Was macht die Pubertät mit uns?

20. Juli 2017

Von Bruno Bettelheim dem bekannten Kinderpsychologen habe ich gelernt, dass es die Pubertätsprobleme Jugendlicher

a) nur in ‚westlichen‘ Gesellschaften gibt und
b) sie als letzte Chance zu sehen sind, die Jugendliche ihren Eltern noch geben, ihnen doch noch ihre bisher vermisste Liebe zu zeigen.
So weit, so gut belegt, so gut verständlich. Besonders für mich, der sich sehr intensiv mit der Jungen- Betreuung im Tierreich befasst hat, das sich generell liebevoller zeigt.

Als Gesundheitstrainer, aber auch als Privatmensch fielen mir immer wieder Menschen auf, die sich im förmlichen Suhlen in ihren Krankheitsgeschichten gefielen. Wehe, wenn man solchen Leidenden eine Lösung vorschlägt! NEIIIIIIN! Das haben sie aaaalles schon probiert. Ihr Fall ist ja mit keinem anderen zu vergleichen! Sie sind ja etwas gaaaanz besonderes! 😉
Doch auch das ‚Auffüllen‘ ihrer Liebesdefizite habe ich zwar nur in wenigen Fällen, aber doch durch förmliche Mitgefühls-, Bedauerungs- und Verständnis- Überschüttungen versucht. – Keine Chance!

Was also läge näher diese Bettelheim’sche Pubertäts- Erklärung auf den Großteil dieser Gesellschaft umzulegen?
Auch Jugendliche reizen diese geforderten Liebesbeweise oft bis zur Unerträglichkeit aus. Viele Eltern wissen: Man kann ihnen einfach nicht genügen. Sie ziehen die Schraube immer weiter an, wollen und brauchen immer mehr …

Leute, ich bin mir sicher: Wir (fast) alle pubertieren im Sinne von Liebe suchen, die uns vorenthalten wurde, ein Leben lang.
Beobachte die Menschen, wie sie Komplimente fischen, Bestätigungen suchen, Recht bekommen wollen, Anerkennung heischen, bedankt werden wollen … Alle ‚Karrieren‘, Wohlverhalten, aber auch ‚Auftritte‘, ‚Rollen‘ … All das sind nichts anderes als das Suchen nach Liebe!
Doch das ist auch nicht weiter erstaunlich. Denn es gab – siehe oben die Vergleiche mit der Tierwelt – nie lieblosere Gesellschaften als unsere heutige.
All unser Wiederholen und Hinweisen auf die angeblich so brutale Natur und die schrecklichen Verhältnisse in Steinzeit, Mittelalter, u.Ä. sind nichts als Unwahrheiten und Bemäntelungen unserer heutigen Herzlosigkeit.

 

 

 


Lebensrettende Faulheit

10. Juli 2017

„Es gibt eine Angst, die macht klein
Die macht einen krank und allein
Und es gibt eine Angst, die macht klug
Mutiger, freier von Selbstbetrug“

singt Andre Heller in seinem Angstlied.
Ähnlich polar verhält es sich mit der Faulheit.

Immer mehr Menschen greifen zu Fertiggerichten, gehen Essen, lassen sich von fast food locken. Die Wirtschaft macht uns das aber auch immer leichter. Und aus evolutionsgeschichtlicher Sicht ist dieser Hang zur Bequemlichkeit und Faulheit auch gut verständlich: Jahrmillionen lang waren wir es gewohnt Müßigang zu leben, also mehr oder weniger faul zu sein. Unser Nichttisch war im Natur- Paradies immer reich gedeckt und in Bäumen schaukelt es sich gut, wenn der Tag lang und sonnig ist 😉
faulDieses Ur- Erbe wird nun von zahllosen Profiteuren ausgenutzt. Wir kaufen bereitwillig was Bequemlichkeit verspricht und werden damit zu immer fetteren Couch-Potato’s. Das wär ja nicht so schlimm, wenn es nicht ein Kurzfrist- Genuß mit eingebautem Selbstschuss wäre. Solch ein Leben macht uns krank, verursacht Leid und kostet uns Lebens- Jahrzehnte!

Doch es gibt auch eine Faulheit „die macht klug
Mutiger, freier von Selbstbetrug“, würde A. Heller vielleicht auch hier sagen. Ich sag, es gibt auch eine Faulheit die lebendig, gesund und glücklich macht. Das ist die Faulheit unserer Vorvorvor…fahren. Das ist eine Natur-, eine Paradies- Faulheit. Sie erspart sich all das Gekoche, Gebruzzel, das stundenlange Arbeiten für’s Essengehen, für das Fertigmenü, für die Superküche, den Geschirrspüler, die Spülmittel, Dunstabsauger, Pfannen, und, und, und …
Diese Paradiesfaulheit lässt uns die Natur so genießen wie sie für uns wächst, lässt uns so bewegen wie es lustvoll ist, lässt uns (nicht)denken, wie es uns, allen Mitwesen und dem Planeten am besten tut und lässt uns sozial so nah, liebevoll und körperlich interagieren wie es geselligen, empathischen und warmherzigen Wesen, wie wir es im Grunde unseres Herzens sind, entspricht.
DIESE wunderbare Faulheit, die wünsche ich Euch allen! 🙂

 
PS: Mit den letzten vier hervorgehobenen Begriffen sind wir wieder einmal meim BEMS meines Evolutions-basierten Salutogenese- Modells über das demnächst ein Beitrag folgt.

 

 

 


Helfen

22. Juni 2017

Heute wieder einmal ein Gastbeitrag, den ich Euch nicht vorenthalten möchte:

Kürzlich als ich frühmorgens schon in meine Ordination eilte um den vielen Wartenden zu helfen glaubte ich meinen Augen nicht zu trauen! Schon zu so früher Stunde plagten sich in diesem Fitness- Tempel die armen Menschen. Soetwas kann ich einfach nicht sehen. Natürlich lief ich sofort hinein, half dieser extrem schlanken Dame ihre Gewichte zu stemmen. Dem jungen Mann am Stepper stellte ich seinen Zähler vor, klopfte ihm auf die Schulter und sagte: ‚Es ist genug. Plagen sie sich nicht unnötig. Das sage ich ihnen als Arzt‘. Gottseidank hatte ich auch meine Notfalltasche mit dabei, sodass ich einer völlig erschöpften Frau sofort eine kreislaufstärkende Spritze verabreichen konnte.
Ich finde, das Helfen wo wir nur können sind wir unseren Mitmenschen einfach schuldig. Helfen gehört zu unseren christlich abendländischen Werten. Natürlich hab ich auch meinen Kindern immer die Hausaufgaben gemacht. Was sollen sich so Kleine schon so plagen müssen!?
Natürlich haben wir sie auch täglich in die Schule geführt und wieder abgeholt. Man weiß ja nicht welche Perversen ihnen am Schulweg auflauern …
Ok, unser Schulweg damals war der größte Spaß des ganzen Schultages. Aber heute ist das eben anders. Man will ja schließlich dem Fortschritt nicht im Wege stehen und hilft gerne.
Uns wird ja auch allerorten geholfen. Die Wirtschaft versorgt uns mit immer bequemeren Autos, Maschinen, mit geschmacklich wunderbaren Fertiggerichten und Naschereien. Ok, wir haben ein kleines Übergewichts- und Diabetesproblem. Doch auch da stehen uns doch abertausende höchstqualifizierter Chemiker und Biologen der Pharmaunternehmen helfend zur Seite.
Also ich finde, wir machen alles richtig und sollten zu diesen unseren Werten stehen. Wir haben es echt gut erwischt mit unserem Fortschritt. Wir brauchen keine eigenen Erfahrungen mehr zu machen, können alles in Büchern nachlesen oder im TV oder Internet ansehen. Das sind doch Clowns, die da behaupten, wir würden dadurch manipuliert und sinnlich verarmen! Bin ich blöd und wate durch Sümpfe wenn ich Krokodile sehen will!?
Das wär doch echt verrückt, zu glauben, man müsste heutzutage noch alles selber erleben. So ein Wasserfall oder Sonnenuntergang ist auf dem flat screen doch praktisch naturident! Und obendrein kann die Technik ja noch weitaus mehr!
Also ich steh zu unseren Errungenschaften und Werten und würde sie natürlich auch verteitigen.
Gerade jetzt! Immer mehr sogenannte Alternative wettern zum Beispiel gegen die Pharmas, plädieren für die Stärkung von Selbstheilungskräften … Ja, himmelfixteufel nocheinmal! Als hätt‘ schon einmal jemand diese Selbstheilungskraft gesehen oder wissenschaftlich nachgewiesen! Für meine Medikamente und Impfungen dagegen, ist es selbstverständlich, dass es von der jeweiligen Firma einen Wirknachweis und ausführliche Beipackzettel gibt. Papperlapapp Nebenwirkungen! Alles hat seinen Preis! Das ist einfach so! Wenn man einen Apfel isst, so wirkt der ja nebenher auch gesun …. Ach, das war kein gutes Beispiel …

Puuuuhhh! Ein starkes Stück! Vielleicht brauchen wir ja doch mehr Arzt- Helfer – im wörlichen Sinne – als wir denken … 😉

 

 

 


Kinder kaputt!

25. Mai 2017

 

 

 


Für Erziehungs- Verfechter

22. Mai 2017

„Entgegen dem noch vorherrschenden naiven Sprachgebrauch ist Erziehung das Wort zur Bezeichnung von objektiv kinderfeindlichen, menschenfeindlichen, lebensfeindlichen Handlungen, die aus vordemokratischer und faustrechtlicher Tradition stammen, Machtansprüche durchsetzen und Herrschaftsgelüste befriedigen sollen, die Abhängigkeit von Kindern schamlos ausbeuten und Kindern gegenüber die allen Menschen in unserem Grundgesetz garantierten Rechte auf Achtung ihrer Würde und auf freie Entfaltung ihrer Persönlichkeit mit Füßen treten. Wer Kinder erziehen will, will Kinder zerstören – ob er es schon weiß, oder ob er es noch nicht weiß: für die Kinder macht das keinen Unterschied.“

(Ekkehard von Braunmühl)

 

 

 


Tatsachen- Umkehr

15. Mai 2017

ratioWir leben in einer hochtechnisierten Welt, sind mächtig stolz darauf und halten die Technik für unentbehrlich.
Alle unsere Erfindungen und Rationalisierungen halten wir für große Leistungen.

Sehen wir mit ‚Natur‘-, mit ‚Lebens‘- Augen auf diese Situation sieht es gleich völlig anders aus.
Bei Rationalisierung beispielsweise geht es eindeutig um eine Geistesverarmung. Jeder Beteiligte wird auf einen kleinen, einfachen Aspekt reduziert. Damit ist er austauschbar und der Druck auf ihn erhöht sich.
Damit verdummen die Menschen bzw. werden verdummt und sind in der Folge abhängig, da nicht mehr allein allumfassend lebensfähig.
Genau besehen sind wir alle vollentmündigt. Niemand mehr kann die Gesamtheit dieser Gesellschaft überblicken. Niemand mehr kann in allen Bereichen das Beste für sich wählen, sondern ist abhängig von Fachleuten und Beratern.
Diese, einem Homo sapiens absolut unwürdige Selbstentmachtung, wird noch perfide verschleiert, indem jedermensch kleine Entscheidungen, sei es bei der Wahl des Arbeitgebers, des Partners, einer politischen Partei, eines Konsumartikels, etc., treffen dürfen. Inmitten einer Fülle von kleinen Entscheidungen fällt niemandem mehr auf, wie klein und unbedeutend diese Entscheidungen sind.

Tatsächlich aber sind wir groß. Größer als mensch, bis auf wenige Ausnahmen, sich heute vorstellen kann.
Deshalb: Denk Dich groß! Leiste Dir ‚Unglaubliches‘. Plane ‚Niegedachtes‘! Sag‘ ‚Niegehörtes‘! Tu ‚Verblüffendes‘! Denn das ist unser Geburtsrecht, unsere Natur (vor der Zivilisations- Kleinstutzung).

Oder kürzer gesagt:
paradise and enrich your life!    😉

 
PS: Und vor allem: Lass nicht länger zu, dass unsere wunderbaren Kinder klein-, gleich- und unselbständig gemacht werden!

 

 

 


Natur- Pillen

1. Mai 2017

Dass diese Welt, diese Gesellschaft, dieser Wirtschaftsmarkt völlig ver-rückt ist dürfte immer mehr Menschen dämmern.
Doch noch etwas ist ziemlich ver-rückt und das sogar zu unserem persönlichen Nachteil. Diese Ver-rücktheit macht uns Krank, verkürzt unsere Leben, schafft unendliches Leid! – Obwohl es so wunderbar süß schmeckt!
Ja, das Süße!
Es geht heute um das Süße!

Leute, wir essen alle viel zu süß!
Unser Geschmack ist mittlerweile schon so ver-rückt, dass selbst Kindern keine frischen Him- oder andere Beeren mehr schmecken.
Selbst in völlig scheinbar unverfänglichen und unsüßen Produkten, wie Essiggurken und Ketchup, finden wir Zucker.

Langsam wird jetzt einigen klar, dass das nicht ganz der ‚richtige Weg‘ war. Heuer 2017 laufen sogar die Stützungen der Zuckerrüben- Industrie aus.
Doch selbst das verheißt nichts Gutes. Mit Süßmitteln wie Aspartam treiben wir die Zuckerteufel mit den light- Produkten- Beelzebuben aus!
Ob den ganz Fortschrittlichen ihr Stevia und Xylit langzeitlich nicht auch noch in die Gesundheit pinkelt, wird sich noch zeigen.

Das Problem, liebe Leute, unser Problem ist das ZUVIEL AN SÜSS!
Es gibt in der Natur nicht gar soviel Süßes! Ja 1x jährlich leckere Kirschen, Trauben, Pflaumen. Aber nur 1x im Jahr, – ein, zwei Wochen!
Der Rest ist bitter und scharf!

keimDoch jetzt kommt die gute Nachricht:
Habt Ihr schon diese Wundergeschichten vom Granatapfelkernöl, vom Grapfruitkernextrakt, die Krebs- verhindernde bis bekämpfende Wirkung der bitteren Mandelkerne, und, und, und gehört?
Und wisst Ihr auch warum diese Zeugs so gut funktioniert?
ball_green Weil wir evolutionsgeschichtlich daran angepasst sind.
ball_green Weil Kerne lange, lange Zeit Teil unserer Ernährung waren.
ball_green Weil Kerne bitter sind und
ball_green weil Kerne das Wertvollste jeder Frucht sind.

Alle Samen sind wertvoll, tun uns gut, sind hochkonzentriertes Leben.
Ohne ins Pornografische abrutschen zu wollen, weiß ich von einigen Ethnien und Frauen, dass das selbst für menschlichen Samen gilt.
Wir können uns also nichts Besseres tun, als unsere Zucker- Ver-rücktheit zurecht zu rücken. In Richtung BITTER rücken!
Damit schmeckt dann bald weitaus weniger Süßes noch süßer und leckerer!
Probiert es!

Ich knurpse lange schon und mit Genuss so ziemlich alle Samen und Kerne. Ich finde sie schmecken einfach geil!