How to make paradise

1. November 2013

how to make paradiseDie wohl häufigsten Fragen an mich betreffen das paradiesische Leben.
Kaum jemand kann sich vorstellen wie soetwas in der Praxis aussehen könnte. Fast niemand glaubt, dass es ohne Geld, ohne Job, ohne Technik, ohne Fortschritt, ohne … funktionieren könnte.
Kaum jemand sieht noch die allgegenwärtige Fülle.
Praktisch alle sehen nur den – vermeintlichen – Verzicht. Obwohl jedes Weglassen eines der wenigen gewohnten; aber in Wirklichkeit armseligen; Gesellschafts- Reichtümer ein echter Segen ist.

Immer wieder erwarten sich die Leser dieses blogs konkrete Beispiele.
Nur, die kann ich nicht geben, denn jedermensch ist anders ‚gestrickt‘. Jeder hat andere Vorlieben, kann anderes problemlos weglassen, kann sich anderes vorstellen.
Für einen ist das Containern ein Spaß und sichert die tägliche Frisch- Obst- und Gemüse- Versorgung, für andere ist das eklig und ein absolutes Nogo. Einer baut sich ruckzuck ein nahezu kostenloses Strohballen- Lehm- Haus, andere wüssten nicht wo anfangen. Viele haben den Blick für Wildkräuter, andere wieder finden selbst auf fettesten Wiesen nichts. Manche können locker auf Kosmetika verzichten, für andere wieder ist das undenkbar …

Ich denke mir, die wichtigsten ‚Zutaten‘ für ein Paradiesleben sind

greenball Offenheit,
greenball ein (entsprechendes) Bewusstsein und
greenball unsere Körpersignale.

Auch gibt es keine Paradiesleben für ALLE! Es können ja auch nicht alle Millionäre sein! 😉
Für ein Paradiesleben muss man sehr wohl gewisse Voraussetzungen und Bereitschaften mitbringen.
Ein Paradiesleben ist auch nicht an jedem Ort möglich. Überspitzt gesagt: Ich kann mich nicht mit verschränkten Armen in einen innerstädtischen ‚Betonsilo‘ setzen und dort das geldlose Paradies erwarten …

Viele sitzen der Falle auf, dass sie sich in ein zwar gesellschaftlich konformes aber mit ‚Natur- Augen‘ gesehen, absolutes Sackgassen-Leben manövriert haben und meinen, da drinnen Paradies leben zu können.
Nein! Das geht natürlich nicht!
Da hättest Du schon früher spüren müssen, dass eine Stadtwohnung, ein Stressjob, Schulden … was immer, Dich überfordert, Dich runterzieht, mit Deinen Ur- Bedürfnissen nicht übereinstimmt, Dir ein Paradiesleben verunmöglicht.
Paradiesleben beginnt ‚von Grund auf‘! Ein Paradiesleben ist nicht als Hobby oder so nebenher möglich.

Warum müssen Arbeitende teure Flieger und Urlaube buchen? Weil sie nur begrenzt Zeit haben!
Warum müssen Arbeitende Fertiggerichte in die Mikrowelle schieben? Weil sie sehr wenig Zeit haben!
Ja, es ist sogar so, dass derart Eingespannte nichtmal Zeit haben, mal den Kopf frei zu bekommen um über ihr Leben nachzudenken!
Deshalb ist auch die Sicht dieser Menschen für ein Paradiesleben, für die allgegenwärtige Fülle, für alternative Möglichkeiten, sehr oft getrübt!

Doch die Palette der Paradiesmöglichkeiten ist sehr groß.
Jeder kann nur SEINE Version wählen. Sich aus meinen oder anderer Vorschläge, das Seine, das ihm Mögliche herauspicken, sich seine eigene ‚Verdünnung‘ zubereiten.

Zum Beispiel muss die absolute Geldlosigkeit nicht unbedingt sein! Doch sie ist – wie viele gelebte Beispiele zeigen – problemlos möglich.
Erspartes, Geerbtes, einst Erarbeitetes, etc. kann natürlich einiges erlechtern.
Doch auch ohne Geld ist vieles möglch. Sieh Dir z.B. die riesigen Brach- Flächen an die es gibt. Im persönlichen Gespräch überlässt einem schon mal ein Bauer oder Gutsbesitzer ein paar Quadratmeter.
Auch in Städten wird immer häufig guerilla gardening geübt oder werden städtische Brachflächen gärtnerisch genutzt.
Auch ein paar Bäume sind schon mal ‚erschnorrbar‘ und eine Blockhütte daraus ist in ein paar Wochen auch von Laien errichtbar.
Natürlich kann man ohne Genehmigung keine ‚Riesenhütten‘ errichten oder allen Komfort erwarten.

Eine andere Möglichkeit sind die vielen, vielen Häuser alter oder pflegebedürftiger Menschen. Diese freuen sich über Betreung und Versorgung und Du hast eine Wohnmöglichkeit.

Ich denke, man muss einfach von den fixen, Konsumwelt- ‚verdorbenen‘ Vorstellungen weg!

Oder die Elternhäuser! Jeder lebte als Kind in einem Haus bei seinen Eltern. Sich mit diesen nicht zu vertragen und auszuziehen wird in einer Arbeitsgesellschaft scheinbar einfach gemacht, hat aber seinen – meines Erachtens, hohen – Preis. Da pflege ich lieber meine Eltern bzw. das gute Verhältnis zu Ihnen und erspar mir 10, 20 Jahre Plackerei für ein Eigenheim …

Doch das alles muss nicht sein. Jeder hat die Wahl!
Sozusagen Konsum oder Paradies, Geld oder Leben! 😉

Oder die Bekleidung! Die Kleider- Sammelcontainer, second hand- Läden, Flohmärkte quellen über!
Bio- Bauern verschenken teilweise bereits ihre Schafwolle, weil der Preis so niedrig ist! Und Spinnen und Stricken sind für jedermensch lern- und machbar und so ein Pullover ist in ein paar Tagen fertig, ein wunderbares Unikat und wärmt und macht jahrelang Freude.

Oder die Ernährung! Jährlich bleiben Tonnen an Früchten, Samen und Nüsse acht- und verwendungslos unter ihren Bäumen liegen. Man braucht sie nur aufzusammeln, anstatt Leute dafür zu bezahlen, dass sie das für einen tun. Und wachsen tut all dieses ‚Zeugs‘ mitsamt diesen zahllosen, wunderbaren Wildkräutern ohnehin gratis …

Auch Besitz muss nicht unbedingt sein. Ich lag schon an den schönsten Stränden und Plätzen, auf den schönsten Hängen und Lichtungen, durchradelte die schönsten Gegenden, ohne sie zu besitzen.

Das gilt auch umgekehrt. Man darf auch von fremden Grundstücken naschen!
Unser Rechts- und Besitzsystem ist ein Unrechtssystem, das aus ‚Recht des Stärkeren‘- Zeiten stammt. Unsere Vorfahren ‚durften‘ dieses Land teilweise mit ihrem Leben bezahlen und wir sollen es nicht nutzen dürfen!?
Dass man einem alten Mutterl die sich alle ihre Zwetschken aufklaubt um daraus Marmelade zu kochen diese nicht wegnimmt ist wohl moralisch klar. Aber in Parks und auf ungenutzten Flächen zu ernten ist für mich moralisch einwandfrei. Nicht zufällig ist ‚Mundraub‘ auch juristisch straffrei.
Oder allein schon die vielen, vielen Baumüberhänge auf Straßen und Gehsteige die ganz legal genutzt werden dürfen …
Es holen sich auch die Stare und andere Tiere die Kirschen und Weintrauben aus Bauerngärten und sie kommen nicht ins Gefängnis! 😉
Aber die sind eben FREI!
Und wir sind das auch, wenn wir das wollen!!! 🙂

Jedes ‚dumme‘ Tier kann ohne Besitz, Geld, Job und Stress bestens leben. Und uns ‚Krone der Schöpfung‘ soll das nicht möglich sein!? … 😉

 


Allerheiligen/ Allerseelen

1. November 2013

Allerheiligen

Wieder einmal gedenken wir der Toten, werden von Medien und Pfarrern an unsere eigene Endlichkeit erinnert.
Wieder möchte ich an diesen Tagen daran erinnern, dass unser aller Endlichkeit viel zu kurz ist, selbstverursacht verkürzt wird bzw. wir uns unser Leben verkürzen und erschweren.
Daran erinnern, dass wir durch unsere unparadiesische und nicht artgerechte Lebensweise wunderbare Lebensjahre – ja nichteinmal ‚verschenken‘, sondern – wegwerfen. Dass wir uns durch vermeintlich Gutes unendlich viel Schmerz, seelisch wie körperlich, aufladen.

Das alles müsste nicht sein! Unsere verstorbenen Lieben könnten noch am Leben sein, könnten sich bester Gesundheit erfreuen, könnten mit uns und in Liebe sein!
– Wenn wir bereit wären, die Geschenke des Lebens, wenn wir nur bereit wären das Paradies anzunehmen, wie es für uns vorgesehen ist, wie es uns geschenkt wurde …

Doch noch einen Aspekt dieser Gedenkzeit möchte ich heute beleuchten:
Der Tod ist, trotz allen Schmerzes, den er auslöst, ein starker Motor für unser aller Entwicklung.

a) Wir alle heute Lebende verdanken unseren Vorfahren eine Millionenjahre lange Entwicklung und dadurch unser heutiges so Sein, gesellschaftlich, technisch und biologisch.
Das bedeutet für viele ein Geschenk, einen Vorteils-/ Vorsprungs- ‚Sockel‘ auf den wir durch unsere Geburt gestellt wurden, ohne unser Zutun.
Natürlich kann man darin auch eine Altlast der vergangenen Irrtümer sehen …

b) Der zweite, eher übersehene Aspekt des ‚Motors Tod‘ ist die Tatsache, dass viele Entwicklungsschritte erst DURCH den Tod möglich wurden und werden. Da Weiterentwicklung oft erst durch das Abtreten einer (erstarrten) Generation möglich ist.
Aber auch innerhalb unserer Leben werden viele Abschlüsse, Ziele, Projekte erst durch den Termindruck vor Abgabetermin erreicht. Das kann man auch über die Lebensspanne hin beobachten. Wenn es dem Ende zugeht, hört man all die ‚Es wäre noch soviel zu sagen gewesen‘, ‚Das hätte ich noch gern gesehen‘, ‚Soviel wäre noch zu tun gewesen‘ …

Warum dieser Torschlusspanik- Effekt?
Hätten wir vielleicht gar noch etwas zu lernen?
Existiert der Tod vielleicht gar nur mehr deshalb, um uns zu lehren, dass wir das Leben besser nutzen sollten, dass wir flexibler sein sollten?
‚Müssen‘ etwa gar die alten Erstarrten nur deshalb weg, weil sie der Weiterentwicklung im Wege stehen, weil sie zu unflexibel für das Neue sind?
‚Müssen‘ wir etwa gar nur deshalb so früh sterben, weil das Schicksal durch unsere Erstarrt- und Fixiertheit keine Möglichkeit mehr sieht, uns all die noch vorhandenen Schönheiten zu präsentieren?

Ich kann und will keine Antworten auf diese Fragen geben, weiß, spüre und erlebe aber tagtäglich, dass das Leben es gut mit uns meint und uns weitaus mehr anbietet als wir bereit sind anzunehmen …
Vielleicht denkt die Eine oder der Andere gerade heute daran, sich mehr als bisher, sich mehr als üblich, sich mehr als ‚denkbar‘ vom Leben zu nehmen, offener zu sein.
– Um damit vielleicht sogar dem Tod ein Schnippchen zu schlagen … 😉