Ist Dir schon aufgefallen …

… was ‚entfalten‘ für ein wunderbares Wort ist?

Jetzt im Frühling sieht man überall die Knospen sich ent-falten.
Wenn man eine Knospe aufschneidet oder beobachtet wie sie sich öffnet sieht man, dass darin bereits das ganze Blatt, die komplette Blüte, fallweise sogar ein ganzer Zweig mit seinen Blättern – zwar klein und zusammengeknäuelt aber – vorhanden/ angelegt ist.
Es braucht sich bloß noch zu ent-falten. Es wird sozusagen vom Pflanzensaft ‚aufgepumpt‘. Ähnlich einer frisch geschlüpften Libelle, die ebenfalls klein und ‚zerknittert‘ ist, bevor sie sich ‚aufpumpt‘.

Und was hat das in ‚paradise your life‘ zu suchen?

Dieses, an Knospen zu beobachtende Prinzip ist durchgängig zu beobachten. In jedem Samen, in jeder Knospe, ist die ganze Pflanze, in jeder Zygote, in jedem Embryo, in jedem Baby ist der ganze Mensch angelegt.
Er braucht sich bloß noch zu ent- falten.

Wir bräuchten ihn nicht zu er-ziehen. Ja, wir sollten ihn gar nirgends hin- ziehen!
Wir können vor dem Hintergrund von Myriarden von tagtäglichen Entfaltungen in der Natur absolut sicher sein, dass auch unsere Kinder sich zu lebenstüchtigen Wesen ent-falten werden.

Kein Baum, keine Pflanze, kein Tier sorgt sich um das Gedeih des sich Entfaltenden, das sich nach seinem perfekten Plan entwickelt.
Bloß der Mensch meint eingreifen und erziehen zu müssen, Verbote und Gebote aufzuzwingen, kein Vertrauen in die selbständige Entfaltung haben zu können.

Und warum?
Weil die Gesellschaft sich im Laufe der Zeit derartig ver-rückte und unnatürliche Verhalten, Normen und Gesetze zulegte, zu denen sich kein sich Entfaltender hinentfalten könnte. Dahin ‚muss‘ erzogen werden!

Wir schaffen es also, einen natürlichen Prozess, der zur Jahrmillionen erprobten Perfektion hinführt zu unterbrechen, indem wir dem Heran- Reifenden und Wachsenden Verhaltensweisen antrainieren und aufzwingen, die zu Krankheiten, Problemen, Umweltzerstörung, asozialem Verhalten, Aggressionen, und, und, und führen. Oder kürzer gesagt, zu genau der kranken Gesellschaft, die wir jetzt haben …

Da auch ich viele solcher Fehler bei meinen Kindern gemacht habe, die mich heute sehr schmerzen, kann ich nur alle jungen Eltern inständig bitten, Vertrauen in die Natur, in die Entfaltung ihrer Kinder zu haben.

 

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6 Responses to Ist Dir schon aufgefallen …

  1. inge henneberg sagt:

    Wieder einer dieser Beiträge, welche ich so liebe – dem ist nichts hinzuzzufügen.

  2. so ist es, nicht tun, still sitzen, der frühling ist da, und das gras wächst der sonne entgegen, das tun wir auch, nur was wehrt sich da? es ist das denken und nicht der geist: „Primär existiert nur Zusammenhang, das Verbindende ohne materielle Grundlage. Wir könnten es auch Geist nennen. Etwas, was wir nur spontan erleben und nicht greifen können. Materie und Energie treten erst sekundär in Erscheinung – gewissermaßen als geronnener, erstarrter Geist.“
    hans peter dürr

  3. „Ihr könnt Freiheit in jedem Moment eures täglichen Lebens praktizieren. Jeder Schritt, den ihr geht, kann euch helfen, eure Freiheit wiederzuerlangen. Jeder Atemzug kann euch helfen, eure Freiheit zu entwickeln und zu kultivieren. Wenn ihr eßt, eßt als ein freier Mensch. Wenn ihr geht, geht als ein freier Mensch, Wenn ihr atmet, atmet als ein freier Mensch. Dies ist überall möglich.“ – in einem Vortrag in der Maryland Strafanstalt/ USA 2000 Thich Nhat Hanh

  4. freudefinder sagt:

    wundervoll hergeleitet – ja, ich selbst stolperte kürzlich über das Frühlingswort – die Bäume treiben Blüten – die Knospen kommen da nicht einfach cool angeschlendert, nein, sie werden von einer Kraft getrieben ins Leben hinaus. Ist schon schön, wenn man genau hinschaut bei den Worten

  5. herzlichen Dank Freudefinder,

    wer sieht, wie alles mit allem in Verbindung ist,
    der atmet die Freiheit des Augenblicks, wo auch
    immer, das habe ich bei Thich Nhat Hanh 7 Jahre
    als Leiter einer Sangha in seinem Sinne praktiziert,
    bis mir klar wurde, der Geist weht wo er will, wenn ich
    in der Verbindung bin kann ich ihn immer wieder im
    Augenblick erspüren und das erlebe ich als sich öffnen,
    sich erweitern als aufblühen. Es gibt so eine wunderschöne
    Geschichte, ein Gespräch von einer Sonnenblume mit einer Rose.

    So sagte die Sonnenblume: „Öffne Dich, siehe ich strahle und bin den ganzen Tag und in der Nacht offen“. „Oh“, sagte die Rose:“ Und ich öffne mich vollkommen, wenn die Sonne scheint!“
    Natürlich gibt es auch die Qualität wie ein Vogel im Dornbusch zu singen, und das ist natürlich einer Frage der Energie oder der Sonne in uns, was wir ja auch Geist Gottes nennen könnten.

  6. ardogan sagt:

    Guter Gedanke, dass meine Tochter sich von alleine entfalten wird!

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