Wild, urwüchsig …

… starktriebig, ungestüm, kraftvoll, ausufernd, ungezähmt ….
Sind das nicht Eigenschaften, Energien, die wir in der heutigen Zeit in dieser wohlgeordneten Zivilisation gut gebrauchen könnten?
Vielleicht sogar dringendst bräuchten?
Sind diese Eigenschaften, diese Kräfte aus der geordnet braven Ecke, von der angepassten, guterzogenen Seite zu erwarten?
Oder macht eher Angepasszes angepasst und Wildes wild? Eher Ungestümes ungestüm?

Die obigen Eigenschaften sind die zweifellos treffendsten Beschreibungen der besonders jetzt im Frühling aktivsten, das ganze Jahr über aber erntbaren Wildkräuter: Brennessel, Vogelmiere und Giersch.

Alle drei sind Pionierpflanzen, Vorstürmer, Wegbereiter. Warum sollten wir diese wunderbaren Eigenschaften NICHT nutzen, uns NICHT einver- leiben, uns an- eignen?

Alle drei sind leicht zu erkennen, praktisch überall auffindbar, einfach zu ernten.

Bei der Brennessel musst Du bloß ‚von unten nach oben‘ zugreifen um Dich nicht zu ‚verbrennen‘ oder sie mit der Schere abschneiden. Am günstigsten ist es die Triebspitzen zu ernten.
Auch bei der Vogelmiere ernten wir die frischen grünen Triebspitzen und achten auf ihre glatten unbehaarten Ränder (und ev. weißen Blütchen) um sie nicht mit dem bitteren, aber ebenfalls essbaren (blau blühenden) Ehrenpreis zu verwechseln.
Um den Giersch nicht mit anderen teils auch giftigen Doldenblütlern zu verwechseln ist es ratsam auf seinen dreikantigen Stängel zu achten. Wer ihn aber einmal in natura gesehen, gerochen und geschmeckt hat kann ihn nicht mehr verwechseln. Besonders zart und würzig sind seine noch etwas zusammengefalteten jungen Blättchen.

Diese ‚großen Drei‘ würden allein schon reichen, um Dich gut und wirkstoffreich übers Jahr zu bringen.
Sie sind jetzt im Frühling in ‚rauen Mengen‘ erntbar, bis spät in den Herbst auffindbar und für den Winter auch milchsauer einlegbar (zu dieser wunderbaren, energieaufwandslosen Methode des Haltbarmachens, die diese ohnehin schon wertvollen Kräuter noch gehaltvoller macht demnächst mehr).

Diese Kräuter können direkt vor Ort frisch genossen werden (die Brennessel zuvor etwas zwischen den Fingern oder sicherer, zwischen bekleidetem Unterarm und Oberschenkel rollen), zuhause zu Salat verarbeitet werden oder als tägliches, leicht mitnehmbares smoothie mit Orange, Apfel, Banane und ev. einigen Nüssen gemixt werden.

Besonders der Giersch ist sehr eiweißreich und hilft ‚alte Fleischsünden‘ auszuscheiden. Alle drei beinhalten ein vielfaches an Wirkstoffen von ’normalem‘ Gemüse.
Beachte also auch bei den verzehrten Mengen, dass bereits ein Zwanzigstel der üblichen Salatmengen denselben Inhaltsstoffgehalt aufweist. Du kannst aber kaum zu viel davon essen. Mit mehr entgiftest Du bloß etwas stärker …

Natürlich kannst Du Dir diese Drei mit jeder Menge anderen Wildkräutern ergänzen: Gundermann, Gänseblümchen, Veilchen, Löwenzahn, Kirschen- Brombeer-, Himbeer-, Erdbeer- oder Lindenblättern, Breit- oder Spitzwegerich, Hopfentriebe, Schafgarbe, Bärlauch, etc.

Aber auch Gras ist essbar. So wie in unseren Breiten so ziemlich alles gefahrlos – roh – kost-bar ist. Ich kenne nichts, das roh gut schmeckt und giftig wäre …

Zu Beginn halte Dich aber eher an Bekanntes bzw. die ‚Großen Drei‘. Schnell wirst Du auf den Geschmack kommen und Deinen ‚wilden Speisezettel‘ erweitern …

Besonders jetzt im Frühling brauchen wir Wildkräuter dringend. Lass Dir diese wunderbaren Gratis- Geschenke keinesfalls entgehen!

 

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4 Antworten zu Wild, urwüchsig …

  1. winnieswelt sagt:

    ich war gestern auf der Seite: http://www.heilfastenkur.de/tth_Heilpflanzen_und_Heilkraeuter.shtml stöbern, … so viele tolle Sachen

  2. Inge Henneberg sagt:

    Ein Hoch auf die Wildkräuter, nicht nur sehr aromatisch – auch noch total gesund und außerdem kostenlos. Leider habe ich vom Wert dieser Pflanzen erst sehr spät erfahren.

    Ich frage mich allerdings, warum kamen sie in meinem Elternhaus oder auch bei den Großeltern nicht vor, allenfalls waren sie als lästiges „UNkraut“ bekannt? Man – und auch ich – wußte es nicht besser.

    Oder im Krieg, als es so gut wie nichts zu kaufen gab, Nahrungsmittel wurden vom Staat mittels Lebensmittelmarken zugewiesen.
    Warum wurde zumindest in dieser kargen Zeit nicht auf diese Wildpflanzen hingewiesen, wir hätten sie dringend gebraucht.

    Statt dessen Zucker und Dosenfleisch auf Marken, unglaublich.

  3. Marie Ann sagt:

    Vielen Dank für die Infos! Ich bin allerdings immer noch etwas unsicher, was ich alles essen kann. Hast du einen guten Literaturtipp, wo ich Infos über Wildkräuter (inklusive Gras und Blümchen) auch mit Bildern bekomme?
    Liebe Grüße
    Marie Ann

    • payoli sagt:

      Ich hab zahllose Kräuter- und Pflanzenbücher, könnte aber keines uneingeschränkt empfehlen. Ein Kraut ist in einem, ein anderes in einem anderen Buch gut abgebildet …
      Google einfach nach Vogelmiere, Gänseblümchen, Spitzwegerich, Breitwegerich, Veilchen, Löwenzahn, Giersch, Bärenklau, Schafgarbe, Brennessel, Taubnessel, Malve, Gundermann, Wegwarte, Knoblauchrauke, Brombeerblättern, Erdbeerblättern, Lindenblättern, Kirschenblättern; da findest Du verschiedenste Fotos.
      Mit diesen paar Wildies hast Du einen mehr als guten Anfang gemacht.
      Jedes Kraut das Du mal in natura gesehen hast wirst Du dauerhaft wiedererkennen. Deshalb sind auch Wildkräuterwanderungen empfehlenswert.
      Lass Dir’s schmecken!

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