Da ist …

Da ist diese kleine zarte mädchenhafte 57jährige die ihren erwachsenen Sohn so fest im Griff hat, dass er es in seinen erbärmlichen 38 Jahren zu nicht einer Freundin schaffte. Auch als ihre Seelenerkrankung auf den Körper übergriff, ihr der Krebs blutend aus der Nase lief, konnte sie das nur mit beschissenem Schicksal in Verbindung bringen.

Da ist diese kinderlose, ehemalige Vertragsbedienstete einer Landesregierung, die Zeit ihres Berufes akribisch alle Bewegungen, Worte, Sätze, Lieb- und Feindschaften der KollegInnen beobachtete und nun in Pension Dutzendschaften von Haus- und Wildkatzen heiß liebt zu dick und krank füttert.

Da ist diese junggebliebene, quirlige Strahlefrau, die eben ihren, in sie wie ein Schulbub verliebten Sportlehrer eiskalt zugunsten ihres umtriebigen Lebens abservierte. Kein einzelner Mann könnte ihr und ihrer bildschönen Tochter das geben, was sie oft und gern in Gesellschaften ernten, in denen sie insziniert strahlend erscheinen.

Da ist dieses einstmals schönste Mädchen einer Höheren Bundeslehranstalt, das vom Schultor weg geheiratet, ab dem zweiten Kind betrogen wurde und sich der Kirche zuwandte. Als ihre zahllosen Gebete gegen ihre Erkrankung nicht erhört wurden verlegte sie sich auf das kiloweise Vernaschen von Supermarktsüßigkeiten und wird, nun bettlägrig, von verschiedensten Heimhilfen betreut. Die Bestellung für einen extrabreiten Rollstuhl läuft …

Da ist dieser 30 Jahre lang arbeitsame und ehetreue graue Wolf, der nun sein spätes Glück in ständig wechselnden Freundinnen gefunden zu haben glaubt, die jeweils zwanghaft und dringlichst nachbesetzt werden müssen.

Da ist dieser fesche, ehemalige Steuerberater und Hobby- Schauspieler der sein spätes Glück, nach einem Schlaganfall, in einer Französin gefunden zu haben glaubt, in die er sich vermutlich demnächst Hakenwurm- artig reinbohren wird …

Da ist diese bildschöne umtriebige und so heftig sozial engagierte Leiterin einer Land- Bücherei, dass ihr noch jeder Mann innerhalb kürzester Zeit davongelaufen ist.

Da ist dieser überaus erfolgreiche Erfinder, Vortragende und Schriftsteller, der immer wieder fast zwanghaft Neues kreieren muss, der immer obenauf schwimmen, der immer besser, der immer überlegener, immer bewunderter als alle anderen sein muss.

Da war der, der alle paar Wochen sich die ganze Welt um sich wegsaufen musste und nun am Friedhof seine Ruhe gefunden hat.

Da war die dicklich ungepflegte Mittelalterliche die ihre Erkrankungen zelebrierte, ihre Krankengeschichten immer breiter auswalzte, um die alle schon einen Bogen machten …

Da war dieser Mitläufer der immer allen alles recht machte …

Da waren die jungen Burschen die testosteronvoll und youporn- aufgegeilt meinten es sei Spaß wenn sie sich über betrunkene Mädchen hermachten

Da sind diese älteren Damen, die mangels Liebe der bewunderten und ersehnten bildhübschen Jünglinge ihre Enkel, Nichten und Neffen krankverwöhnen und ihre Schoßhündchen in den Diabetes füttern …

Alle diese Menschen, ja Millionen um Millionen mehr von ihnen haben EINES gemeinsam!
Sie alle rufen etwas. Rufen, schreien, wimmern laut und für sensible Offene deutlich Wahrnehmbares, für Normalos unhörbar.
Sie alle kommen aus derselben Gesellschaft, aus derselben Zivilisation und Sozialisation. Sie alle mussten von klein an entbehren, was jedem ‚dummen‘ Tier widerfährt und geschenkt wird.
All diese Menschen suchen und rufen ihr Leben lang nach LIEBE!
Liebe die ihnen von ihren ‚liebenden‘ aber zivilisationsverbildeten Eltern vorenthalten wurde.
Diese dummen, dummen Babies konnten diese süßen rosa und hellblauen Strampelanzüge und bunten Rasseln und Mobiles für deren Auswahl ihre Mütter Shoppingstunden verbrachten, ihre Väter Überstunden machten, nicht und nicht als Liebe empfinden …    😉

 

 

 

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