Der Supergau

Ich lebe mein Leben, alle leben ihre Leben.
Ich wussel da, unterhalte mich dort, denke dies, mache das …

Kürzlich wieder einmal etwas Zeit und Lust auf f+f zu blättern. Politik, Merkel, Türkei, Blabla, ein bisserl Krebs, etwas Bildung … Ich lese, ignoriere, kommentiere … Nichts Aufregendes, vergesse alles wieder im Handumdrehen, gehe schlafen.

Tage später morgens: Keines der so vertrauten Aufwachen! Kein Vogelgezwitscher fürs Ohr, nichts zum Drüberstreicheln für die Hände, kein Duft von Blumen oder reifen Weintrauben … Nur ein Schreck!
Ein, ein einziger Gedanke!
Er ist schon da!

Wir brauchen ihn doch gar nicht erst zu erwarten! Er ist bereits da, der Supergau!
Ok, es könnte jetzt, in einer Stunde oder morgen Temelin oder Dukovany hochgehen. Dann wär ich verstrahlt und in ein paar Jahren qualvoll verstorben. Nichts mit 120 werden.

SupergauAber eigentlich, genau betrachtet, haben wir bereits den Supergau. Lang vorbei die Nach- Zwentendorf- Zeiten als alle Familienmitglieder genau wussten was bei einem AKW- Störfall zu tun ist. Heute, wo es längst kaum noch Festnetz- Telefone gibt, wo man weiß, dass die Handynetze im Krisenfall innerhalb von Sekunden zusammenbrechen würden, denken wir nichtmal mehr an einen Störfall. Wir leben in der Gefahr wie ehedem, denken aber nicht dran! So wie wir gedankenlos ins Auto, in die Bahn, ins Flugzeug steigen, obwohl jeder ehemalige Grundschüler sich ausrechnen kann, nach wievielen Fortbewegungen wir verunglücken werden.

Das alles ist aber noch immer nicht der Supergau!
Der Supergau ist das Projekt Mensch!
Da wurde ein Wesen – steht bereits in der Bibel – geschaffen, dass gottgleich war. Da hat sich – so besagt es unsere Evolution – ein Wesen entwickelt, dass Jahrmillionen alle Probleme gemeistert hat.
Da leben Milliarden von Menschen
die alles könnten,
die absolut nichts müssten,
die ihr geschenktes Paradies genießen könnten,
die tun und lassen könnten was immer sie wollen,
die erschaffen könnten was und wann immer sie wollen,
die lebenslang gesund und glücklich sein könnten!

Und was tun sie!?
Sie konsumieren Fremdes,
arbeiten unfreiwillig dafür.
Nennen sich selbst ‚unselbständig‘!
Lassen sich von ihren Liebesten sagen, sagen ihren Liebsten, ‚Das kannst Du noch nicht‘!
Sie bitten um Selbstverständlichstes das ihnen zustünde.
Sie bedanken sich für Dinge die sie nicht bräuchten.
Sie arbeiten für Medien die sie ängstigen.
Sie arbeiten für Dinge die ihnen Glück, das sie damit nie erreichen werden, versprechen.
Sie hoffen auf Sicherheiten die ihnen diese Angst nehmen, das aber nie tun können.
Sie erarbeiten sich Krankheiten und arbeiten für Medikamente und Therapeuten die ihnen versprechen sie wieder gesund zu machen.
Sie streiten mit Menschen, die sie auch lieben könnten.

Sie rennen und hasten, sie weinen und ängstigen sich, sie raffen und horten. Sie führen Kriege, töten Mitwesen und nennen Leben, was eigentlich bereits längst als Supergau erkannt sein müsste …

 

 

 

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