Lange schon …

Lange schon, freute sich die payoli- Susanne auf das Kind das ihr bald geschenkt werden würde. Den dazupassenden Vater hatte sie. Ein ganz ein netter ruhiger, aber fescher Biobauer aus dem Nachbarort.
Sie war eben beim Marillenknödel- Zubereiten als sie eine Ameise sah, die sich von einer übereifen Marille gelöst hatte um sich aus dem Mehlstaub zu machen. Ihre Hand zuckte in Richtung der Flüchtenden. Doch anstatt sie wie gewohnt zu zerdrücken, ließ sie sie auf ihren Finger krabbeln und betrachtete diese kleine Wesen voller Neugierde, Bewunderung und sogar einem Teil Rührung.
„Ich denke“, sprach sie zu sich als sie das Tierchen ins Freie brachte, „jetzt wird es wirklich Zeit für mein Kind“.
Rasch rollte sie die Knödel fertig. Doch anstatt sie ins heiße Wasser zu lassen, trug sie sie die paar Meter zu ihrer Mutter in der Nachbarschaft, schenkte sie ihr und lief schnell wieder nach Hause um einiges für ihren Schatz vorzubereiten.
„Hier riecht es aber gar nicht nach Marillenknödel“ bemerkte dieser als er seine Liebeste umarmte.
„Nein, es riecht nach Picknick“ lachte Susanne, griff sich den vorbereiteten Korb und zog ihn an der Hand mit sich.
Draußen auf der Wiese, stellte sie den Korb ab, küsste ihn, breitete eine Decke aus, packte einige Gläschen mit Tips und Marinaden aus und hieß ihn Platz zu nehmen.
Der immer noch etwas verwirrte junge Mann wirkte gleich noch verunsicherter als sie ihm eröffnete:
„Ich hatte heute Besuch!“
„Nein! Sag nicht, schon wieder dieser Lackaffe von der Bank!“ erregte er sich.
„Ach Schatz!“ beruhigte sie ihn um ihn dann doch noch einmal neckisch aufzustacheln:
„Jemand viiiiel, viel netterer!“
„Kenne ich ihn?“ wurde er gleich wieder hitzig.
„Ihn!? Eine Sie! Sie war auch so lieb, mit uns hier nach draußen zu kommen“
Völlig verstört blickte er um sich um dann seine Freundin zweifelnd anzugucken:
„Du bis nicht vielleicht über Opas Schnapsflasche gekommen, hm?“
„Nein“ stipste sie ihm mit dem Finger auf die Nase um mit diesem dann die Ameise, die sich bis dahin eine der herrlich süßen Marillen, die Susanne in einem Schüsselchen mitgebracht hatte, schmecken hatte lassen, abzuholen.
„Weißt Du, was die mir heute erzählt hat?“ hielt sie ihm den ausgestreckten Finger vor die Augen.
Sie erzählte ihm von ihrem sehnlichen Wunsch, von ihrer Vorstellung einer sowohl körperlichen als auch spirituellen Vorbereitungszeit. Sie schwärmte von gemeinsamen Zeiten ausschließlich mit Liebe, schönen Gedanken und herrlichster Naturnahrung vollgepackt, um so zu einer Hoch-Zeit zu gelangen die würdig wäre ihrer beider Kind zu zeugen.
Sie redete und redete. Er, der sie so aufgekratzt noch nicht kannte, staunte. Die kleine dritte im Bunde hatte mittlerweile wieder wieder einen Weg zurück zu den Marillen gefunden.
– Na hoffentlich lässt sie noch etwas übrig. Denn eigentlich waren sie als Dessert, nach all den Wildkräutern rundum, kurz in Susannes Gläschen getaucht, gedacht …

Ja, ja, so werden sie immer mehr und machen eine immer schönere Welt diese payolis …

 

 

 

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