Straßen, einmal anders

26. Februar 2011

(Reisebericht Äthiopien)

So sieht eine durchschnittliche Straße in Asella (Äthiopien) aus:

Eine andere:

Noch eine:

Straße ‚voll‘ (religiöse Prozession):

Und noch eine kleinere:

 


Das ist eine …

26. Februar 2011

(Reisebericht Äthiopien)

Äthiopische ‚Straßen’- Brücke (in Asella, 130.000 Einwohner- Stadt):


Das auch:
Man sieht’s auf dem Foto leider nicht, aber auf einer Seite der Brücke ist eine 30cm-, auf der anderen eine ca. 1m- Stufe zur ‚Straße’

 


Viiiiiiel zu viel …

25. Februar 2011

(Reisebericht Äthiopien)

… Zucker und Süßes essen wir, fällt mir auch jetzt wieder hier in Äthiopien auf.
Es ist kein Zufall, dass diese Menschen Zähne wie Perlen haben. Sie essen praktisch überhaupt nichts Süßes, nehmen bloß diese Winztässchen schwarzen, ursüßen Kaffees zu sich.
Durch dieses 3x tägliche Inschara mit diversen Saucen ist die äthiopische Geschmacksnote weit weg von süß und eher säuerlich bis scharf.
Die Zeiten der gesunden Zähne scheinen mir aber bald vorbei zu sein. In allen Shops und Cafe’s ‚lauern’ bereits die kitschig bunten Zucker- Lollies und Limonaden.
Es mutet irgendwie absurd an, wenn man in einem Cafe sitzt in dem alle Gäste frische Juice (=smoothies) trinken, die Regale aber voll mit bunten Limoflaschen sind. Doch jeder Kaufmann weiß, dass man genau so, Neues einführt …
Für mich, der ich zu Hause sehr ‚brav’ roh esse war es dennoch ein gutes Lehrstück hier, dass man ohne all das viele Süße sehr gut und ganz unzweifelhaft gesünder leben kann.
Ich werde meine vielen süßen Roh- Schokos, Kakaos, Drinks, Cremen und Muse als Dessert oder Zwischenmahlzeit sicherlich drastisch einschränken. Zudem ich neben meiner österreichisch süßen Sozialisation ja auch den psychischen Hintergrund von Süßhunger kenne. Den verrat’ ich hier aber nicht! 😉
Bei den green smoothies war ich durch kontinuierliches Erhöhen des Grünanteils bereits auf dem bestem Weg …

 


Waaaahnsinn!

24. Februar 2011

(Reisebericht Äthiopien)

Soooo schön!!!
Ich war heute in einem – naja, kein Restaurant, kein Cafe ….
Es hat gewirkt wie privat eingeladen, in so einem ‚Ur- Häuschen’, dessen Wände mit Erde und Kuhdung verschmiert sind, bin selten liebenswürdig aufgenommen und bedient worden (inkl. Führung zur Kuh, die gleich im Nebenraum ‚wohnt’ ein süßes Kalb und unglaublich wohlschmeckende Milch hatte).
Jaja, ich weiß, das ist nicht vegan! Aber ich musste einfach kosten …
Ich hab da endlich einmal ein sensationell gutes Inschara bekommen.
Auch das Interieur war selten fremd aber heimelig und für uns höchst originell.
Die Wände dunkel- aber strahlend blau, die Decke gestreifte (Plastik-)Stoffbahnen, die Stühle, Tische und ‚Theke’ dunkelrot gestrichen, am Boden war Heu ausgestreut und auf den Tischen lagen sehr attraktive Blätter die angeblich gegen Fliegen wirken.
An der Rückwand des ca. 3 x 4 m- messenden Raumes, neben der ‚Theke’ saß auf einem Polster am Boden die Chefin vor einem Tablett mit Kaffeetassen und einem Kohlekocher, auf dem sie das Kaffeewasser erhitzte. Neben ihr, kontrapunktisch präzise ein relativ moderner, weißer Kühlschrank!

Das Inschara war mit Häufchen von gekochtem Kohl, roter (Paprika) Linsen- Sauce, eingelegtem Kraut und frischem Kuhkäse, und Zwiebel- Tomaten ‚beladen’.
Bei der Führung sahen wir auch den Inscharar und gleich daneben den Brot- Ofen.

Alles wie seit Steinzeiten verwendet, aus einfacher Erde mit Kuhdung gebaut, modelliert und gebrant.

Ich hoffe, gemeinsam mit den Fotos könnt Ihr Euch ein halbwegs gutes Bild von dieser absolut faszinierenden Szene machen …

 


Was ist schon ein ‚Red carpet’ …

24. Februar 2011

(Reisebericht Äthiopien)

… gegen das Service, das mir hier geboten wird!
Wir waren in einer Art Buschenschank, bei der ein zwar alkoholisches, aber rohes und traumhaft gutes Getränk auf Honig- Basis, in ganz süßen Fläschchen, ausgeschenkt wurde.
Auch vor diesem Besuch musste ich mir – wieder einmal – zahlreiche Warnungen, wie kriminell, bösartig und Weiße- feindlich Äthiopier, besonders die betrunkenen, wären. Doch es zeigte sich auch hier – wieder einmal – dass sie alle ganz entzückend sind und ich fühlte mich dort sehr wohl bis ‚getragen’ von deren Zuneigung.
Leider erwischte ich in dieser Stimmung, die sich durch einen der häufigen Stromausfälle mit anschließender Kerzenlichtstimmung noch verbesserte, wohl etwas zuviel von diesem Nektar.
Auf dem Heimweg staunte ich wieder einmal, wie gut die Äthiopier selbst in stockdunkelster Nacht sehen (was mir verborgen blieb); – dabei gelte ich hier eher als gut nachtsichtig.
Mit Hilfe fand ich mein Hotelzimmer, das sich in einer Festungs- ähnlichen Anlage befand: Alles ebenerdig, in Vierkant- Anordnung, mit Glasscherben- bewehrten Mauern, alle Fenster und Türen ausschließlich in den Innenhof, aus Eisen und vergittert.
Nachts weckte mich ein schlimmes Bauch- Gefühl, das mir sagte: ‚Wenn Du nicht in wenigen Minuten auf einem Klo bist, gibts eine Panne’.
Ich probiere das Licht. Noch immer kein Strom!
Der Weg zur Toilette, ein unergründlicher Zick- Zack- Kurs vorbei an halboffenen Senkgruben, Küchenabfallhaufen und Abwasch- Lachen.
Draußen wähnte ich, durch die ständigen Schauergeschichten über aufgeschlitzte Weiße, die man hier ständig hört, natürlich auch noch Horden an Massenmördern …
Irgendwann war aber Schluss mit krampfhaftem Alternativen- Suchen und den Weg vielleicht doch nochmal zu erinnern. – Ich MUSSTE! SOFORT!
Kaum hatte ich die Tür nur einen Spalt offen, blitzt ein Lichtstrahl auf und eine Stimme fragt aus dem Dunkel: ‚What do you want?’
Das Hotel hatte einen Wächter, der sich rührend um mich kümmerte, mir mit seiner Taschenlampe den für mich schönsten ‚Light carpet’ meines Lebens bis zum offenen Klo legte und auch noch fürsorglich fragte ob ich softs (Klopapier) bräuchte.
Ich hätte ihn abbusseln können … 🙂
Auf diesem Klo hatte ich übrigens tags zuvor die Lektion gelernt, dass man völlig problemlos zur Notdurft hockerln und dem vorbeigehenden Küchenpersonal zugrinsen kann 😉

 


Äthiopisch essen

23. Februar 2011

(Reisebericht Äthiopien)

Das Essen hier ist – zumindest für mich, wenn ich mal nicht verwöhnt werde – ein Graus!

a) Sie lieben Fleisch, wofür ich nicht wirklich Verständnis aufbringe (wenn doch das Land eh so arm ist und der schlechte Wirkungsgrad der ‚Fleischproduktion’ selbst für Dümmste einsehbar sein müsste.

b) Sie essen dreimal am Tag (!) Inschara. Das ist ein ca. 50cm im Durchmesser messender kalter Pfannkuchen mit leicht säuerlichem Geschmack und der Konsistenz von eingeweichtem Brot.
Dieses Inschara wird mit verschiedenen Saucen gereicht, in die man die mit der Hand abgerissenen Inschara- Stücke taucht oder damit Beilagen aufnimmt und in den Mund steckt. An Saucen gibt es in den Geschmacksrichtungen Tomaten- Paprika, Linsen, Rote Rüben, Erbsen- Paprika und Kohl.
Wenn man dann auch noch bedenkt, dass Äthiopien das am bedrohlichst abgeholzteste Land ist und die Äthiopier 3x am Tag ein Feuerchen machen ‚müssen’, da ihnen absolut nichts Ungekochtes ‚runterkommt’ mag man sie nicht mehr wirklich ernst nehmen …

c) In Restaurants gibt es neben Fleisch, Inschara noch Reis mit Gemüsespuren und Spaghetti mit Gemüsespuren. Der Reis ist ‚natürlich’ weiß und die bzw. meine Spaghetti zu weich.

d) Von dem Irrglauben, dass Vollreifes krank macht, hab ich ja schon berichtet. Jetzt hab ich auch noch die Erklärung dafür bekommen, warum man zu diesen herrlichen Frucht- smoothies Limonen dazubekommt. Sie glauben, der Limonensaft, den man über den smoothie träufelt, würde alle Keime abtöten …

e) Auf Märkten und in Geschäften gesehen habe ich an für mich Essbarem: Bananen, Orangen, Limonen, Mangos, Papaya, Äpfel (seit neuestem), Zuckerrohr, Salat, Kohl, Süßkartoffel (Kartoffeln gibt es natürlich auch), Rote Rüben, Zwiebel, Knoblauch, Paprika, Tomaten, Karotten (sehr süß), Mangold, Avokados, Erdnüsse, Kichererbsen (getrocknet), Leinsamen, Sesam, Koriander, Ingwer

Also summa sumarum könnte man sich hier recht gut ernähren, bloß die Äthiopier tun das nicht 😉

 


Sex in Äthiopien

22. Februar 2011

(Reisebericht Äthiopien)

Ich hab’s zwar noch nicht in Äthiopische Schlafzimmer ‚geschafft’, kann mich aber des Eindrucks nicht erwehren, dass es dort ähnlich freud- und lustlos zugeht wie bei uns vor 50- 100 Jahren, was auch dem Entwicklungs- Rückstand auf anderen Gebieten entsprechen würde.
Dadurch dass die Frauen hier so devot sind, die Gesellschaft sehr religiös ist und ich noch nie auch nur einen Anflug von Geschlechterannäherung in der Öffentlichkeit mitbekommen habe, ist es mir nicht vorstellbar, dass die dann ab der Schlafzimmertür die 180°- Kurve zu einem liebe- lust- und freudvollen Geschlechterleben kriegen. Es wird wohl eher ein einerseits Dulden, andererseits eine schnelle Sache sein.
In unserer Wohnhausanlage habe ich sogar das abendliche Heimkommen eines jungen Mannes zu seiner Frau beobachtet, die eben heraußen stand. Sie haben beide etwas kurzes gemurmelt. Vielleicht hat es ja geheißen ‚Meine Glutäugige’ und ‚Mein Sehnen hat ein Ende, Geliebter’. Ausgesehen hat es körpersprachlich und mimisch wie ‚Das Essen schon fertig?’ und ‚Oh Gott, Du schon wieder’ 😉
Da die Sprache gut Auskunft über Verhalten und Gebräuche gibt, habe ich mich erkundigt, was es für Worte rund um die se schönste Sache der Welt in der Äthiopischen Sprache gibt. Viel mehr als ‚Sex‘ hab ich nicht gehört! Die paar Worte, die ich aufgezählt hab, die es bei uns gibt, wie Schmusen u.ä. wurden in die ‚Unrein‘- Ecke verwiesen …
DASS sie Sex haben kann ich eigentlich nur daraus schließen, dass es jede Menge ursüßer Kinder und in jedem Äthiopischen Spielfilm Warnungen vor AIDS gibt 😉
Mir und vermutlich auch Euch wird es ja herzlich egal sein, wie Äthiopier sich lieben, doch schien mir dieser mein Eindruck nicht unwichtig für ein rundes Bild dieses Landes.
Ähnlich freudlos – noch freundlich ausgedrückt – ist das Thema ‚Essen’. Davon morgen mehr!

 


Gesund in Äthiopien

21. Februar 2011

(Reisebericht Äthiopien)

Dass es hier ein relativ paradiesisches Früchte- Angebot gibt, hab ich ja schon geschrieben. Auch dass die Äthiopier 3x am Tag Gekochtes essen.
Doch es gibt auch viele Aspekte, warum sie dennoch relativ gesund sind.
– Sie essen zwischendurch doch auch Obst
– Sie essen ihr Fleisch großteils roh
– Kaum jemand raucht
– Sie trinken sehr wenig Alkohol
– Kaum Zucker und Süßigkeiten; leider steigt der Zuckerkonsum mit fortschreitender Entwicklung
– Sie haben 2 Fasttage pro Woche (Mittwoch und Freitag) an denen sie sich faktisch vegan ernähren
– Sie haben ca. 4 Monate Fastenzeit im Jahr (eine längere Vor- Oster- Fastenzeit als wir + Adventzeit + div.) die eingehalten wird und vegan ist
– Sie bewegen sich doch noch weitaus mehr als wir (mangels Autos und öffentlichen Verkehrsmitteln und Maschinen)
– Die dünne Luft (2400m Seehöhe) tut ihr übriges

 


Ich schwelge …

20. Februar 2011

(Reisebericht Äthiopien)

… in wunderbarsten Salaten. Hier 3 willkürliche Beispiele (die Tassen haben ca. 35 cm Durchmesser!):

 

 

 

 
Und das hier ist Jenu, die gute Seele, die uns täglich diese wunderbaren Platten zaubert:

 


Vulkan

19. Februar 2011

(Reisebericht Äthiopien)

Wir leben hier ca. 6 km von einem erloschenen Vulkan. Vielleicht schaff ich es ja noch auf den Kraterrand hochzukommen. Von den Einheimischen hier dürfte noch kaum jemand oben gewesen sein, da sie mich bei Nachfragen völlig ungläubig ansehen und behaupten es gäbe keine Straßen oder Wege dorthin …