Der Autoimmun- Kongress

Seit einiger Zeit erfreuen sich diverse online- Kongresse größter Beliebtheit. Jeder von ihnen zeigt kürzere oder längere Interviews mit einschlägigen Fachleuten, für die das natürlich auch noch beste Werbung ist.
Die Themen reichen von Naturpädagogik, über reichmachenden Umgang mit Geld bis zu Gesundheit.
Letztere seh/ hör ich mir gerne an, da dieses Thema nun einmal ‚meines‘ ist, obwohl ich die da gebotenen Inhalte längst schon nicht mehr brauche. Ja, im Gegenteil, immer wieder bin ich fassungslos WIE umständlich selbst sogenannte Fachkräfte an oft so einfache Probleme herangehen.

Einen besonderen Vogel schoss dabei der kürzlich gelaufene Autoimmun- Kongress ab.
Nach Durchsicht der, fast ausschließlich schulmedizinischen Referenten und der Vita der Veranstalterin, schrieb ich ihr: ‚In Anbetracht, Deiner in schon so jungen Jahren begonnenen Erkrankung, hoffe ich, dass im Kongress auch unser aller Verantwortung für die nächsten Generationen angesprochen werden wird.‘
‚Jaja, natürlich! Freu Dich darauf!‘ antwortete sie mir.
Doch nichts da! Ich hab irgendwann, ob der ausschließlich Krankheits- zentrierten und behandelnden Herangehensweise abgebrochen.

Nun ist es natürlich legitim, ja sogar verständlich, wenn Erkrankte ausschließlich an ihrer Heilung interessiert sind.
Doch es geht um mehr! Um weitaus mehr!

Mit heutigem Wissen müsste niemand mehr erkranken!
Alle, alle könnten wir ein dauergesundes, glückliches Leben führen.
DAS gehörte kommuniziert!
DAS wäre unser aller Lernaufgabe!
Nicht egomanisch und ohne Rücksicht auf andere, auf die Umwelt, auf die Klimasituation, alles nur irgendwie mögliche konsumieren, um dann im Erkrankungsfall, wiederum andere zu ‚belästigen‘ und danach in der Regel weitermachen wie bisher, – maximal um Spuren reduzierter.
Und vor allem, das Bewusstsein, dass es nicht nur uns selber gibt, sondern wir auch neben der Mitwelt auch noch für unsere Nachkommen verantwortlich sind, sollte längst Allgemeingut sein.

Noch vor hundert Jahren reisten Medizinstudenten oft hunderte Kilometer um einen Krebskranken sehen zu können. Heute erkranken Kinder in immer jüngeren Jahren!
In den USA ist die Lebenserwartung sogar bereits rückläufig!
Das hat ja eine Ursache!
Diese muss verschwinden!
WIR haben das in der Hand!

Vor diesem Hintergrund wirken Bemühungen wie dieser o.g. Kongress sehr engsichtig bis egomanisch.
Und vor allem tun mir Leute, die so sehr an ihrem Gewohnten hängen, einfach nur leid. Denn so sehr sich diese Welt in wunderbarer Fülle zeigt, so sehr sind solche Menschen von Ängsten verfolgt.
Da gibt es – das hab ich in diesem Kongress gelernt – für jede Erkrankung ausführlichste und umständlichste (Lebensführungs-) ‚Protokolle‘, die penibelst einzuhalten sind, um sich nur ja nicht durch das wunderbare ‚Zaubergebot‘

    ‚Lebe einfach naturrichtig und paradiesisch‘

das Geschäft vermasseln zu lassen oder auf mehr – vermeintlich! – ‚verzichten‘ zu müssen, als absolut notwendig ist.

Auch Paelo- Diäten feierten bei diesem Kongress fröhliche Urstände. Und damit haben diese Leute absolut nichts von der, durch ihre Erkrankungen gestellte, Lebensaufgabe verstanden. Denn für eigenen Gaumenkitzel andere zu ermorden ist m.E. krank. Und zu meinen, für die eigene Heilung töten (lassen) zu müssen ist noch kränker.
So, liebe Leute, funktioniert diese Schöpfung nicht, dass Glück oder Gesundheit auf dem Tod oder Leid anderer fußen könnte. Das ist eine absurde, aber typische Zivilisations- Fehlsicht.
Damit will ich diese Leute jedoch keinesfalls verurteilen. Sie sind einfach auf ihrem Weg, wo sie eben sind.
Es tut mir nur leid, dass einzig aus diesen Festklammer- Ängsten heraus, eine, für alle, so wunderbare Möglichkeit zu leben, so leidverlängernd noch weiter und weiter hinausgeschoben wird.

Ich hatte einmal einen, durch einem Motorradunfall querschnittgelähmten Klienten, der seinem Unfall, trotz aller Tragik, auch noch dankbar war, da er ihn ‚aufgeweckt‘ hatte.
‚Und warum bist Du überhaupt Motorrad gefahren?‘, fragte ich ihn.
‚Weil ich als junger Bursch nie ein Moped, wie alle anderen, haben durfte!‘, war seine Antwort.
Na hallo! Und dafür haben wir den freien Willen!? Um absolut jeden Unsinn ausprobieren zu müssen?
Doch das ist nur EIN Beispiel, EIN Thema! Unsere Konsumwelt ist genauso übervoll mit Versuchungen und Gefahren, wie unsere ‚Defizite‘ und Ängste es einfordern.

In diesem Sinne wünsche ich Euch allen ein ‚Aufgeweckt- Werden‘ VOR der Katastrophe!

 

 

 

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