Lebensrettende Faulheit

10. Juli 2017

„Es gibt eine Angst, die macht klein
Die macht einen krank und allein
Und es gibt eine Angst, die macht klug
Mutiger, freier von Selbstbetrug“

singt Andre Heller in seinem Angstlied.
Ähnlich polar verhält es sich mit der Faulheit.

Immer mehr Menschen greifen zu Fertiggerichten, gehen Essen, lassen sich von fast food locken. Die Wirtschaft macht uns das aber auch immer leichter. Und aus evolutionsgeschichtlicher Sicht ist dieser Hang zur Bequemlichkeit und Faulheit auch gut verständlich: Jahrmillionen lang waren wir es gewohnt Müßigang zu leben, also mehr oder weniger faul zu sein. Unser Nichttisch war im Natur- Paradies immer reich gedeckt und in Bäumen schaukelt es sich gut, wenn der Tag lang und sonnig ist 😉
faulDieses Ur- Erbe wird nun von zahllosen Profiteuren ausgenutzt. Wir kaufen bereitwillig was Bequemlichkeit verspricht und werden damit zu immer fetteren Couch-Potato’s. Das wär ja nicht so schlimm, wenn es nicht ein Kurzfrist- Genuß mit eingebautem Selbstschuss wäre. Solch ein Leben macht uns krank, verursacht Leid und kostet uns Lebens- Jahrzehnte!

Doch es gibt auch eine Faulheit „die macht klug
Mutiger, freier von Selbstbetrug“, würde A. Heller vielleicht auch hier sagen. Ich sag, es gibt auch eine Faulheit die lebendig, gesund und glücklich macht. Das ist die Faulheit unserer Vorvorvor…fahren. Das ist eine Natur-, eine Paradies- Faulheit. Sie erspart sich all das Gekoche, Gebruzzel, das stundenlange Arbeiten für’s Essengehen, für das Fertigmenü, für die Superküche, den Geschirrspüler, die Spülmittel, Dunstabsauger, Pfannen, und, und, und …
Diese Paradiesfaulheit lässt uns die Natur so genießen wie sie für uns wächst, lässt uns so bewegen wie es lustvoll ist, lässt uns (nicht)denken, wie es uns, allen Mitwesen und dem Planeten am besten tut und lässt uns sozial so nah, liebevoll und körperlich interagieren wie es geselligen, empathischen und warmherzigen Wesen, wie wir es im Grunde unseres Herzens sind, entspricht.
DIESE wunderbare Faulheit, die wünsche ich Euch allen! 🙂

 
PS: Mit den letzten vier hervorgehobenen Begriffen sind wir wieder einmal meim BEMS meines Evolutions-basierten Salutogenese- Modells über das demnächst ein Beitrag folgt.

 

 

 


BEMS- Zusammenhänge

27. März 2017

BEMS?
Ja BEMS!
Bewegung, Ernährung, Mentales und Soziales!

Möchte man all seinen Urbedürfnissen, von denen wir in dieser reizüberfluteten Welt ja meist gar nichts mehr wahrnehmen, nachkommen, bliebe wirklich kein Lebensstein mehr auf dem anderen. Wir müssten praktisch alles, was Zivilisationsmensch im Moment noch ’nicht artgerecht‘ tut, ändern. Das will und kann natürlich niemand. Auch wenn es gut für unsere Gesundheit, Zufriedenheit und unser Glück wäre!
Deshalb habe ich mich bei meinem ES- Modell (Evolutions- basierte Salutogenese) das ich für meine Diplomarbeit wissenschaftlich ausgearbeitet habe und hier im blog mit Beispielen fülle, auf vier wichtige Lebensbereiche konzentiert und reduziert:

b ewegung,
e rnährung,
m entales und
s oziales

‚Ja, alles klar‘ könnte mensch jetzt denken, ‚Das weiß ich ohnehin, dass ich mich bewegen und gesund ernähren soll‘.
Und eben DAS ist das Problem, das ich in vielen Vorträgen schon erlebte: ‚XY hat sooo gesund gelebt und ist dennoch schwer erkrankt/ früh gestorben!‘.
Tja, das heutige ‚Gesund‘ ist leider
redball noch lange nicht wirkliches, ‚artgerechtes‘ Gesund und es
redball gehört noch etwas mehr an ‚Ganzheitlichkeit‘ dazu.

Denn zwischen den genannten 4 Säulen des paradiesischen Lebens gibt es einige wichtige Querverbindungen.

ball_green Für ‚richtiges‘ Bewegen braucht es die ‚richtige‘ Ernährung‘! Damit meine ich weder die Tipps vom Fitness- Trainer mit der Eiweiß- Dose in der Hand, noch die Empfehlungen der Apothekerkammer in der Regionalzeitung. Gute Ernährung passt sich den Aktivitäts- Erfordernissen an, indem man spürt was der Körper braucht. Gute Ernährung findet über den Geschmacks- und Geruchssinn die saisonal und bedarfs- richtigen Lebensmittel.
ball_green Für ‚richtiges‘ Bewegen braucht es das ‚richtige‘ Denken! Nicht was im Sportunterricht gelehrt wurde, nicht was die TV- Vorturner zeigen, nicht, was im Sportverein trainiert wird, ist richtig und gut. Richtiges Denken ist nicht Leistungs- oder Gewinn- orientiert! Richtiges Denken ist gemeinschafts- und lust- orientiert, lässt uns mitsammen spielen, wandern, herumtollen, klettern, schwimmen … Richtiges Denken spürt den Körper, freut sich über seine Kraft, Beweglich- und Geschicklichkeit.
ball_green Für ‚richtiges‘ Bewegen braucht es eine gute ‚Gemeinschaft‘! Geselliges Tanzen, Wandern, Spielen, Klettern, Schwimmen, Ernten, Entdecken, Abenteuern, Rangeln, Herumtollen … anstatt alleine oder gegen andere zu tun, oft sogar zu ‚kämpfen‘.

 

ball_green Für ‚richtige‘ Ernährung braucht es ‚richtige‘ Bewegung! Damit meine ich nicht die Bewegung zum Auto um in den Supermarkt zu fahren. Gutes Essen beginnt schon mit dem freudvollen Naturerleben, indem man Wildkräuter, Trauben, Nüsse, oder Äpfel erwandert, pflückt, erntet.
ball_green Für ‚richtige‘ Ernährung braucht es ‚richtiges‘ Denken. Damit meine ich nicht: ‚Was empfielt mir der Doc‘, ‚Wo gibts Sonderangebote‘ oder ‚Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse empfehlen xy‘. Damit meine ich demütiges, dankbares Freuen über entdeckte Trauben, gefundene Erdbeeren oder gesammelte Haselnüsse, die Freude über das Spüren der taunassen Wiese, den Duft des Waldes, der Erde, eines Veilchens …
ball_green Für ‚richtige‘ Ernährung braucht es die ‚richtige‘ Gesellschaft! Damit meine ich weder die Saufkumpane am Biertisch, noch die Freudinnen beim Kaffeklatsch. Damit meine ich gutes, wohliges, vertrautes Aufgehobensein inmitten lieber Wesen. Gemeinsames Erleben, liebevolles Austauschen und Berühren.

Hausaufgabe bis morgen: Finde die weiteren noch unbesprochenen Querverbindungen.
… Nein, Scherzchen! Ich glaube mit diesen wenigen Beispielen ist klar geworden wie sehr alles mit allem zusammenhängt, wie wir hier Paradies verwirklichen und unsere Urbedürfnisse befriedigen könnten und wie es bei den Themen ‚Mentales‘ und ‚Soziales‘ weitergehen könnte.