Patientenverfügung

Nun hat also auch die neue österreichische Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein klargestellt, welch kranken Zugang sie zum Thema Gesundheit hat. Ihre erste Amtshandlung ist die Reform der Patientenverfügung!
Also die Regelung der Todesmodalitäten bzw. der Sterbensverlängerung, was mit Gesundheit natürlich absolut nichts zu tun hat.

Ein zum Medien- Interview geladener Palliativmediziner machte gleich, wie üblich, ganz selbstverständlich von der irrwitzigen Entscheidungsgewalt der Ärzte über Leben und Tod Gebrauch, indem er meinte, besonders chronisch und Krebskranken würde er zu einer verbindlichen Verfügung raten.
Wenn ich dran denke wieviele chronisch und Krebskranke allein ich schon kenne, die sich nichts um Medizinprognosen scherten und heute quietschfidel sind, wird mir fast schlecht über diese ‚modernen Scharfrichter‘ die gar nicht einmal auf die Idee kommen, dass sie auch grottenfalsch liegen könnten …

Andererseits kann natürlich jedermensch seine Verfügung dazu verweden, dass seine Gesundheit Vorrang hat und jeder Doc die Finger von ihm zu lassen hat

Nicht unerwähnt sollte hier vielleicht auch die abermalige Erinnerung daran bleiben, dass in Österreich ohne Widerspruchseintrag Organe von nur Gehirntoten entnommen werden. Wer also nicht gegen sein Zappeln festgeschnallt ausgeschlachtet werden will, muss das zeitgerecht schriftlich kundtun (Adresse hier).

Soweit das Unappetitliche.
Jetzt zum Smoothie und raus in den herrlichen Schnee!

 

 

 

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6 Responses to Patientenverfügung

  1. Andrea Voß sagt:

    Hallo Payoli, Du sprichst ein sehr wichtiges Thema an. Da gibt es diese Patientenverfügung nun in Österreich auch. Uns wird hier in Deutschland auch immer die Patientenverfügung eingeredet. Ich selbst habe als chronisch Krebskranke so eine Verfügung noch nicht ausgefüllt. Leider wird mit so einer Patientenverfügung auch die Verantwortung des Arztes den Patienten übergezogen. Irgendwie wird dadurch auch Angst geschürt. Das finde ich nicht richtig. LG Andrea

    • payoli sagt:

      Das ist ein sehr vielschichtiges Thema, liebe Andrea. Du hast vollkommen Recht, dass einem die Docs damit die Verantwortung ‚umhängen‘. Wenn man davon ausgeht, wie voll die den Mund nehmen und Spitzenverdiener sind, ist es berechtigte Kritik.
      Doch im ‚payoli- Sinne‘ ist es das einzig Richtige. Denn nur wir selber können Verantwortung für uns übernehmen.
      Wäre das schon einmal durchgängig verstanden gäbe es vermutlich kaum mehr Kranke.
      So gesehen könnte diese Verfügung auch ein Anstoß für die Leute sein: Will ich jetzt krank sein und be-handelt werden oder spuck ich jetzt in die Hände und übernehm mein Leben, meine Gesundheit selber 😉

      • wima1711 sagt:

        Endlich ein vernünftiger Blogbeitrag zu diesem Thema.

        Kleine Ergänzung zum „Umhängen“: Mir scheint viel zu viele Menschen wollen ihr ureigenstes Recht sowie ihre eigene Verantwortung für ihre Gesundheit und für ihr Leben gerne dem Ärzt, dem Gesetzgeber und anderen ‚umhängen‘, solange nur die Chance besteht klagen zu können. Das geht beim lb.Gott halt nicht.

        • payoli sagt:

          Du hast natürlich vollkommen recht, lieber wima1711. Nur muss man zum besseren Verständnis schon dazusagen, dass diesem Abgabeverhalten, um nicht zu sagen dieser Abgabe- Sehnsucht ein jahrzehntelanger ‚Umschulungsprozess durch die Sozialversicherungen mit zugrunde liegt. Wer ein Leben lang schwer arbeitet und monatlich sieht wieviel ihm abgezogen wird, kann schon einmal so einen ‚Ich hab ein Recht auf Zuwendung und Verwöhnungs‘- Gedanken haben …

        • wima1711 sagt:

          Ich habe mit „klagen“ gemeint: gerichtlich klagen, vielleicht kann man dabei „Schmerzensgeld für den Verstorbenen“ oder „Schadenersatz wegen Behandlungsfehler“ herausholen, vielleicht geht sich sogar eine Amtshaftungsklage aus ….
          In Deutschland geht es schon in diese Richtung: vgl. https://www.lto.de/recht/nachrichten/n/olg-muenchen-1u454-17-schadensersatz-fuer-lebenserhaltung-arzt/

        • payoli sagt:

          Ah! Ok! Da hatte ich Dich zuvor falsch verstanden …
          Tja, so sind’s die lieben Mitmenschen 😉

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