Geldwirtschaft

Leser dieses blogs, die payolis wissen, dass nicht nur unser zivilisiertes Ernährungs-, Bewegungs- und Sozial- Verhalten grottenfalsch sind und sich gegen unsere Ur- Bedürfnisse richten, sondern dass wir auch völlig falsch denken.
Dieser Punkt ist für viele der am schwierigsten erkennbare. Zu lange schon denken wir in unseren logischen, zielgerichteten Bahnen. Zu viele Gedanken anderer sind schon eingeströmt auf uns, als dass wir uns noch andere Arten zu denken vorstellen könnten.

Der Idealfall des ’neuen Denkens‘ wäre sozusagen das Bauchdenken, die reine Intuition. Doch auch die hält viele Fußangeln für uns bereit und ist ebenfalls sehr zivilisationsgefärbt.

Die nächst beste Stufe wäre das Kinder- Denken. Doch auch das – es ist ja fast müßig zu betonen – ist massiv Zivilisations- beeinflusst. Kaum noch jemend kennt ein ‚wirkliches Kind‘, ein Zivilisations- unbelecktes Kind. Kaum noch jemand macht sich eine Vorstellung wie Kinder sich verhalten und entwickeln würden,wenn sie nicht ständig ‚erzogen‘ würden.

Doch schon das ’normale‘ Kinderdenken kann sehr viele Zivilisations- Denkfehler verblüffend einfach entlarven.
Kürzlich hatte ich eine Diskussion über die Geldwirtschaft, über Spekulation. Ich war verblüfft, WIE SEHR die Menschen durch eine Unzahl von Fachausdrücken mit Blindheit geschlagen sind.
Zum Beispiel wird unterschieden zwischen mündelsicheren Anlageformen und riskanten. Welch ein Wahnsinn! Es wird Sicherheit vorgegaukelt, wo es nie und nimmer Sicherheit geben kann.
Es gibt nichts, absolut nichts, was sicher sein könnte. Das ‚verdanken‘ wir dem Geldsystem, das aus realen Werten, irrationale Zahlen-, Spekulations- und Manipulations- Spiele macht.

Die Einzigen, die davon profitieren sind einige Wenige, die, um wirklich reich zu werden und zu bleiben natürlich viele Anleger, um nicht zu sagen viele Dumme brauchen, die sie abzocken können. Die werden wie eine Schafherde dort hingetrieben, wo man sie gerade braucht. Aus diesen Notations- Auf-und- Abs ziehen diese Leute dann ihre, jeweilig kurzfristigen Gewinne. Während die große Masse dann vom kurzen Auf berauscht, träge und bald ins Bodenlose abstürzt bzw. die noch Trägeren vor dem Nichts stehen, sind die ‚Schäfer‘ bereits weitergezogen. – Natürlich mit ihrem ‚Schärflein‘ im Trockenen!

Das Witzig- bis Tragischte an dem System: Je – vermeintlich – gebildeter die Menschen sind, desto blinder wurden sie sozusagen gemacht. Zu schlau wurden all die Fallen und Tricks um- und positiv benannt.

Hier kann nur ein absolut kindliches Denken helfen. Doch selbst das wird von vielen einfach nicht verstanden, da es sich nicht all der ihnen bekannten Vokabeln bedient.
Zum Beispiel der einfache Satz: ‚Wo sollte dieser Idiot sitzen, der Dir immer mehr Geld zurückgibt, als Du ihm gegeben hast?‘ oder ‚Glaubst Du ernsthaft, dass, wenn Du Dein Geld irgendwo hinlegst und wegsiehst, es dann zu arbeiten beginnt?‘ macht ‚Geld- Leute‘ ob solch eines himmelschreienden Unverständnisses völlig fassungslos 😉

Man kann dieses Geld- Thema drehen und wenden wie man will, man kann hochkomplizierte Kurven und Tabellen studiern, man kann glauben was man will, aber es ist Fakt, dass es – wieder kindlich gedacht – nicht funktionieren kann, dass sich Leute bequem zurücklehnen und erwarten, dass sich ihr Vermögen vermehrt bzw. dass es andere für sie vermehren.

Denn das ist auch so ein Punkt, der durch Vokabel wie ‚Zinsen‘, ‚Geld arbeitet‘, ‚Renditen‘, ’shareholder value‘, etc. verschleiert wird: Dass schlicht und ergreifend dabei andere abgezockt und ausgebeutet werden.

Also, wie ist es ‚Kindchen‘? Wollen wir in Zukunft vielleicht lieber immer einfach denken? Uns nur von Apfelbäumen und Sonnenuntergängen beschenken lassen und ansonsten redlich, fleißig und gern das tun, was uns Spaß macht und was wir für unseren Bedarf brauchen? 😉

 

3 Antworten zu Geldwirtschaft

  1. susisu sagt:

    Ja, und wie jetzt? Nur mehr tauschen oder was schlägst Du vor?
    Bussi
    Susisu

    • payoli sagt:

      Ich lass nicht so gern den Alleswisser raushängen und bin es auch nicht. Gute Lösungen müssen langsam entstehen, sich entwickeln und reifen.
      In der Natur passiert das seit Jahrmillionen und dort wird auch nicht getauscht.
      Auch ich denk mir, tauschen ist schon wieder sehr zielgerichtet um nicht zu sagen berechnend.
      Wir werden es vermutlich nimmer erleben, aber ich kann mir nur vorstellen, dass Menschen in Frieden und Harmonie leben, wenn jeder nur das tut, was ihm Freude macht und was er gerne tut. Und die Überschüsse davon anderen unentgeltlich überlässt.
      Ein Vergleich mit einem Haselnussbusch oder einem Apfelbaum kann in solch einem Fall sehr lehrreich sein … 😉

  2. inge henneberg sagt:

    „Von Apfelbäumen und Sonnenuntergängen beschenken lassen und tun was uns Spaß macht.“. Du entführst uns in eine Traumwelt, zu schön um wahr zu sein.
    Aber – die Richtung stimmt, wenn nur jeder davon ein wenig für sich verwirklichen kann, es wäre ein Anfang.

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