Bodhisattva

BodhisattvaIch hätte eine Frage.
Stell Dir vor, Du könntest jemandem helfen. Egal ob Du mehr weißt als er, ob Du bessere Verbindungen hast als er, egal ob Du besser bist oder nur glaubst besser zu sein.
Und dieser Jemand nimmt Deine Hilfe nicht an, kann sie nicht annehmen, versteht sie nicht, will sie nicht …. egal. Er sperrt und verweigert sich einfach.

Was tust Du dann?
Nimmst Du es wie es ist?
Bemühst Du Dich weiterhin?
Oder bist Du enttäuscht und frustriert?

Bezweifelst und hinterfragst Du Deine Position?
Bist Du Dir Deiner Meinung sicher oder lässt Du Dich verunsichern?

Angenommen, Du bist Dir Deiner Sache 100%ig sicher – falls es soetwas überhaupt gibt … 😉
Kannst Du dann verantworten, diesem Menschen NICHT geholfen oder sogar ihn NICHT ‚gerettet‘ zu haben?
Darf man einfach sagen: ‚Es hat alles einen Sinn. Hungernde wollen vermutlich hungern, um zu lernen oder weil es ihr Schicksal ist‘?
Darf man sich zurückziehen auf die Position: ‚Mein Ego will doch nur Recht behalten. Es ist alles gut wie es ist.‘?

Muss man retten?
Darf man retten?
Ist ‚Retten‘ bloß ein Ego- Trip?

Hatte Goethe mit seinem ‚Wer strebend sich bemüht …‘ Recht?
Oder ist das alles bloß ein erbärmlicher Ego- Trip?
Oder sind wir Bodhisattvas, die allen ‚rüber- oder weiterhelfen‘ dürfen, bis alle da sind wo wir sind?

Darf man ‚ewig‘ Lernender, Aufnehmender sein, ohne je etwas weiterzugeben?
Dürfen wir ewige Lernende sein, die nur auf sich selber sehen. Nur sich selber weiterentwickeln?
Oder sollten wir irgendwann unser Wissen auch weitergeben?
Oder ist das wieder und auch ein Ego- Trip?

Sollten wir alle nicht irgedwann vom Lernenden zu Lehrenden werden?
Aber wann wissen wir genug, um zu lehren, um zu helfen?
Jetzt schon? Morgen? Wann?
Wussten wir nicht vorgestern weniger als gestern, gestern nicht weniger als heute?
Wann also weiß man genug um zu helfen?
Muss man dann helfen?

Oder braucht man überhaupt nie zu helfen?
Braucht man immer bloß auf gleichem Niveau zu plaudern (um nur ja nicht anzuecken)?
Wollen wir immer nur den Menschen (aus Eigeninteresse) nach dem Mund zu reden?

Wozu sind wir hier?
Um gut zu leben?
Um zu helfen?
Um diese Welt besser zu machen?
Um diese Welt zu lassen wie sie ist?
Oder gar, um diese Welt dunkler zu machen!?

Fragen über Fragen …

Vielleicht aber brauchen wir all diese Fragen gar nicht so genau zu beantworten. Vielleicht reicht es ‚artgerecht‘ menschlich zu reagieren:
Was ich glaube zu wissen, was ich an guten Erfahrungen gemacht hab, gebe ich weiter. Wird es angenommen, ist es ok, wird es nicht angenommen, ist es auch ok.

Aber dann beginnt dieses Spielchen wieder von vorne (oben) … 😉

 

 

 

4 Antworten zu Bodhisattva

  1. susisu sagt:

    Puh! Das sind aber viele Kopfschwirrfragen!
    Ich bin mir selten so sicher, um etwas überzeugt weitergeben zu wollen. Aber natürlich hast Du recht. Jeder sollte natürlich geben, so wie man ja auch auch bekommt.
    Da sollte ich wohl noch etwas tun mit mir.
    Bussi
    Susisu

  2. moka sagt:

    Aus GMG Bd.1: Doch wenn ihr wüsstet, wer-ihr-seid, dass ihr die herrlichsten, bemerkenswertesten u. glanzvollsten Kreaturen seid, die von Gott je erschaffen wurden, würdet ihr euch niemals ängstigen. Denn wer könnte soetwas Wunderbares und Großartiges ablehnen? Nichteinmal Gott könnte an einem solchen Wesen etwas auszusetzten haben.
    Ich denke, dass viele Menschen sehrwohl ahnen oder fühlen, wenn sie dein Wissen, deine Gedanken hören, aber Angst haben sich dem „Mainstream“ entgegenzusetzten. Es ist halt leichter mit dem Strom zu schwimmen. Ich bin aber der Meinung, dass zwar sehr langsam aber doch ein Umdenken einsetzt. Sei weiter ein Bote, es hören dich mehr als du denkst, Willi.

  3. Lina sagt:

    Du hast so ein schönes Buddha-Bildchen bei deinem Beitrag 🙂 Ich denke darin liegt auch schon die Antwort. Wenn wir einfach wie Buddha ein leuchtendes Vorbild sind, indem wir unsere Überzeugungen selbst leben (soweit uns das möglich ist ;), indem wir einfach sind, dann brauchen wir Niemanden von etwas überzeugen, brauchen Niemandem etwas überstülpen, dann findet sich immer ein Weg und der richtige Zeitpunkt um unser Wissen auf liebevolle Weise weiter zu geben. So wie du nicht müde wirst, uns dein Wissen nahe zu bringen! Wer jetzt bereit ist, zieht jetzt einen Nutzen daraus, andere erst später, alles ist gut so wie es ist!
    Nicht so viel denken!, Jetzt hier sein, ganz in der Liebe sein! Ja theoretisch ganz einfach 😉 Praktisch üben wir uns darin, erinnern wir uns immer wieder daran, dass wir manchmal feststecken und nehmen uns liebevoll genauso an…… Danke lieber Willi, Danke liebes Leben! 🙂

  4. payoli sagt:

    Danke für die wunderbaren Antworten! – Auch den email- Hinweis, dass ja auch Leuchttürme nicht herumlaufen um Boote zu suchen
    Doch sie lassen für mich dennoch die Frage offen, ob wir unsere Fähigkeit und Empathie, zu erkennen was Menschen mit noch fehlender Problemeinsicht nocht nicht wahrnehmen können, bekommen haben, um dennoch nichts zu tun bzw. zuzuwarten, um Leuchttürme oder (stillsitzende) Buddhas zu leben anstatt uns weiterhin zu bemühen.
    Wir alle kennen doch das Beispiel dass es bei einem bestimmten Satz, bei einer (für uns) richtig gestellten Frage plötzlich Klick macht im Kopf oder beginnt zu ‚arbeiten‘, während zuvor jahrelanges ‚Predigen‘ keinen Erfolg, keine Änderung, kein Nachdenken bewirkten.
    So gesehen dürften wir eigentlich nicht nach nur einem Hinweis oder dem bloßem Vorleben unsere Bemühungen einstellen. Ich denke, es sollte der ‚richtige‘ Hinweis gefunden werden, bevor wir weitergehen dürfen …
    Auch die Bodhisattvas können erst ‚das Licht ausmachen‘ wenn ALLE ‚drüben‘ sind! 😉

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