Herrlich, dieses Grün!

Nicht das, des Nachbarnautos, nicht das, der neuen Hose, nicht das politische. Besser gesagt, schon gar nicht das parteipolitische oder Van der Bellen’sche- Grün. Beide sind durch Mittelmäßigkeits- Grau und Oportunismus- Beige schon erschreckend entfärbt, entleuchtet.

Doch das Naturgrün, das ist jetzt im Frühling ganz wunderbar! Diese vitalitätspralle, saftige Farbe! FrühlingDiese Blütenfarben, diese Düfte …
Aus einer Duftwolke in die nächste zu radeln, – einfach paradiesisch!
Ach, wie leb ich gern …

Da! Jetzt geht’s wieder los! Die Autokolonnen der Eltern, die ihren Kindern den Frühling rauben, sie zur Schule karren! Was waren unsere Schulwege doch für wunderbare Abenteuer! Kein Tag ohne einem schönen Blatt, einer Nuss, einem interessanten Stein oder einem Frosch der via Hosentasche in den langweiligen Unterricht mitkam.
Ähnlich die damals alten Leute. Sie saßen noch vor ihren Häusern, oft in Gruppen zusammen oder mit dem Hund. Sie atmeten noch Frühling, spürten noch die Sommer, waren noch betört von der Buntheit der Herbst- Himmel und Blätterfarben …
Heute starren sie in Senioren- ‚Residenzen'(!) Löcher in die Langeweile …
Ich kann nur wandern und radeln bis ich tot bin. Zu schön ist die Natur, zu wertvoll jede Freiluft- Sekunde!

Auch die Vögel spüren dieses Aufbrechen der Natur. Bereichern sie doch diese Duft- und Farbenpracht um herrlich beschwingtes, kunstvolles Gezwitscher, Getriller und Gesinge.
Ach … ich liebe den Frühling!
Zu keiner Jahreszeit ist der Wildkräuter- Smoothie grüner und aromatischer. Zu keiner anderen Zeit geht es sich barfuß so gut durch die Wiese. Zu keiner Zeit ist der Himmel mit seinen ziehenden Wolken schöner.
Die Pflanzen explodieren förmlich vor Lebensenergie, süße Vögelchen sind emsig am Nestbauen, manche schon am Brüten und Füttern. Es krabbelt, kriecht, summt und flattert.
Manche Schmetterlinge wollen es ganz genau wissen und tanzen sehr lange neben den Radelnden. In all dieser Rad- und Fahrer- Buntheit könnte ja eventuell ein Schmetterlings- Mädchen versteckt sein …
Ja und die Liebe! Die Menschen strahlen, lachen, reden wieder mehr miteinander! Sie sitzen auf Parkbänken, in Wiesen, lassen ihre Hunde herumtollen. Kinder entdecken die ersten Pusteblumen.
Kurz und nebenher auch immer wieder das Erstaunen wieviele Jahre ich ähnliche Frühlinge drinnen versaß. So viele, viel zu viele Menschen hasten, rasen, atmen Büro- oder Fabriksluft während hier heraußen jeder Atemzug förmlich alle Zellen sprengt! Doch wie das Leben so spielt, wie jeder meint sein Glück schmieden zu müssen …
Dem Frühling, der Natur, diesem paradiesischen Zustand ist das egal. Sie alle sind da und warten … sind bereit, die Menschen, wie alle anderen Wesen auch, förmlich zu baden in ihrer Fülle.

Oh Gott! Da gibt es Menschen die jetzt! Jetzt in diesem Wunder an Vielfalt und geschenktem Reichtum flüchten! Flüchten müssen! Glauben, flüchten zu müssen!
Da glauben jetzt in dieser Sekunde, in der mich die morgens noch rot überlaufenenen, bald strahlend weißen Gänseblümchenblüten verzücken, Millionen Menschen, kämpfen, sich durchsetzen, recht haben, arbeiten, Grenzen ziehen und einhalten , erziehen … zu müssen!
Herrlich der Geschmack solch eines süßen Blütchens!
Da! Gleich daneben der wunderbare Gundermann! Ich kann nicht anders: Schon ist dieses einigartige tiefblau seiner Blütchen samt dem ganz eigenen, fast schon braun-, Grün in meinem Mund verschwunden. Diese Würze … ein Sinnesrausch!
Ich nasche mich durch vitalpralle, saftig würzige Wiesen, komme keinen Tag ohne prallvollem Sackerl mit Blättern, Kräutern, Brennesseln, Blüten … nach Hause …
Ach, ich liebe diese Jahreszeit einfach! Sie wäre für alle da, ist aber, könnte ich mir vorstellen nur für die gemacht, die sie in so dankbar vollen Zügen genießen können … 🙂
Vor vielen Jahren schon beschloss ich ein Gedicht mit:


Doch, selbst wenn unser Leben ganz entartet,
eins ist sicher, das Paradies ist da und wartet …

 

 

 

Eine Antwort zu Herrlich, dieses Grün!

  1. Sylvia sagt:

    Grün
    Gestern war’s noch wie in Deiner Beschreibung. Heute ist alles unter einer dicken Schneedecke begraben und im Sekundentakt brechen Bäume unter der Schneelast. Seufz.

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