Sklaverei/ Prostitution

„Ja, eine schreckliche Zeit, als es noch Sklaverei gab“, sagen die Einen.
„Sklaverei gibt es auch heute noch in ‚dunklen Ecken‘ dieser Welt“, sagen die Anderen.
Doch niemand sagt: „Sklaverei ist allgegenwärtig und ganz legal“, obwohl es so ist!

Eine ganz einfache Überlegung:
Wozu werden Menschen zu Arbeiten gezwungen?
Weil diese Arbeiten niemand freiwillig machen will,
Oder:
Weil niemand diese Arbeiten so billig machen will.

Für das Verständnis dieser Gesellschaft müssen aber diese Arbeiten getan werden.
oder
Für das Verständnis dieses Kaputolismus ist es ok ‚gute Geschäfte‘ zu machen.

„Nein, nein, nein!“ sagst Du. „Diese Menschen bzw. wir Arbeitenden bekommen ja schließlich Geld für unser Tun. Soetwas ist keine Sklaverei.“

Ah ja? Menschen in Wohnungen zu stecken ohne jede Möglichkeit ihr Essen selber anzubauen bzw. gratis und von alleine wachsen zu lassen und ihnen dann gegen Geld, das sie in die ganz normale Arbeits- Sklaverei treibt, ihr Essen zu verkaufen, ist keine Sklaverei?
Auch ‚richtige‘ Sklaven bekamen Essen. Nicht aus Großzügigkeit, sondern als ‚Treibstoff‘.
Und die Leute die legal Essen verkaufen? Leute die andere legal beschäftigen? Leute die legal Arbeit anbieten? Die alle tun das aus Größzügigkeit und Menschenliebe?
Oder vielleicht auch nur, damit ihre ‚Arbeitsmaschinen‘ Treibstoff haben?

Sklaven„Ich geh doch freiwillig arbeiten“ sagen darauf viele. Das aber sind die absoluten Selbstbelüger! Sie haben durch ihre Ausbildung, durch ihre Spezialisierung nicht die geringste Chance, sich ihr Getreide selber zu ziehen, ihr Brot selber zu backen, sich ihre Hose selber zu schneidern. Sie sind genauso abhängig wie Sklaven!

Oder um es an einem besonders bösen Sklavenbeispiel, dem Menschenhandel zu demonstrieren:
Einfache Mädchen werden mit ausgemaltesten Versprechungen in den Westen gelockt, landen da in Bordellen und müssen gegen Kost, Logie und nette Fummel den Freiern dienstbar sein.
Wird so eine Ungebildete aus dieser ‚Hölle‘ irgendwie befreit, bleiben ihr zwei Möglichkeiten:
Sich für Geld, das sie dann aber auch wieder für Essen, Logis und nette Fummel ausgeben muss, zu prostituieren. Dann ist es ok und keine Sklaverei mehr.
Oder wieder in die Armut heimzukehren um von westlichem Essen, Wohnstil und netten Fummeln zu träumen. Das ist auch ok und keine Sklaverei mehr.
Ah ja, sie könnte sich auch einen Westler angeln der sich nun das Geld fürs Bordell spart und dafür sein Essen, seine Logis und andere Annehmlichkeiten mitgenießen. Das wäre auch ok und keine Sklaverei!

Oder! Die gaaanz wunderbarste aller Möglichkeiten: Sie erhält die Chance sich weiterzubilden!
Dann sitzt sie als Magistra oder Buchhalterin in einem Betrieb und lebt davon, dass andere ‚Nichtsklaven‘ die Arbeit machen die sie nicht machen will, die aber erst die Basis für ihren Job bilden. Das wäre auch ok und keine Sklaverei ….

Äh … Was nun genau ist Sklaverei!? [verwirrt bin]

Ach, warum bloß hab ich bei diesen doch so einfachen Überlegungen jetzt fast Kopfweh bekommen …     😉
Wo doch alles so einfach ist:
Was wir machen ist ok. Und Sklaverei ist bös!
Und viele unserer Gutmenschen bekämpfen sie ja sogar auch! Ist doch wunderbar wenn so einE JournalistIn gegen Sklaverei anschreibt und sich von Minderentlohnten die Straße kehren, die Brötchen backen und die Fummel nähen lässt. Ja klar, auch diese Ungleichheiten ‚bekämpfen‘ diese Guten ja bereits. Bleibt bloß die Frage

a) Wie diese Gut- Welt weiterfunktionieren sollte wenn wenn einE DirektorIn gerechterweise denselben Lohn bekäme wie einE JournalistIn oder StraßenkehrerIn, oder

b) warum bloß sitzen diese Gutmenschen ausschließlich in ihren Gutjobs und backen nicht frühmorgens ihre Brötchen um dann die Straße vorm Haus sauber zu machen bevor sie ins Büro eilen!?    😉

 

 

 

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