Augenblicke

3. April 2017

Schon im Beitrag ‚Mach’s besser!‘ berichtete ich von den 5 Punkten, die viele Sterbende äußern und die Krankenschwester Bronnie Ware beobachtete.
Hier die etwas literarischere Version des Argentinische Schriftstellers Jorge Luis Borges der kurz nach diesen Zeilen verstarb:

borges„Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte, würde ich im nächsten Leben versuchen, mehr Fehler zu machen. Ich würde nicht so perfekt sein wollen, ich würde mich mehr entspannen, ich wäre ein bisschen verrückter, als ich es gewesen bin, ich würde viel weniger Dinge so ernst nehmen, ich würde nicht so gesund leben, ich würde mehr riskieren, würde mehr reisen, Sonnenuntergänge betrachten, mehr bergsteigen, mehr in Flüssen schwimmen. Ich war einer dieser klugen Menschen, die jede Minute ihres Lebens fruchtbar verbrachten; freilich hatte ich auch Momente der Freude, aber wenn ich noch einmal anfangen könnte, würde ich versuchen, nur mehr gute Augenblicke zu haben. Falls du es noch nicht weißt, aus diesen besteht nämlich das Leben. Nur aus Augenblicken; vergiss nicht den jetzigen. Wenn ich noch einmal leben könnte, würde ich von Frühlingsbeginn an bis in den Spätherbst hinein barfuß gehen. Und ich würde mehr mit Kindern spielen, wenn ich das Leben noch vor mir hätte. Aber sehen Sie … ich bin 85 Jahre alt und weiß, dass ich bald sterben werde.“

 
PS: Das ’nicht so gesund leben‘ stammt noch aus alten, vorrohköstlichen ‚gesund = Verzicht‘- Zeiten    😉

 

 

 


Und? Was tust DU?

11. August 2011

Viele paradise your life- Beiträge waren hoffentlich gut und schön. Doch was davon ist in die Praxis eingeflossen?
Ich mache ja nicht gern konkrete Vorschläge, sondern rege lieber zum Selberdenken und Selber- Beobachten (der Natur) an.
Die Fragen die ich bekomme zeigen aber dennoch immer wieder, dass die Menschen gerne ‚Bedienungsanleitungen’ haben wollen.
Deshalb hier jetzt im Schnelldurchgang und nur stichwortartig einige Beispiele in welchen Bereichen man was verändern könnte/ sollte.
Vorausgeschickt: Wir stecken so tief in der Zivilisation und damit im Irrtum, im Sinne von naturfern, dass praktisch JEDER Lebensbereich nachgebessert gehörte.
Beginnen wir mit dem Aufwachen:

• Ohne Wecker von alleine aufwachen (in einem gut belüfteten, Elektrosmog- und Gift- freien Schlafzimmer oder im Freien), erste freudvolle Gedanken
• Im Badezimmer (kühles) Wasser und Bürsten an Haut und Zähne (keine chemischen Produkte und Seifen, mit rohköstlicher Lebensweise gibt es ohnehin keinen Körpergeruch), ev. Erde
• Frühstücken möglichst wässrig und roh (ohne Gekochtem, Dichtem, Gebrühtem, Tierischem, Hochverarbeitetem) oder ev. (barfuß) frisch selbstgesammelt (z.B. Wildkräuter für einen green smoothie) und in netter Gesellschaft
• Weg zur Arbeit ohne Auto, ev. gemeinschaftlich
• Nur Arbeiten verrichten und annehmen, die gesellschaftlich wertvoll und ökologisch ok sind
• Liebevoller Umgang mit den Mitmenschen
• Zwischenwege möglichst ohne Lift-, Rolltreppen, etc. Benutzung zurücklegen
• Immer wieder Pausen in frischer Luft mit ausreichender Bewegung einlegen
• Auch während der Arbeit nebenher immer wieder Muskelübungen (und sei es nur des PC- Muskels*) einbauen
• Immer wieder mit der Aufmerksamkeit zu sich zurückkehren bzw. bei sich bleiben
• Essen ev. unabhängig von fixen Zeiten und nur bei Hunger
• Im Hunger bleiben (Essen hinauszögern und sich nicht satt essen)
• WC- Bedürfnissen sofort nachkommen!
• Immer wieder mal ‚meditativ Abschalten’ (ev. mit Augen- Palmieren)
• Einkauf von möglichst ökologisch und fair produzierten, möglichst wenig verarbeiteten Produkten in Rohkost- Qualität
• Essenszubereitung und Essen gemeinsam mit netten Menschen
• möglichst geringfügige Lebensmittel- Verarbeitung; immer wieder mal Fasten-, Rohsaft- oder Mono- Tage einlegen
• Geschirr spülen ohne Chemie (Rohes ist wasserlöslich und in frischem Zustand leicht abspülbar)
• Anregende Gespräche, Spiele, Bewegung, Körperkontakt, Spaß, Gemeinsamkeiten in einer liebevollen, harmonischen Gruppe (ev. auch mit Tieren)
• Natürliche Lichtverhältnisse nutzen (nicht die Nacht zum Tag machen)

Wie bereits erwähnt können hier nur einige wenige Beispiele gegeben werden. Praktisch alle Bereiche müssen kritisch ‚abgeklopft’ werden (Bekleidung, Möbel, Innenanstriche, Putz- und Waschmittel, Geschirr, Spielzeug, Beleuchtung, etc.)
Oder wer sich selber auf die Suche machen will und sich alles kritisch ansehen und in Richtung artgerechter verändern will, dem lege ich die vier wichtigen Bereiche ans Herz:

• Ernährung – in Richtung unverarbeiteter, roh, tierleidfrei, natürlicher, weniger, dankbarer
• Bewegung – in Richtung Freude, Vielfalt, Gemeinschaft, in frischer Luft
• Denken – in Richtung Nichtdenken, Intuition, unzielgerichtet, empathischer
• Soziales in Richtung mehr Kontakte, mehr Verbundenheit, mehr Körperkontakt, mehr Liebe

 
*) PC meint nicht ‚Personal Computer‘, sondern ‚Musculus pubococcygeus‘ (lat. Schambein-Steißbein-Muskel)

 

 


Nimm doch die Geschenke …

7. April 2011

… des Frühlings bzw. der nun kommenden warmen Zeiten an!
Die da wären:

Barfußgehen:
Dazu gab’s ja schon einen ausführlichen Artikel aber diese Geschichte hab ich noch nicht erzählt:
In meinem früheren Beruf (Elektronik- Design) konnte ich nicht immer in meinem ‚Daniel Düsentrieb’- Zimmer sitzen und tun was ich wollte, sondern hatte auch fallweise Kunden- und Lieferantenkontakt.
Da ich in der warmen Jahreszeit fast ausschließlich barfuß, maximal mit offenen Sandalen, gehe, wollte ich darauf auch nicht verzichten, wenn ich mit Anzug und Krawatte zu erscheinen hatte.
Eines Tages sprach mich in dieser Ausgestaltung ein junger Mann auf der Straße an und meinte: „Was hab ich dumm geguckt, als mir in Manhattan die erste Nadelstreif- Business- Woman mit Sneakers über den Weg lief. Der Wiener Hingucker aber bist eindeutig Du!“ 🙂
Was aber noch berichtenswerter ist: Es wiederholt sich jedes Jahr wieder. Wenn ich nach mehr als einem halben Jahr Fußbekleidungslosigkeit wieder in Socken und Schuhe muss, fasse ich es nicht, was wir uns tagtäglich antun!
Ich kann’s hier, fürchte ich, gar nicht drastisch genug beschreiben. Das muss man erlebt haben, diese Enge, dieser Hitzestau, diese Einschränkung!
Mach den Versuch! Du wirst sicherlich ebenso fassungslos sein, wie unangenehm bis quälend so – vermeintlich – unauffällig zu tragende Fußummantelungen sein können. Bloß merken wir es durch lebenslange Gewöhnung nicht. Doch unser Körper merkt es sehr wohl!
Ein noch schlimmeres Beispiel (das ebenfalls gut zur ‚Gewissenserforschung‘ des gestrigen Test passt) aber lieferte mir meine Mutter. Sie hat, seit ich denken kann, Hühneraugen und muss sich diese regelmäßig entfernen lassen. Erst als sie mir erzählte, dass ihr Vater erst Ruhe von seinen Hühneraugen hatte, als er sich ein Glied der Kleinen Zehe wegnehmen ließ und so mehr Platz im Schuh schaffte, klingelte es bei mir. Ich sah mir ihre Schuhe genauer an und bemerkte, dass sie alle an der Hühneraugenstelle am ausgebeultesten waren bzw. dort der größte Druck herrschte. Ich schenkte ihr zum Geburtstag ein Paar ‚Waldviertler’ die Donald Duck- Fuß- ähnlich gearbeitet sind und den Zehen jede Menge Platz bieten.
Fazit: Sie ‚konnte’ damit nicht gehen, da sie keinen ‚Halt’ darin hatte, den sie von klein an gewohnt war und nicht nur für unverzichtbar, sondern für ein Zeichen eines guten Schuhes, hält.
Seither habe ich zahllose Beispiele erlebt und erlesen, dass Hühneraugen tatsächlich durch Einengungen bzw. Druck entstehen. – Und meine Mutter geht nach wie vor zur Pediküre, MIT ihren ‚guten Schuhen’ … 😉

Nackt/ Bekleidungs- arm:
Lass möglichst oft Sonne an Deine Haut. Die wunderbare Wirkung von Sonnenlicht beschränkt sich nicht nur auf das Vitamin D. Hier kannst Du nachlesen, was die Sonne alles kann …
Die nackte Haut verlangt aber auch (ein Relikt unserer Urgeschichte) nach Hautreizen. Sie will die Luftströmungen, den Regen, den Kalt- Warm- Wechsel, das Anstreifen an Blätter und Ästchen, etc. spüren. Auch für die Haut und ihre Sinne gilt: Was nicht gebraucht und trainiert wird, verkümmert!

Aufenthalt im Freien:
Frische Luft ist unverzichtbar für uns!
In Fitness- Studios beispielsweise wurden Schadstoffkonzentrationen der Luft gemessen, die verkehrsreichen Städten um nichts nachstehen.
Diesbezüglich sind die Vorteile und Benefits des Atmens und Bewegens in freier Natur nicht zu überbieten.
Wobei wir bereits beim nächsten Frühlings- Geschenk wären, beim

Bewegen im Freien:
Such Dir eine befriedigende Beschäftigung im Freien und Du wirst sehen, Deine Zufriedenheit, Fitness und Dein Schlaf werden davon profitieren.
So ausgeklügelt können Gymnastik-, Yoga- oder sonstige Übungen, samt Fitness- Geräten gar nicht sein, dass sie nicht von Garten-, Wald-, Bau-, Bastel- Arbeit im Freien an Vielfalt übertroffen würde.
Dazu aber morgen mehr und ausführlicher.

Schlafen im Freien:
Ein relativ seltenes, aber dafür um so befriedigenderes Thema!
Wer es schon einmal erlebt hat, weiß, wie wunderbar so ein Sternenzelt, wie erquickend so ein Schlaf im Freien, sein kann. Wer das nicht kennt, sollte es schleunigst versuchen.
Das m.E. einzige, was einem diese Freude vergällen kann sind stechende Insekten. Aber einerseits sind Rohköstler diesbezüglich etwas besser dran. Andererseits gibt es auch dafür genug Tricks (in Nussbaum- Nähe, unter einem Moskitonetz, mit Lavendelöl einreiben, etc.).
Irgendein regenschützender Dachvorsprung, Baum oder ein Schuppendach findet sich immer. Nächte im Freien sind selten wunderbare Erlebnisse und irgendwann hat man so viele Sternschnuppen gesehen, dass man keine Wünsche mehr offen hat 😉

 


Barfuß gehen

5. April 2010

Unsere Füße sind seltene Wunderwerke!
Versuch einmal eine Gehmeditation! Geh in extremem Zeitlupentempo, wenn möglich mit geschlossenen Augen und spüre und beobachte das Spiel der vielen Muskeln in Füßen und Beinen, die ständig arbeiten um dieses ‚aufrechte Ding’ in der Vertikalen zu halten.

Oder das Temperatur- und taktile Empfinden der Füße, das kalte Weich bis Schmerzende von Schnee, das Prickeln von taunassem Gras, die wattige Weiche von Waldboden oder Sandstrand, das harte Aufschlagen auf Asphalt und Beton, das uns erinnert, dass wir nicht fließend genug auftreten und abrollen.

Oder die Fußreflexzonen! Unser ganzer Körper hat seine Entsprechung in jedem Fuß. Alle Organe und Funktionen sind über die Fußzonen diagnostizier- und behandelbar.
Ein selten begnadeter Fußreflexzonen-Masseur der dieser Passion den Rücken gewandt hatte aber immer noch von Klienten kontaktiert wurde, murrte mal: ‚Die bräuchten bloß alle barfuß laufen, dann hätten’s keine Probleme und ich meine Ruhe!’.
Besonders Kinderfüße entwickeln sich unvergleichlich gut durch möglichst viele Schuh- freie Zeit!

Die fast unbegreiflichen Feinmotorik Fuß- malender Künstler macht erst deutlich wie ‚software’ unser aller Verhalten ist und wie wenig entwickelt wird unsere Füße haben und lassen.
Doch das muss nicht so sein. Ab sofort kannst Du nahezu alle Zeit Schuh- los verbringen und mit den Füßen immer wieder Greif-, Bewegungs-, ‚Schreib’- Übungen und Spiele machen.

Grüße an die Füße!