Vegan war gestern

Jahrzehntelang quälte sich der Vegetarismus durch die Gesellschaften und Zeiten. Auch ich erlebte noch als Antwort auf die Frage ‚Haben sie etwas Vegetarisches?‘, selbst in der gehobenen Gastronomie verständnislose ‚Hä?‘.
Glücklicherweise rutschten wir aber dann doch noch in Zeitalter, das uns in den Kochbuchabteilungen und Lokalen ausgewiesene Fleischlos- Segmente boten.

Es lag auf der Hand, dass einige dieser Vegetarier konsequent weiterdachten und schließlich kreierte Donald Watson das Kunstwort ‚vegan‘ für eine tierleidfreie Lebensweise, die in den letzten Jahren erfreulicherweise Fahrt aufnahm, um nicht zu sagen, sogar hypte.

Nun wäre es eigentlich an der Zeit weiterzugehen …
Ja, ich weiß, die gibt es ohnehin schon, die veganen Rohköstler bzw. rohköstlichen Veganer. Doch ich hab immer noch den Eindruck, das das ‚roh‘ mit ‚kalt‘ und ‚karg‘ assoziiert wird und den Menschen kalte Schauer den Rücken runterjagt oder reines Bedauern über diese armen ‚Nur-…-essen-Dürfenden‘ hervorruft.

Das Hauptproblem aber ist: Weiterdenken allein reicht nicht! Es bräuchte für den nächsten Schritt eine Lobby, ein Geschäftsinteresse, einen neuen Markt!
Denn Geschäftsinteressen waren sowohl für den BIO- Boom verantwortlich, als auch der VEGAN- Turbo.
An Gras- mümmelnden Rohköstlern hingegen, besteht nur wenig Geschäftsinteresse.
Damit bleibt das Weiterdenken ein ‚Auf-der-Stelle-Treten‘. Und Weiterdenker gibt es genug. Denn Veganer sind zwar zu Tieren lieb, aber nicht zu sich und zu ihren Mitmenschen!
Zu sich nicht, da die Veganprodukte längst denselben Weg eingeschlagen haben, wie die mainstream- Normalkost- Produkte: Billigst produziert, hochverarbeitet, denaturiert, bunt- und platikverschweißt. Also ungesund für den Konsumenten, schlecht die Umwelt und noch schlechter für die Arbeitenden in der Herstellungskette.
Das ergibt die absurde Situation, dass zwar von Tierschutz und Tierrechten gesprochen wird, aber nicht von Menschenschutz. Zu fest sitzen noch die Scheuklappen, all unsere moderne Sklaverei nicht zu sehen, bloß weil Geld fließt.
Dass aber Menschen ihre Lebenszeit geben für die Bequemlich- bis Gedankenlosigkeit anderer, ist skandalöser Fakt.

Wann also gibt es endlich Menschen, denen neben dem Tierwohl auch das Wohl ihrer Mitmenschen und eine unversehrte Umwelt wichtig ist?
Wann gibt es endlich Humanveganer!? Wo lebt der erste humanvegan?

Oder nennen wir sie und uns ‚Huganer‘?

‚payoli‘ ist schon besetzt; dafür gehört noch etwas mehr als bloß korrekte Ernährung …

 

 

 

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