Das Internet der Körper

2. Mai 2022

Nach 5G für das Internet der Dinge (Internet of Things -IoT) kommt das Internet of Bodies (IoB). Das meint, dass Teile des Körpers ersetzt oder verbessert werden könnten durch Internet- basierte Künstliche Intelligenz.
Ich kann gut verstehen, dass das manche für machbar wenn nicht sogar erstrebenswert halten bzw. sich begeistert für erweiterte Möglichkeiten erwärmen.

Ich kann nur hellauf lachen darüber bzw. fassungslos den Kopf schütteln, dass man so wenig von diesem Wunder Leben und Wunder Körper halten kann. Ich durfte als junger Techniker bei der Entwicklung von Pro- und Orthesen mitarbeiten, die von Nervenimpulsen angesteuert wurden. Daher weiß ich, dass selbst so scheinbar Einfaches so unvorstellbar komplex ist, dass sich ‚Normalmensch‘ das überhaupt nicht vorstellen kann.

Vielleicht kann auch Schopenhauers ‚Der dümmste Typ kann einen Käfer zertreten, doch alle Wissenschafter der Welt ihn nicht wieder lebendig machen‘ helfen, diesen geplanten Größenwahn zu enttarnen. Ja, es ist sogar so, dass diese ‚alle Wissenschafter der Welt‘ bis heute nichteinmal unser kleinstes ‚Bauelement‘, die Zelle verstehen, geschweige denn reparieren oder gar herstellen können. Denn jedes dieser ‚kleinsten und einfachsten Element‘ ist in seiner Komplexität mit einer Stadt zu vergleichen, mit all ihrem Verkehr, Ver- und Entsorgungen, Sicherheitsmaßnahmen, Informationsflüssen, und, und, und. Ja, selbst vom Verständnis einzelner Teile dieser Zelle, wie z.B. den Mitochondrien oder der DNS sind wir Lichtjahre entfernt.

Doch in den Medien klingen diese größenwahnsinnigen Maulhelden ganz anders. Da werden science fiction- Bildchen gezeigt, da schwadronieren diese Dummköpfe, die nichteinmal die Größe des schon Bestehenden ermessen können Unsinn bis zum Balkenbiegen.

Ich kann nur jedermensch empfehlen, sich die Geschichte der menschlichen Fähigkeiten anzusehen. Ein Leonardo da Vinci hatte noch das ganze Wissen seiner Zeit in sich. Ein Rembrand oder Dürer konnte abbilden, was heute kein Maler mehr kann.
Klar können wir heute alles Wissen googeln und mit Grafikprogrammen ‚Alte Meister- Ähnliches‘ schaffen. Doch das sind keine menschlichen, sondern bereits Cyborg- Anfänge. Also Mischungen von menschlichen und ‚maschinellen‘ Fähigkeiten.
Das bereichert einerseits. Doch es entfähigt uns auch und macht uns abhängig. Ältere werden sich erinnern, welch schwierige Kopfrechnungen wir wie einfach vor den Taschenrechnern noch lösten, wieviele Telefonnummern wir vor Handyzeiten im Kopf hatten.
Heutige Junge haben keine Ahnung mehr von den komplexen Landkarten in den Köpfen damaliger Zeiten und sind ohne Navi völlig orientierungslos.

Diese beiden Seiten und Möglichkeiten wollte ich heute etwas beleuchten.
Jedermensch hat die Wahl.

Doch es gilt auch ‚The winner takes it all‘! Die Minderheit wird irgendwann mitmachen müssen …