Sex = Energie

18. Mai 2012

Was meinst Du was uns ‚antreibt‘, Kraft gibt, Elan veruracht, Ziele erreichen und Passionen ausleben lässt?

Ja! Die Sexualenergie!
Wir benennen sie bloß nach unserer Geschlechtlichkeit. Doch sie ist eine universell einsetzbare und angewandte Energie.
Es steht uns frei, diese Energie auf geschlechtliche Aktivitäten zu verwenden, damit ein Gedicht zu schreiben, irgendeine Bestzeit zu erreichen oder wie Adriano Celentano sehr witzig in einem Film vorzeigte, Holz zu hacken.

Wer das nicht glauben kann, sehe sich doch nur die höchst unterschiedlichen Sexualpraktiken und Objekte der Begierde an. Homo- und Hetero- Sexualität, Sado-, Maso- Praktiken, verschiedenste Fetischismen, Voyeuris- und Exibitionismen zeigen WIE austauschbar unsere Möglichkeiten sind, Lust aus unserer Sexual- oder Ur-Energie zu schöpfen.

Die Psychologie geht sogar so weit, hinter jedem Alltagsverhalten, hinter jeder Geste und Handlung die entsprechenden sexuellen Vorlieben ausmachen zu können.
Die Logik dahinter: Jede (Verhaltens-)Art muss ihre ureigene Ursache haben. Wenn der Antrieb hinter allem Tun die Ur- Energie ist, muss deren individuelle Lenkung zu unseren Eigenheiten führen …

Ein Maler oder Fotograf zum Beispiel kann nur durch das Ausleben seiner Voyeuristischen Sexualenergie- Umlenkung ausreichend emotionell und damit erfolgreich sein.
Detto ein Schauspieler, der ohne ein gerütteltes Maß an Exibitionismus nur müdes Agieren zustande brächte …

Ganz brutal gesagt: Unsere sogenannte Kultur fußt auf Sexualstörungen!

Jeder unglücklich Verliebte oder Pubertierende zeigt, dass nur damit die schönsten Liebesgedichte gelingen.
Wäre uns heute noch ein paradiesisch tabuloses Leben möglich, würden wir unsere Ur- Energie an unsere Partner ‚verschenken‘, es gäbe all unsere Errungenschaften, Kunstwerke, Entdeckungen, Erfindungen, etc. nicht.
Wir hätten sozusagen alles, ohne etwas tun zu müssen. Wir hätten alles, durch reines Sein.
– Wie die Tiere! 😉

Natürlich gibt es viele, denen leid wäre um unsere Kultur. Auch das ist eine legitime Position.
Doch mir wurde häufig fast schon schlecht, wenn ich mir in zweifellos oft imposanten Domen das viele Blut und den Schweiß, der da drinnensteckt, vorstellte.
Natürlich liest sich Goethes und Heines Geschmachte wunderbar. Wenn diese stattdessen aber ein entspanntes, liebevolles Miteinander mit ihren Liebesten hätten genießen können, anstatt Entbehrungs- Gedichte zu verfassen, wär‘ das sicherlich nicht weniger wunderbar gewesen … 😉

Brauchen wir noch die aus Verweigerungen und Tabuisierungen entsteheneden ‚Aufregungen‘, Abwechslungen, Antriebe und Werke oder sind wir schon reif uns dauerhaft in Harmonie zu ‚langweilen‘? 😉

Allein DAS sich immer zu vergegenwärtigen, kann fallweise höchst bereichernd und erhellend sein!