Ich hab es selber erlebt!

19. November 2022

Ich hab als Kind schon sehr gern und viel gebastelt. Dementsprechend hab ich später absolut neue bis erstaunliche Dinge erfunden und hergestellt. Damit verdiente ich auch lange Zeit als Techniker gutes Geld.

Doch irgendwann war die Luft und Begeisterung raus. Denn man kann einfach nicht mit einer global orchestrierten Intelligenz konkurrieren.
Und diese bringt einen auch um die Freude etwas selber zu bauen, da sie mit industrieller Eingebundenheit und entsprechend globalem Markt weitaus billiger alles herstellen kann, als man selber.

Das betrifft nicht nur high tech- Geräte! Alles Obst und Gemüse, alle Beeren und Tropics sind im eigenen Garten, ja nichteinmal Glashaus selber in dieser Qualität heranzuziehen.

Das gilt für normale wie auch für ausgefallene Möbel, Stoffe, Häuser, Kleidung, Speisen, Geschenke, Geräte, Werkzeuge, Bilder, Musikstücke, Tänze …

Was ist zu tun?
Sollen wir jetzt tatsächlich nur mehr das jeweils optimalst Benötigte online bestellen? Sollen wir tatsächlich nur mehr unser Leben am PC verbringen? Da ja ohnehin dort immer besseres , als von uns Erdenk- oder Machbares zu finden ist?
So bunt früher die Welt mit all ihren unterschiedlichen Kulturen war, so könnte es heute fast deprimieren, wie jede Idee umgehend global verteilt und zu Geld und Allgemeingut gemacht wird.
Treibt uns das in immer schnellere Inovations- Spiralen oder bereichert uns das?
Wollen wir immer weiter?
Oder können wir uns noch immer freuen über neue Impulse?
Können uns noch immer freuen über vielleicht nicht so perfekte, aber eigene ‚Werke‘?
Wollen wir uns gleichschalten, zu Konsum- und Arbeits- Zombies machen lassen?
Oder können wir uns auch noch immer über selber gemachte, schielende Teddybären, fleckige Äpfel, unperfekte Tische, holprige Vorträge, ausgefranste Kleider, originell unperfekte Lieder, fade Brennessel- Pestos, zu scharfe Gemüsepfannen, ehrliche Bücher, misslungene Witze, Hand- statt Maschinenarbeit, gestolpert, innige, ansttat perfekt, glatter Tänze … erfreuen?
Ich wünsche es Euch, ganz im Sinne von


 
 
 


Fensterchen 7

7. Dezember 2012

7Ich mach’ das heutige Fensterchen des Adventkalenders auf und was seh ich!?
Eine junge Frau, die ganz versonnen und lächelnd bei einer Bastelei sitzt. Sie faltet, klebt, beschriftet. Sie nimmt das Halbfertige immer wieder hoch, blickt es mit strahlenden Augen von allen Seiten an, um es dann wieder abzusetzen und nach einem Buntstift zu suchen.
Im Hintergrund betreten zwei Frauen das Zimmer. ‚Sieh nur Anni, unsere Lini ist solch ein Schatz! Immer ist sie am Gestalten, Singen, Tanzen, Dekorieren. Jedem will sie eine Freude machen.’
Die junge Frau ist so vertieft in ihre Arbeit, dass sie weder von ihrem Lob noch von den beiden Frauen etwas mitbekommen hat …
Langsam nehme ich mein Auge vom kleinen Fensterchen um nicht zu stören …
Aber sehr lehrreich, solch ein Fensterchen! Was kann es schönes geben, als sich immer wieder gestalterisch auszudrücken und anderen eine Freude zu machen …