Die Bauch- Kopf- Pumpe

Stell Dir vor, Du hast keine Ahnung von Musiknoten, Akkorden, Terzen, etc. und hörst Mozart.
Er wird Dir gefallen oder auch nicht. Du wirst damit ‚abheben‘, Gänsehaut bekommen, Gefühlsaufwallungen haben oder nicht.

Was meinst Du, würdest Du empfinden, wenn Du ein Musiker wärst, der alle Feinheiten der Musiktheorie, der Notation und Kontrapunktion kennt und dasselbe Stück hört?
Würdest Du dasselbe – mit dem Bauch – erleben? Oder würdest Du Dich in Feinheiten der Interpretation, Theorie, ev. Fehleraufspürungen, etc. verzetteln und über die Beurteilung mit – dem Kopf – das ‚Baucherleben‘ versäumen/ überdecken?

Dieselbe Frage stellt sich in allen Disziplinen, egal ob Musik oder Bildende Kunst, Literatur oder Sex, Elektrotechnik oder Laufen.
Solange wir ‚bloß‘ konsumieren oder dilettieren und dabei Freude haben ist alles wunderbar. Wir wissen nichts von weiteren ‚Entwicklungsstufen‘ oder gar ‚lichten Höhen‘ und werden vermutlich damit zufrieden sein.

Anders, wenn wir etwas davon produzieren oder reproduzieren wollen. Dann werden wir schnell erkennen, dass wir mit unserem ‚Laienzustand‘ nicht weit kommen. Ausnahmen bestätigen natürlich auch da die Regel. Ein Heine, Picasso oder Leonardo da Vinci haben nicht studiert und dennoch Epochales geleistet.
In der Regel jedoch müssen wir uns für das Weitergeben oder Generieren auf den professionellen Weg begeben und uns auf ihm weiterentwickeln.

Blöd nur, dass wir damit sicher etwas verlieren, nämlich das ‚unschuldige Erst- und Bauchempfinden‘. Aber vielleicht nur, etwas Neues dazugewinnen!

Wie Das!?
bauch-kopf-pumpeIch drück es einmal so aus: Für eine Weiterentwicklung müssen wir uns das Unbewusste aus dem Bauch in den Kopf ‚holen‘ und da weiterbearbeiten, sozusagen das Bauchgefühl ‚verkopfen‘ bzw. bewusst machen.
Damit kannst Du kein Musikstück mehr unbeleckt hören, sondern wirst lernen, einzelne Instrumente, Tonhöhen, Akkorde, etc. zu unterscheiden, zu beurteilen, wahrzunehmen.
Kaum beginnt der Kopf beim nächsten Musikstück zu rattern und zu analysieren, ist es vorbei mit dem einfachen sich Hingeben an das Lauschen …, mit dem daraus aufsteigenden Bauchgefühl.

Doch die gute Nachricht ist, dass (Bauch-)Gefühle u.a. aus oftmals wiederholten Gedankenabläufen entstehen.
Das heißt, je öfter wir etwas denken, desto eher wird es ‚automatisiert‘, verselbständigt sich und wird irgendwann zum selbstverständlichen (Bauch-)Gefühl!

Ja! Wiederhole Dir das nocheinmal! Es ist fast ein Geheimnis:

Unsere Gefühle bestehen aus oftmals wiederholten Gedanken!

Deshalb ist es enorm wichtig immer ‚gut‘ zu denken!

Dieses ’neue Bauchgefühl‘, dieses ‚Vollenden des (Weiterentwicklungs-)Kreises‘ ist dann jedoch nicht auf derselber Ebene angesiedelt, auf der wir erstmals unser Musikstück hörten sondern ‚ein Stockwerk‘, eine ‚Spiraldrehung‘ höher.

So ‚pumpen‘ wir uns durch Bauch -> Kopf- und Kopf -> Bauch- Übergaben immer höher, erleben, erfühlen, erfahren immer mehr, immer feinere Bereiche und machen unser Leben reicher und reicher …

 

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2 Antworten zu Die Bauch- Kopf- Pumpe

  1. moka sagt:

    ….also ich schließe mich da lieber Einstein an:
    „Phantasie ist wichtiger als Wissen.“

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