Das Zeit- Mysterium

18. Februar 2011

(Reisebericht Äthiopien)

Nicht nur, dass hier sich jeder westliche slow- down- Fan noch immer ein Stück abschneiden könnte, gibt es neben dem Müßiggang auch einige Zeit- Besonderheiten:
Das Jahr hat hier 13 Monate,
Silvester ist am 11. September und
heute ist der 28.5.2003.
Noch witziger aber ist die Uhrzeit- Die mach ich jetzt gleich zum nächsten Rätsel:
8 Uhr morgens ist es für Äthiopier 2 Uhr, um 19 Uhr ist es hier 1 Uhr. Welcher Algorismus steckt da dahinter?
Bis Euch dazu die Lösung einfällt, den Müßiggang nicht vergessen!!! 😉

PS: Ach ja, weil gefragt wurde, hier noch die Innenansicht der Wohnanlage und ja, meine Cracker sind gelungen. Doch ist der Leinsamen hier so verschmutzt, dass man trotz gutem Waschen ständig Sandknirschen zwischen den Zähnen hat; – leider!

 


Am Boden

17. Februar 2011

(Reisebericht Äthiopien)

Nein, ich bin nicht ‚am Boden’! Ganz im Gegenteil!
Doch das ganze – zumindest – häusliche Leben spielt sich am Boden ab. Da wird gesessen, geschlafen, Kaffee gekocht (was eine eigene Zeremonie ist) und getrunken, gekocht und auch ‘Klo gehockerlt’,
Besonderes Letzteres kann ich nur jedermensch empfehlen. Es ist weitaus entspannender und natürlich auch natürlicher als unser WC- Muschel- Gesitze. Dazu sind primär die ‘Italienischen’ WC- Schüsseln günstig. Wer sich aber einer stabil montierten Deutschen Klomuschel erfreut, kann das durch ‘auf-den-Rand-stellen’ und, oder sich in der freien Natur, hinhocken versuchen …
Gesäubert wird hier nur in gutsituierten Ausnahmefällen mit Klopapier. Die Regel ist Wasser, das ich auch angenehm empfinde und das in einer Flasche mitgebracht wird. Abgetrocknet wird nicht.
Witzig auch, so eine Äthiopische Küche, in der alles am Boden steht. In der am Boden geschnitten, geschält, geraffelt und gekocht wird. Letzteres auf winzigen Herden, die aussehen wie eine niedrige Bodenvase, in deren obere Schüssel Kohlen gefüllt und entzündet werden. Auf diese Glut werden die Töpfe direkt gestellt.

Für mich ist der Boden, besonders im öffentlichen Raum bzw. der abbegaste, vollgekotzte und bepisste, der Verkehrsflächen eine Schmutz- Ebene die ich von meinen Lebensebenen streng getrennt halte und mir z.B. vor meinem Wohnraum die Schuhe ausziehe oder schon mal Jugendliche anspreche die ihre Schuhe auf den Sitzpölstern der Öffis ablegen ‚müssen‘.
Da hier in Äthiopien am Boden gelebt wird, wird dieser auch immer wieder gekehrt und feucht aufgewischt und ebenfalls nicht mit den Straßenschuhen betreten.
Was uns aber ganz grundsätzlich unterscheidet, ist, dass hier der Boden gleichzeitig der Mistkübel ist. Keine Hausfrau zögert auch nur eine Sekunde, auf den frisch rausgewaschenen Boden die Abfälle bei der nächsten Mahlzeit- Zubereitung fallen zu lassen. Die Männer spucken und werfen allen Abfall ohnehin quer durch den Raum …
Auch in Lokalen wirkt es für mich seltsam, wenn die Leute Servietten und Abfälle gleich auf den Boden oder auf den Tisch werfen. Sobald abgeräumt wird wischt das Service all den Mist einfach auf den Boden …

 


Wir haben einen Affen

16. Februar 2011

(Reisebericht Äthiopien)

Nein, keinen Rausch! – Wie man in Österreich auch sagt.
Obwohl ich das Äthiopische Bier schon auch gekostet habe 😉
Wir haben hier seit gestern einen kleinen, einen einjährigen Pavian. Er wurde Kindern um 10 Birr (50 cent) abgekauft.
Es ist zwar absoluter Wahnsinn und Tierquälerei so einen Kleinen der Mutter wegzunehmen und unartgerecht zu halten. Aber die Kinder hatten sicherlich jede Menge Freude an diesem wirklich entzückenden Baby.
Ich werde sicherlich meinen Einfluss geltend machen, dass er wieder, möglichst schonend ausgewildert wird. Aber er ist auch für mich derzeit ein ganz süßes ‚Schmusetier’, obwohl er bereits recht massiv seine Interessen wahrnimmt und durchsetzen kann.
Seeehr interessant war für mich, mit ihm auf Naschreise durch eine Wiese zu gehen. Der isst punktgenau die Kräuter die auch mir schmecken und lässt die Brot-/ Inschara- Stücke, die ihm die Leute füttern regelmäßig liegen und nimmt meine gekeimten Körner, Mangos oder Bananen.
Eben hörte ich ihn fürchterlich schreien, lief hinaus und sah eben noch einen riesigen Bussard ‚durchstarten’. Der Kleine weiß also bereits ganz genau wer ihm gefährlich werden könnte.
Auch seine sonstigen Verhaltensweisen sauge ich begierig und begeistert auf, da ich ungemein viel davon aus meinem eigenen bzw. generell menschlichen Repertoir kenne.
Auch finde ich, dass er deutlich zeigt wie Intelligenz wohl begonnen hat. Er ist nämlich selten neugierig und kann an der kleinsten Neuigkeit nicht vorbei, ohne sie genauestens zu beobachten oder zu untersuchen.

 


Armut durch Dummheit?

15. Februar 2011

(Reisebericht Äthiopien)

Klar tun sich Schlaue leichter zu Wohlstand zu kommen. Wenn aber Arme auch noch sinnlosen kirchlichen oder gesellschaftlichen Konventionen zum Opferfallen und sie noch ärmer machen ist das besonders ärgerlich.
So gibt es hier z.B. Portionsgrößen, die so ausgelegt sind, dass eine Person sie nicht aufessen kann. Das Übriglassen gilt als Zeichen von Noblesse und dieser Rest wird weggeschmissen. Hat jemand mal besonders viel Hunger, isst er auf bestellt eine zweite Portion, nimmt ein Anstandshäppchen und lässt den Großteil übrig!
Ähnlich verfahren hier die Leute mit allen Gegenständen. Eine einwandfreie Jacke einem Bettler geschenkt findet sich am nächsten Tag auch schon mal im offenen Kanal.
Vollreifes Obst wird weggeschmissen. Auf Gegenstände wird Null Acht gegeben.
Am letzten Waschtag hier fielen hier einige Kleidungsstücke von der Leine und blieben tagelang im Dreck liegen, obwohl der Rest abgenommen wurde.

Auf den Straßen findet sich, teilweise schon ‚einzementiert’ absolut alles. Von Hosen über Kämme, von Flaschen über Kronkorken, von Präservativen bis zum (Menschen-)Kot, von Papieren, den allgegenwärtigen Nylonsackerln bis zu Babypuderflaschen findet sich hier wirklich alles …
Als ich einen silbernen Ohrstecker im Rasen vor der Tür einer Äthiopierin fand und ihn ihr freudestrahlend überreichte, schmiss sie ihn gleich wieder weg und meinte, ein einzelner wäre ohnehin nicht zu gebrauchen …

 


Gut, dass der gestorben ist

15. Februar 2011

(Reisebericht Äthiopien)

… hätte ich mir fast gedacht, als ich erfuhr, dass ein weitschichtiger Onkel meiner Gastgeber verstorben ist. Denn sein Tod ermöglichte mir, ein sehr ursprüngliches Begräbnis bei sehr ursprünglich lebenden Menschen auf dem Land mitzuerleben.
Ganz so toll war’s dann auch wieder nicht und ich hätte ihm, wenn ich gewusst hätte, was mir dabei so alles ‚blüht’, auch noch gerne ein paar weitere Jahre gegönnt 😉
Denn es war wirklich eine Herausforderung der besonderen Art für mich!
Hitze, dass mir die Haut in Fetzen von den Ohren hing, Läusebisse, dass ich nicht mehr wusste wo ich mich zuerst aufkratzen sollte (eine sehr gute Meditationshilfe! Nicht nur das Denken, sondern auch fürchterlich juckende Bisse wegzumeditieren um einschlafen zu können 😉
Eine 3 x 3 x 3 m- Klo- Grube mit einigen Ästen darübergelegt, auf denen man wackelig steht oder hockerlt, ein Getränk, das man unbedingt trinken ‚muss’, das mein Jüngster schon bei unserem Äthiopienbesuch vor 6 Jahren als unerträgliche ‚Ochsenpisse’ bezeichnet hat, das so ekelig schmeckt, dass ich es gar nicht beschreiben kann und diesmal mit der ‚Verfeinerung’, dass es beim Begräbnis in einem unerträglich heißen Zelt, in unvorstellbar schmutzigen Bechern, inmitten von Trauergästen, die offensichtlich erstmals Weiße sahen und warteten ob die ihr wunderbares Gastgeschenk auch genüsslich genug schlürfen würden, gereicht wurde.
Ach ja, wer sich vielleicht ebenfalls noch an seine Kindheit erinnert oder weiß, wie es aussieht, wenn man Erde mit Wasser vermischt … Genauso sieht dieses ‚T’ella’ aus! Zwischen grau und braun mit oben schwimmenden Hölzchen, toten Fliegen und anderen Schwebstoffen und Humusbestandteilen …
Naja, ich hab’s überlebt! 😉
Interessant dieses theatralische Geschreie und Geweine der Frauen. Ich kannte es nur aus dem Fernsehen und fand es immer blöd bis übertrieben. So hautnah dran aber, muss ich sagen, das hat was und ich fühlte mich bald auf meine, auf eine allgemeine Trauer bzw. unser aller Vergänglichkeit zurückgeworfen und wurde sehr angerührt von der Szene.
Dass so eine Beerdigung hier einen Tag dauert, hunderte Leute anzieht und kaum einen erkennbaren Ablauf hat und alle nur immer wieder herumstehen, palavern, essen, trinken, weinen, wieder ein stückweit gehen, wieder irgendwo im Schatten lagern, weitergehen, warten, etc. war bloß ein weiteres Facettchen dieser für mich völlig fremdartigen Menschen.
Irgendwann dann war der Verstorbene aber doch noch erfolgreich, und nochmal mit viele Theatralik und Gekreische, in einer Grube, in einem Wäldchen, das aus fast nur aus alten Gräbern wachsenden Bäumen besteht, versenkt.
Von der näheren Verwandtschaft des Verstorbenen wurden wir anschließend eingeladen, um nicht zu sagen tagelang festgehalten 😉
Dabei hat mich diese überbordende Gastfreundlichkeit und Liebenswürdigkeit dieser einfachen und armen Menschen fast umgehauen bis angestrengt.
Wenn einem alles abgenommen werden will, wenn Horden mit einem auf’s Klo gehen, wenn man alles kosten muss, ständig sagen ‚muss’, dass in Äthiopien alles ganz, ganz wunderbar ist, wenn man von Kindern bis Urahnen alle x- fach umarmen ‚muss’, wenn man im besten Bett liegen ‚muss’, während alle anderen am – in der Nacht, Schaben- übersäten – Boden lagern, kann das auch anstrengend sein.
Aber ich hab auch das überlebt …
Ich kam sogar mit jedem Tag besser zurecht damit und hab sicher bald nur noch die schönen Erinnerungen in mir; die entzückenden Kinder, diese herzlich lachenden und bezaubernd die Augen niederschlagenden Frauen, dieser unendliche Langmut gepaart mit erstaunlicher Geschäftigkeit, diese herrlichen Avoker- Früchte, dieser unvorstellbare Schmutz und das dennoch ständige Kehren und ‚Saubermachen’, diese unendliche Armut mit dennoch vorhandenen und selbstverständlich genutzten Handys, Fernsehern und DVD- Playern.
Ich könnte mir sogar vorstellen, dass mir irgendwann fehlen wird, nicht mehr nachempfinden zu können, dass mich selbst das ständige und ungenierte Nasenbohren und den Schleim irgendwo hinzuschmieren, nicht mehr störte … 😉
Die auf der Hin- und Rückfahrt gebotenen Akquisitions- und Fahr- Shows waren eine weitere Zugabe dieses verlängerten Begräbnis- Ausfuges.
In Äthiopien fahren Busse nämlich nicht zu fixen Zeiten von fixen Plätzen ab, sondern jeder Fahrer mit seinem Kassier versucht möglichst schnell das Auto vollzukriegen. Bei diesem An- und Ab- ‚Werben’ und ‚Auflesen’ geht es ziemlich aggressiv zu und kann man sich schon mal mehr als Ware, denn als Fahr- Gast fühlen. Bekommen sie den Bus nicht voll oder ein anderer Auftrag winkt, werden die bereits Eingestiegenen auch mal ‚weiterverkauft’ und müssen umsteigen.
Mir macht dieses Gedränge und Geschreie an den besser besuchten Plätzen – in letzter Zeit auch vermehrt vorhandenen Bus- Bahnhöfen – Stress und ich weiß wirklich nicht was besser ist. Unsere Regelt- und Sicherheit, die uns aber schlaff werden läßt oder dieser ständige Kampf, der hier abgeht und Nerven kostet aber doch sehr wach macht …
Die Fahrt selber ist nicht viel besser. Jeder Fahrer liefert so seine eigene ‚Show’. Das beginnt bereits beim ‚Kunden- Überreden’ indem viele immer wieder vorgeben, bereits abzufahren, um Unentschlossene noch reinzukriegen und dadurch ständig Gas geben, anfahren, abbremsen, aus dem Fenster brüllen, gestikulieren, etc.
Während der Fahrt wird so nebenher mit den zahlreich am Straßenrand Stehenden gestikuliert, ob sie vielleicht Kunden sein könnten, obwohl allein das Lenkungs- Spiel mancher Busse einem West- Fahrer schon alle Aufmerksamkeit abgewinnen würde.
Die Fahrt selber ist so unbequem bis schmerzhaft, wie körpernah und abenteuerlich, da die Busse gerne überfüllt werden, die Stahlrohr- Sitze für uns nichtmal als Gartenstühle durchgehen würden und so einen echten äthiopischen – oft auch Tschad (=Droge)- kauenden – Fahrer weder doppelte Sperrlinien, noch uneinsehbare Kurven oder Bergkuppen vom ständigen Überholen abhalten können. Dass ständig, der Straßenverkehrsordnung ebenfalls unmächtige, Tiere die Straßen benutzen, bereichert dieses Abenteuer noch um zusätzliche Ausweich- und Brems- Einlagen oder auch tote Tiere am Straßenrand …
Aber selbst das hab ich überlebt … 🙂

PS: Durch die Internet- Probleme hier, sind meine Beiträge – da teilweise vorausgeschrieben – nicht chronologisch und könnten verwirrend wirken. Zudem könnten an manchen Tagen 2 Beiträge auftauchen. Sorry!

 


Weitere Äthiopische ‚Absonderheiten’

14. Februar 2011

(Reisebericht Äthiopien)

Die Hauptsprache in Äthiopien ist Amharisch. Das amharische Alphabeth hat 380 Zeichen, die sich daraus ergeben, dass sie keine bzw. Vokale nur in Verbindung mit den Konsonanten kennen, z.B. je ein Zeichen für ha, ho, hi, he, etc. Dadurch werden allerdings auch die Worte und Texte kürzer.


Auch der Wortschatz ist sehr reduziert, wie bei den meisten afrikanischen Sprachen. So gibt es in Amhamrisch für Knopf, Schlüssel, Riegel und zugesperrt nur ein Wort. Oder was noch lustiger ist, ein und dasselbe Wort für Lastauto, Nähmaschine und Pkw oder nur ein Wort für Handy und Bienenstock, was ungefähr ‚leere Schachtel‘ bedeutet.
Die Leute sind sehr gläubig und sind ungefähr zu gleichen Teilen Moslems und Christen.
Wer sich von unseren Kirchen vielleicht soweit einlullen ließ, dass er meint die Kirche hätte sich geändert, wäre liberaler geworden, dem kann ich nur eine Äthiopische Predigt ans Herz legen.
Da wird gewettert, gedonnert und mit dem strafenden Gott gedroht wie zu unseren besten Mittelalterzeiten.
Für mich gehen die Kirchen eben immer genau so weit, wie es sich die jeweilige Gesellschaft gerade noch bieten lässt …
Hand in Hand mit dieser Religiosität geht natürlich eine seltene Prüderie. Ich hab hier noch kein Busserl, geschweige denn eine Umarmung oder einen Kuss gesehen. Dafür gehen Frauen und Männer unter sich zwangloser miteinander um, als bei uns.
Wunderschön, um nicht zu sagen paradiesisch finde ich, dass überall auf den Straßen Tiere herumlaufen, liegen oder grasen. Ein Esel mit einem Hund bot so ein Bild der Verbundenheit, dass ich mir gar nicht erklären konnte, was die beiden so zusammenhielt.
Selbst die Vögel sind hier zutraulicher als bei mir zu Hause. Ich hab noch nie soviele Vögel, selbst Greifvögel so nahe gesehen, außer vielleicht im Winter, wenn wir ein Futterhäuschen vors Fenster stellen.

 


Neueste Erfindungen

13. Februar 2011

(Reisebericht Äthiopien)

Nicht nur dass ich als Erfinder der Duschkabinen- Haken in die Äthiopische Geschichte eingehen werde 😉
‚musste’ ich auch, mangels Wäscheklammern, welche aus einem weggeworfenen Babypuder- Fläschchen schneiden.
Auch meine Leinsamencracker dürften die ersten unter Äthiopiens Sonne sein und aus einem – ebenfalls weggeworfenen – Plastiksack schnitt ich ein Netz, das zum Wasserabgießen der Keimgläser dient. Hier beim Trocknen …

 


Zäune

12. Februar 2011

(Reisebericht Äthiopien)

So Zier- und Niedrig- Zäune wie wir sie in Mitteleuropa gewohnt sind, wären hier aufgrund der hohen Kriminalität undenkbar.
Von dichten Dornenhecken bis Glasscherben- bewehrte Mauern reicht hier die Einigelungs- Palette. Meist nehmen sich Reichere trotz hoher Mauern sogar noch einen Wächter, der in einer – meist erbärmlichen – Hütte auf dem Grundstück oder neben dem Tor haust.
Hier einige Impressionen von Zäunen:




 


Spielzeug- Nobelpreis

10. Februar 2011

(Reisebericht Äthiopien)

Wenn es einen Nobelpreis für originelles Spielzeug gäbe, hätte ich den nächsten Nobelpreisträger schon gefunden! 🙂


Ein Stock, ein Stück Draht, zwei Plastikdöschen, 4 BIC- Kugelschreiber. Kappen und ein kreatives, geschicktes, äthiopisches Kind und schon hat man ein Flugzeug, dessen Propeller rotiert während man es vor sich herschiebt.

 


Trauuuumhaft!

9. Februar 2011

(Reisebericht Äthiopien)

Heute ‘durfte’ ich erstmals alleine weggehen. Allerdings mit genauer Routen- Vorschrift, da es angeblich so abgelegene Gassen gibt, in denen Weiße, die ja von den Äthiopiern alle für Millionäre gehalten werden, überfallen werden.
Die Hauptstraße, die ich ging war DAS Erlebnis schlechthin. Die Kinder fahren sowieso völlig auf Weiße ab, aber auch kaum ein Erwachsener schafft es nicht zu lachen oder die Augen aus dem Kopf fallen zu lassen.
Viele sprachen mich auch an, waren sehr nett und herzlich. Dann aber wieder sieht man Dinge die einem das Blut in den Adern gefrieren lassen. Da werfen Kinder mit Steinen nach festgebundenen Pferden, treten Passanten just for fun nach Hunden und Ziegen oder dreschen Kutschenfahrer wie verrückt auf ihre Pferdeskelette ein.
Man trifft aber auch alte Leute die einem die Hand nehmen und an ihr Herz drücken oder Kinder die einen ganz verstohlen anstupsen oder die Hand geben wollen.
Die ‚Money, money’- rufenden Kinder und Bettler gibt es natürlich auch.
Aber im Großen und Ganzen komm ich aus dem Staunen nicht heraus WIE kontrolliert und konditioniert wir gegen diese noch sehr offenen und rührend kindlichen Menschen sind.
Ich seh auch ihr häufiges ‚Haben-wollen’, ihre ‚Weißen- Preisaufschläge’ oder Klau- Versuche nicht als bös gemeint. Sie sind einfach ‚reine Kinder’ die eben haben wollen, was ein anderer vermeintlich ohnehin im Überfluss hat.
Mir kann man auch kaum etwas klauen da ich weder mit Kamera, noch mit Handy oder sonstigem West- Kram aufgewertet bin.
Ich muss mich nur bei meinen blog- Besuchern für die schlechte Qualität der Fotos entschuldigen; das ist eben Äthiopien- level 😉