt also an erster Stelle viel Liebe und Akzeptanz für unsere eigenen Fehler und Macken aufzubringen, also nicht da draußen nach dem „Schuldigen“ zu suchen, sondern erstmal meine eigenen „Mängel“ zu erkennen und mich uneingeschränkt zu lieben. Dann können sich die vermeintlichen Mängel auflösen und ich kann loslassen, wie Zentao ja so schön schreibt. Danke übrigens Zentao für deine Worte!

    In diesem Sinne
    ich liebe und umarme euch Alle, denn wir sind wunderbar, liebenswert, einzigartig und doch alle Eins 🙂

    herzliche Grüße
    Gwendalina

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