Ein kleines Mädchen …

… schauspielt und posiert bereits von klein an. Im Kindergarten ist sie die beste und eifrigste ‚Schauspielerin‘ bei diversen Aufführungen. In der Schule handeln alle ihre Aufsätze vom Modelln und Schauspielen. Sie besucht frühestmöglich eine Schauspielschule, entzückt alle und es wird ihr eine große Zukunft prophezeiht.
Doch sie erträgt ihr Anderssein nicht, bricht ab, und wird zu einer Raumpflegerin, die sich durch Banken, Autohäuser und Privathaushalte putzt.

Ein junger Hund jagd, tollt und spielt mit Begeisterung mit anderen Hunden. Er ist ein starker und gesunder, ein ‚richtiger‘ Hund. Bellen, Jaulen, Schwanzwedeln, Laufen und Schnuffeln sind das Seine, das wie von alleine perfekt läuft und ihm unendlich viel Freude macht.
Eines Tages sieht er einen bezaubernden Film, will dem bewunderten neuen Idol nacheifern und beschließt ein Frosch zu werden. Er plagt sich mit dem Quacken und Hüpfen, noch mehr mit dem stundenlangen Stillsitzen und nach Fliegen zu schnappen. Er übt und übt und übt.Er wird auch immer mehr zum Frosch, vergisst nach und nach sein ehemaliges Hundedasein, wird aber wohl nie ein richtiger Frosch werden. Immer werden die verschütteten Herumtoll- Sehnsüchte in ihm bleiben. Vermutlich wird er auch mit einigen konstituionellen und organischen Schäden rechnen müssen. Kein Körper lässt sich so einfach verbiegen, kein Bedürfnis lässt sich so einfach verdrängen.

leckaVer-rückt die beiden, nicht wahr?
Aber da war auch noch der kleine Bub, der so gern baute und immer fantastischere Dinge baute, dass die ganze Verwandtschaft zusammenlief um seine Stein-, LEGO- und Kartonagenbauten zu bewundern. Im Schul- Zeichnen glänzte er durch immer zauberhaftere Fantasiegebilde. Er erzählte von den Gebäuden die er einmal errichten wird. Mit besten Ergebnissen und Talent wechselte er von der Schule zum Architekturstudium.
Doch immer mehr des universitären Drumherums störte ihn bald, immer schwerer fielen ihm die die Arbeit am Computer, die Berechnungen, die zahllosen Statistiken, die Ausschreibungs- Formalitäten …
Eines Dienstags reichte es ihm. Er erschien einfach nicht mehr auf der Uni, war fortan aus dieser Branche verschwunden und verdingte sich als Friseur. Nicht sehr originell, nicht kunst- oder fanatsievoll, auch nicht sehr bewundert, aber doch.

Ver-rückt dieser Typ, nicht wahr!?
Was mag den wohl, wer oder was mag diese drei wohl geritten haben, ihre Talente, ihre Bestimmung, ihr gutes Leben so sehr wegzuwerfen?
Ich weiß es nicht!

Doch ich weiß auch nicht, was uns Menschen reitet unsere so wunderbaren Paradiesleben nicht auszuleben, unsere Ur- Sehnsüchte nach einem Paradiesleben so sehr zu verschütten und zu missachten. Tief drinnen wissend, wie sehr wir uns damit schaden, wie sehr wir damit unsere Leben verkürzen. Wissend, uns Karies, Krebse, Allergien, Arthrosen und 1000 andere Krankheiten einzuhandeln. Wissend, dass wir mit dieser Art zu leben immer gestresster, ausgebrannter, oberflächlicher, langweiliger, gleichförmiger und unglücklicher werden …

Tja, ich weiß es echt nicht. Aber es ist so!
So ver-rückt! 😉

 

 

 

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One Response to Ein kleines Mädchen …

  1. susisu sagt:

    Ja, ich versteh es auch nicht.
    Obwohl ich selber auch viel zu selten ins Paradies finde.
    Doch Du hast es wieder mal wunderbar auf den Punkt gebracht, lieber Willi. Und irgendwann schaffen wir es alle! 🙂
    Danke und Bussi
    susisu

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