Zuvielisation

10. Mai 2012

Motto: Selbst des Guten zuviel ist schlecht!

Um beim Unangenehmen zu beginnen: Dieser blog stellt jeden Tag einen – entschuldigt schon, aber – hochkarätigen Artikel zur Verfügung.
Nur eine Idee oder nur ein Satz eines solchen Artikels wurde noch vor 100 Jahren in wochenlanger Arbeit auf Leinen gestickt und hing dann ein Leben lang als Weisheit über dem Waschtisch oder Herd.
Also ist, womit ich Euch heute überfrachte vielleicht für manche zu viel!
Vielleicht wäre es besser, Ihr würdet Euch einen Tipp rauspicken und diesen wochen- oder monatelang verinnerlichen und verwirklichen.

Und der noch unangenehmere Teil: Auch ich bin seeehr anfällig für zuviel von allem 🙂

Doch so ergeht es uns heute mit allem. Wir haben von allem zu viel. Wir wollen und leisten uns immer zuviel!

Einige Gedanken dazu:

Es gibt praktisch nichts, von dem wir heute nicht mehr hätten, als früher. Und noch weitaus mehr als zu Urzeiten.
Das aber bedeutet nichts anderes als wir leben längst nicht mehr artgerecht.

Zuviel ist nicht immer eine Bereicherung oder Vermehrung. Es kann auch eine Belastung sein. Oder umgekehrt gesagt: Ein Weniger kann sehr bereichernd sein.
Oder wie eine liebe Freundin sagte: ‚Herrlich das Fasten. So ganz ohne Gedanken ans morgige Einkaufen!‘.

Wo ein Zuviel ist, findet sich gegenüber immer ein Zuwenig. Zum Beispiel: Zuviel Arbeit – zuwenig Zeit! Weniger Geld – mehr Freizeit!

Sieh Dir den Lebensstil alter Leute an! Ein Butterbrot als Abendessen! Löchrige Socken stopfen! Holz (händisch) hacken/ sägen! Das Sprech- Tempo! Das Ess- Tempo! Das Geh- Tempo!

Sieh Dir das Bewegungstempo von Kindern, von Primaten an! – Entschleunige Dich!

Keine Termine mehr! Stattdessen unverbindliche Zusagen oder überraschende Besuche/ Treffen. – Natürlich ‚darf‘ man dann auch nicht enttäuscht sein, wenn es nicht klappt.