Was bitte ist ‚Wirkungsgrad‘?

Einer der wichtigsten Begriffe in der Technik!
Doch heute scheint er mir völlig vergessen zu sein.

Wirkungsgrad ist das Verhältnis von hineingesteckter Energie zu herauskommender Energie. Das Verhältnis von Aufwand zu Nutzen.

Ist der Aufwand einen Webstuhl zu bauen so groß wie die damit eingesparten Stunden und Energien an gewebten Stoffen ist der Wirkungsgrad 1 oder 100%.
Ist die herauskommende Energie und Arbeit größer als die investierte, ist das ganz wunderbar, man hat einen Nutzen und der Wirkungsgrad ist größer als 1 bzw. größer als 100%.
Ist die investierte Energie, der investierte Aufwand größer als das was man herausbekommt, war es kein Erfolg, ein Hobby oder ein schlechtes Geschäft. Der Wirkungsgrad ist dann kleiner als 1 bzw. kleiner als 100%.

Praktisch alle früher erfundenen Maschinen und Hilfsmittel hatten einen Wirkungsgrad größer 100%. Die alten Schienenstränge tragen heute noch die Züge, die Webstühle arbeiten heute – zwar mittlerweile in den Dritte Welt- Ländern, aber – immer noch und mein Schraubstock, den schon mein Großvater nutzte verstärkt heute noch meine Kräfte.

Ein verdächtiger und fataler Effekt ist, dass heute kaum mehr auf den Wirkungsgrad gesehen wird bzw. dass dieser verschleiert wird. Kaum ist ein neues Handy auf dem Markt, folgt auch schon die nächste Generation, die auch bereitwillig angenommen wird. Niemand fragt sich noch, ob sich das alte Handy schon amortisiert hat. Kann das auch kaum mehr wirklich errechnen, da die Preise ja völlig Material- und Aufwands- unabhängig festgelegt werden.

Viele unserer Unkosten werden in Dritte Welt- Länder ‚verschoben‘, viele durch undurchsichtige Preispolitik verschleiert und durch andere Dienste und Gebühren gestützt.
Zudem leben wir so sehr im Überfluss- Wahn, dass kaum noch jemanden ein Wirkungsgrad interessiert. Wir arbeiten rund um die Uhr oder tun zumindest so als ob und haben dadurch immer Geld oder Kredit um alles kaufen zu können, was angeboten wird.
Ob dadurch Bodenschätze oder Menschen hemmungslos ausgebeutet werden oder nicht, ob jemand übervorteilt wird und ‚unsere Rechnung‘ bezahlt, ist uns ziemlich wurscht.
Auch haben die Menschen heute kaum mehr ein Gefühl für Werte, für Arbeit.
Ist auch verständlich. Wer kennt schon noch jemanden, der in einer Rohstoff- Mine schuftet, der seinen Acker noch per Hand umgräbt, der für einen kleinen Bogen in einer Metallstange 100mal kraftvollst auf den glühenden Stahl schlagen muss?
Na klar machen das heute Maschinen. Doch auch die ‚wollten‘ gebaut, geschmiedet, deren Erze geschürft werden …

Ich würde mich über mehr Bewusstheit der verwendeten Stoffe und Dinge bei den Menschen freuen. Auch hielte ich ein solches Denken für jedermensch sehr dienlich. Man versteht damit ‚die Welt‘ und Zusammenhänge besser. Bekommt ein Gefühl für Werte, Strukturen und Ungleichgewichte.
Schau Dir also vielleicht demnächst die Dinge die Du verwendest, die Dich umgeben, mit einem anderen, mit solch einem Wirkungsgrad- Blick an …

 

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