Wir Zwei- Hirner

GehirnWir haben ein Kleinhirn. Das ist klein wie eine Zwetschke und sorgt für unser Überleben. Es atmet und herzschlägt uns. Es lässt uns reagieren, verdauen, regelt die Körpertemperatur, lässt uns spüren, heilen, verlieben und Sex, Gefühle und Orgasmen haben. Es schupft sozusagen locker und ohne viel Tamtam alles was wichtig ist und Spaß macht.

Darübergestülpt sitzt unser Großhirn. Das ist ca. 10 mal so groß wie das Kleinhirn, tut nichts wirklich Wichtiges sonder denkt mehr oder weniger bloß über all diese Lebensfunktionen des Kleinhirns nach und redet teilweise seeehr gescheit darüber 😉

Und welches von beiden, was ist uns wichtig(er)?
Das Großhirn natürlich! 😉

Und das spiegelt unseren ganzen Lebens- Irrwitz wieder.
Wir sehen vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr. Wir sehen vor lauter Lerninhalten, Gesellschaftskonventionen, Gesetzen, Regeln, Aufgaben, Höflichkeiten, Tabus, Arbeiten, und, und, und unsere wunderbaren Leben nicht mehr.

Wir machen uns sozusagen unsere Leben Großhirn- schwer.
redball Wir haben z.B. völlig vergessen, dass es mal lebenslang dauergesunde Leben gab. – Ohne Medizin und Pharma!
redball Wir haben z.B. völlig vergessen, dass wunderbare Leben auch ohne Arbeit möglich sind.
redball Wir haben z.B. völlig vergessen, dass Bewegung nicht Auto, Flugzeug, Lift oder Rolltreppe ist, sondern auch Freude, Muskelspüren und Frischluft bedeuten kann.
redball Wir haben z.B. völlig vergessen, dass nicht Knigge- Steifigkeiten, sondern Körperkontakt und Aufmerksamkeiten glücklich machen.
redball Und, und, und.

Damit will ich unseren Großhirn- Fortschritt nicht verteufeln.
Ich möchte bloß daran erinnern, dass das Großhirn ’nur‘ ein Werkzeug ist, das wir nur dann rausholen und anwenden sollten, wenn es sinnvoll ist.
Das tun wir leider nicht. Im Gegenteil, wir werden vom Großhirn, von unseren Zwängen und vermeintlich notwendigen Aufgaben förmlich getrieben.

Wenn Du eine Staumauer planst, schalt‘ das Großhirn ein. Wenn Du Dein Auto zerlegst, schalt das Großhirn ein. Wenn Du Deinen Kontoauszug kontrollierst, schalt Dein Großhirn ein.
Oder besser: schalt davor das Großhirn MIT dem Gefühlshirn ein und überleg genau, ob Du all diese Unsinne überhaupt wirklich brauchst.

ABER lass es ausgeschalten wenn Du es nicht brauchst! Wenn Du mit der Freundin im Bett liegst. Wenn Du durch den Wald gehst. Wenn Du einen Sonnenuntergang betrachtest.
Lass es die allermeiste Zeit ausgeschaltet!
Geh immer öfter ins Fühlen, ins Beobachten, in die Sinne, ins Hier und Jetzt!

 

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9 Responses to Wir Zwei- Hirner

  1. inge henneberg sagt:

    Haben wir denn eine Wahl oder ist es nicht vielmehr so, daß sich das am besten passende Hirn automatisch einschaltet?

    Wie sonst wäre erklärbar daß (Gesundheit und ein richtig funktionierender Körper vorausgesetzt) alles so wunderbar und unproblematisch abläuft?

    Meine eigenen Erfahrungen bestätigen das, habe noch nie einen Gedanken damit verschwendet – welches meiner Gehirne ich einsetze.

    Es richtet sich nach meiner Tätigkeit .Das dafür zuständige Gehirn übernimmt dann automatisch die entsprechende Funktion, einfach und unkompliziert.

    Das ist zumindest mein Eindruck und ich habe volles Vertrauen in diese natürlichen Körperabläufe.

    • payoli sagt:

      Leider läuft es nicht ganz so perfekt!
      Alle unsere Zivilisations- Errungenschaften, deren Schwachsinn sich uns meist erst nach Jahrzehnten offenbart, sind Kinder des Großhirns.
      Auch dieses schreckliche unaufhörliche ‚Laufen im Kopf‘, das ausschließlich Unsinnsgedanken gebiert ist Großhirn pur.
      30% unseres Gesamt- Energieverbrauches geht auf Kosten des sinnlosen ‚Hirnwixens‘ des Großhirns …
      Das Großhirn will ständig laufen und überschüttet uns mit Ängsten, Sorgen, Zweifeln, etc. und bekommt von sich aus nie genug davon.
      Deshalb tun wir gut daran, es bewusst einzugrenzen.

  2. inge henneberg sagt:

    Einspruch Euer Ehren:

    Vieles im Gehirnbereich arbeitet unbewußt (vegetatives Nervensystem), wir können es nicht willkürlich beeinflussen.

    Unsere Körperfunktionen (inkl. des Gehirns) sind aber sehr wohl durch eine richtige gesunde Ernährung positiv beeinflußbar.

    Anders formuliert, eine naturbelassene richtige Ernährung ist die VORAUSSETZUNG für Gesundheit und somit auch für einwandfreie Körper/GEHIRNfunktionen.

    Mein Vertrauen in die Schöpfung/NATUR ist nach wie vor ungebrochen, daran ändert auch die Zivilisation nichts.

    • payoli sagt:

      Nicht bös sein liebe Inge. Aber was Du schreibst widerspricht genau Deiner These!
      Denn erst mit artgerechter Ernährung wird man so weit sensibilisiert, dass einem diese vielen alltäglichen Großhirn- Ungereimtheiten, Zivilisationsfehlern inklusive, auffallen …

      PS: Das Unbewusste war in diesem Text nicht thematisiert.

  3. inge henneberg sagt:

    Zitat: „Denn erst mit artgerechter Ernährung wird man so weit sensibilisiert, dass einem diese vielen alltäglichen Großhirn- Ungereimtheiten, Zivilisationsfehlern inklusive, auffallen “

    Das unterschreibe ich, wenn wir das Großhirn als Übeltäter außen vorlassen.

    Sicher sind wir sensibilisiert, wehre mich nur dagegen das Großhirn (ein Teil unseres Gehirns) für unsere Fehler verantwortlich zu machen.

    Es erfüllt seinen ihm (von der Schöpfung) zugedachten Zweck bzw. ist ebenso wie das Kleinhirn etc . für viele wichtige Körperabläufe des Menschen unerläßlich, wobei eben einige Funktionen (vegetativ) von uns garnicht beeinflußbar sind.

    Wir Menschen – Gesundheit vorausgesetzt – sind ja von Beginn an – alle mit identischen gleichen Körperteilen (inklusive des Gehírns) ausgestattet. Was wir daraus machen ist unsere Sache, die Bestätigung dafür erleben wir täglich.

    Beispiel:

    Unsere Arme/Hände können umarmen (liebkosen) oder töten, also ganz unterschiedliche Verhaltensweisen, je nachdem wie wir sie einsetzen.

    Warum sollte das mit dem Gehirn anders sein? Oder anders gefragt: Warum machst Du einen Unterschied zwischen Großhirn (böse) und Kleinhirn (gut)?

    Meiner Meinung nach brauchen wir beide, bedeutet keines ist verzichtbar. Auch dafür gibt es Bestätigungen.

    Ansonsten hätte unser Schöpfer bei der Erschaffung des Menschen einen Fehler gemacht und das ist absurd.

    Und ja – der Mensch wurde erschaffen, was dadurch bewiesen ist, aus einem Tier wird niemals ein Mensch hervorgehen. Tier bleibt Tier und Mensch bleibt Mensch.

    • payoli sagt:

      Wo genau steht bei mir ‚böse‘ oder ‚gut‘?
      Auch ist mir nicht klar was an Deinem ‚umarmen (liebkosen) oder töten‘ besser oder deutlicher sein soll als mein ‚das Großhirn nur ein Werkzeug ist, das wir nur dann rausholen und anwenden sollten, wenn es sinnvoll ist‘.
      Jeder hat sekündlich die Wahl zwischen einem Paradies- Leben mit ‚Paradieshirn‘ oder einem Zivilisationsleben mit ‚Zivilisationshirn‘. Nichts anderes wollte ich sagen …
      Deinen abschließenden ‚Krone der Schöpfungs- Anfall‘ überseh ich lieber … 😉

  4. inge henneberg sagt:

    Du machst in Deinem Beitrag diesen UNTERSCHIED zwischen Klein- und Großhirn, der bei mir auf Widerstand stößt. Z.B. Zitat: „Das Großhirn tut nichts wirklich Wichtiges“ Zitat Ende.

    Das wird auch deutlich, indem Du zwischen PARADIES- und Zivilisationshirn unterscheidest., eben das eine gut und das andere böse, überspitzt formuliert.

    Und diesen Unterschied sehe ich so nicht, weil wir Menschen auf „b e i d e“ Gehirne angewiesen sind. Deshalb wurden wir auch mit beiden ausgestattet und zwar lange vor der Zivilisation. Das meinte ich.

  5. oboroni sagt:

    Was wären wir denn ohne das Großhirn? ‚Seelenlose‘ Hüllen, wozu würden wir leben? Wenn wir nur das Cerebellum hätten, das unsere Körperfunktionen aufrecht erhält, ständen wir auf einer Stufe mit weniger entwickelten Tierarten. Das würde auch deinem Konzept des glücklichen Lebens ohne zu viel Arbeit widersprechen, viele Tiere verbringen den Großteil ihres Lebens mit der Nahrungssuche, Nestbau etc., leben also quasi nur von Instinkten gesteuert vor sich hin. Ohne Großhirn könnten wir unsere Gesundheit nicht genießen, es gäbe keine Beethoven-Symphonien, keine Poesie, wir würden die Schönheit der Natur um uns herum gar nicht begreifen.

    • payoli sagt:

      a) Gar so ’seelenlos‘ wären wir ohne Grpßhirn auch wieder nicht, vielleicht bloß weniger überheblich 😉
      Denn guck Dir mal die ‚weniger entwickelten Tierarten‘ genauer an, über die wir uns so gern erheben! Wie liebevoll die z.B. mit ihren Jungen umgehen …

      b) Hast Du irgendwo gelesen OHNE Großhirn wär’s besser?
      Ich trete bloß dafür ein das Großhirn bei Bedarf aktiv zu verwenden, anstatt sich von ihm herumscheuchen zu lassen.

      c) Wenn Du Dich so über den ‚Instinkt‘ erhebst, darf ich Dir sagen, dass auch wir Menschen primär instinktiv leben und reagieren. Bloß begründen und ummänteln wir das dann – zwar nur Millisekunden später, aber dennoch nachträglich! – mit unseren Gedanken, Begründungen, Erklärungen.

      d) Wenn Du meinst ein Beethovenkonzert- Besucher wäre glücklicher, hätte ein erfüllteres Leben als ein balgendes Wolfsjunges oder ein, ein Chameleon betrachtender Gorilla ist das ok. Ich horch mir manchmal Musik an und guck manchmal in die Wolken oder Samtlandschaften einer Geliebten. Alles ist wunderbar und ich möchte nichts davon missen, noch bewerten … 😉

      Liebe Grüße!

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